Spielschar trotz Lockdown in den Startlöchern

Waldbühne Heessen: Erste Saison ohne Auftritte seit dem Krieg - kein Wintertheater

So voll wird die Waldbühnen-Tribüne wohl auch im Sommer 2021 nicht sein.
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So voll wird die Waldbühnen-Tribüne wohl auch im Sommer 2021 nicht sein.

[Update] Wie viele Kulturschaffende ist auch die Waldbühne von der Corona-Pandemie und den jetzt im November verschärften Maßnahmen überrollt worden. Ursprünglich hatte die Spielschar geplant, im Dezember am 18 Terminen Wintertheater anzubieten. Jetzt ist klar: Das Wintertheater wird nicht stattfinden.

Hamm - „Aufgrund des Lockdowns haben wir im Vorstand beschlossen, das Wintertheater doch zu streichen. Wir können jetzt vier Wochen nicht proben – und was im Dezember möglich sein wird, weiß keiner“, erklärte Ingeborg Hesse, Vorsitzende des Waldbühnen-Vereins.

Mitte November hätte die Winterkomödie „Die Wunderübung“ nach dem Buch von Daniel Glattauer Premiere feiern sollen soll. Bei dem Drei-Personen-Stück, in dem Theo Krukenbaum Regie führen sollte, hätten die Akteure auf der Bühne genügend Abstand zueinander halten können. Auch ein Hygienekonzept und eine auf 48 Zuschauer reduzierte Zahl der Plätze war schon fertig. Jetzt gehen die Planungen für die Sommersaison 2021 weiter, mit der Hoffnung, dafür nach dem Lockdown die Proben wieder aufnehmen zu können.

Eine Sommersaison ohne Waldbühne, das gab es seit 1948 nicht mehr. Kein Krieg, sondern das Coronavirus ist diesmal der Grund. Doch die Spielschar steht in den Startlöchern: Tickets für den Sommer 2021 können bereits bestellt werden, und das Wintertheater legt vorbehaltlich des Lockdown-Endes schon im Dezember los.

Eine ganze Saison ohne Auftritt – daran können sich die allerwenigsten Spielschar-Mitglieder der Heessener Waldbühne erinnern, mehr als 70 Jahre liegt das zurück: 1940 sorgte der Zweite Weltkrieg für die Freilichtspiel-Pause und erst 1949 gab es wieder Auftritte vor Publikum. Dass ein Virus für die erneute Zwangspause sorgen würde, hatte sich niemand vorstellen können.

Dabei waren die Proben für das Kult-Musical „Der kleine Horrorladen“, die Fantasy-Geschichte „Shrek“ als Musical und das Märchen „Rabatz im Zauberwald 2“ längst angelaufen, als die rund 300-köpfige Spielschar im März vom Corona-Lockdown kalt erwischt wurde. Diese Stücke werden nun in der Sommersaison 2021 zu sehen sein – da ist sich Ingeborg Hesse, Vorsitzende des Waldbühnen-Vereins, sicher. Und tatsächlich wird es schon ab Dezember wieder ein Wintertheater geben. „Wir müssen etwas machen – für die Spieler, aber auch als Signalwirkung für die Zuschauer“, sagt Hesse.

Und damit meint sie deutlich mehr als die wenigen Arbeitseinsätze auf dem Gelände im Heessener Wald, um das Gelände zu pflegen und die Gebäude und Buden instand zu halten. Sehr gut angekommen sei das „Sommerkino“, bei dem alte Videos von der Waldbühne gezeigt wurden – je 70 Spieler konnten an den zwei Open-Air-Terminen teilnehmen, zu den Vorführungen im Wintertheater durften maximal 48 kommen.

Ingeborg und Theo Hesse hoffen, dass die Waldbühne zumindest im nächsten Jahr wieder ein normales Programm fahren kann.

Vorbereitung für Sommersaison laufen

Für die Sommersaison 2021 haben einige „Unentwegte“ die Proben schon wieder aufgenommen: draußen und mit Abstand. Letzteres gilt auch für die Besetzung der Stühle auf der Tribüne, die mit 1717 Zuschauern ausverkauft wäre. Laut Corona-Auflagen dürfen nach derzeitigem Stand 20 Prozent der Plätze genutzt werden, also knapp 350.

„Jede zweite Reihe bleibt frei und zwischen den einzelnen Buchungen bleiben vier Plätze frei“, so Hesse. Karten können bereits vorbestellt werden, allerdings ohne sie bereits zu bezahlen. Rücküberweisungen wie in diesem Jahr seien ein zu großer Arbeitsaufwand.

Dass sich Thomas Hunsteger-Petermann künftig stärker in die Waldbühne einbringen wird, steht für Ingeborg Hesse außer Frage, weil er auch während seiner Zeit als Oberbürgermeister immer dabei war: „Er wird sicher wieder intensiver als Spieler mitmachen oder auch mal an der Kasse sitzen.“

Kontaktdaten

Die Geschäftsstelle ist erreichbar unter Telefon 309090 und per E-Mail an info@waldbuehne-heessen.de. Infos online gibt es auf www.waldbuehne-heessen.de.

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