"Cabaret" zwischen Unterhaltung und Politik

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Was geht Politik Sally Bowles an? "Cabaret" inszentiert Regisseur Andreas Brochtrop-Wegerich unterhaltsam und nachdenklich.

Hamm - Mitreißende Choreografien, viel nackte Haut und ein Finale, bei dem Tränen flossen: Das Ensemble der Waldbühne begeisterte die Zuschauer bei der Premiere von „Cabaret“ und zeigte trotz eines Gewitters eine wunderbare Interpretation des Musicals mit schwungvollen Ohrwürmern. / Von Pauline Sickmann

Im Mittelpunkt der Handlung steht der amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw. Auf der Suche nach Inspiration für einen neuen Roman reist er in den frühen 1930er Jahren nach Berlin. Im Zug lernt er den Deutschen Ernst Ludwig kennen, der ihm ein Zimmer in der Pension von Fräulein Schneider vermittelt.

Über Ludwig stößt der Autor außerdem den Kit-Kat-Klub und trifft die aus England stammende Revue-Tänzerin Sally Bowles – er verliebt sich in sie. Als Bowles ihre Bleibe verliert, sucht sie Unterschlupf in Cliffords Pensionszimmer, die beiden werden ein Paar.

Premiere " Cabaret " auf der Waldbühne Heessen

Doch auf der Verlobungsfeier der beiden stellt sich heraus, dass Schultz Jude ist: Nationalsozialist Ludwig rät dringend von einer Heirat ab und Fräulein Schneider löst die Verbindung. Für Clifford ist die immer größere Einflussnahme der Nationalsozialisten ein Grund, Deutschland zu verlassen, doch Sally möchte lieber weiter im Kit-Kat-Klub arbeiten. Als sie dann das gemeinsame Kind abtreibt, zerbricht auch diese Beziehung.

„Cabaret“ gehört zu den Klassikern des Genres und bedient die ganze Palette an Emotionen. Das Musical ist auf der einen Seite schwungvoll und lustig – wenn zum Beispiel eine weitere Pensionsbewohnerin, Fräulein Kost, herrlich berlinernd mit Fräulein Schneider diskutiert, oder wenn der Conférencier des Kit-Kat-Klubs ausgelassen mit seinen strahlenden Revue-Girls tanzt.

Auf der anderen Seite flößt das Stück Angst ein und regt zum Nachdenken an. Diesen ernsten Teil stellt Regisseur Andreas Brochtrop-Wegerich in den Vordergrund und inszeniert das Stück als Gesellschaftsstudie.

Dem Publikum gefällt's: Die Zuschauer klatschen, nach dem gefühlvollen Ende gibt es stehende Ovationen.  

Eine ausführliche Besprechung lesen Sie in der Montagsausgabe des Westfälischen Anzeigers. 

Hier finden Sie einen Bericht und Bilder zur Waldbühnen-Inszenierung von "Rabatz im Zauberwald".

Lesen Sie hier unseren Bericht über die ersten Außenproben von Cabaret.

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