Serie zur Bundestagswahl

Gastronom Jochem Huth: „Ich entscheide mich erst, wenn ich im Wahllokal stehe“

Wahlserie von WA und Lippewelle: Gastronom Jochem Huth vom „Alt Hamm“ fällt die Wahl am Sonntag schwer
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Gastronom Jochem Huth vom „Alt Hamm“ fällt die Wahl am Sonntag schwer.

Der WA und die Lippewelle haben mit mehreren Hammern aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sowie aus unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen darüber gesprochen, was sie sich von der Politik wünschen. Teil 7: Jochem Huth.

Hamm – Jochem Huth ist Immobilienmakler und Gastronom in Hamm. Seit 2006 ist er Inhaber der Gaststätte „Alt Hamm“ an der Nordstraße. Mit Svenja Jesse hat er über seine Erwartungen zur Bundestagswahl gesprochen.

Welche Schulnote würden Sie der aktuellen Regierung geben?
Das war mal mindestens eine 2, aber das ist in den vergangenen zwei Jahren, nachdem Merkel gesagt hat, sie macht nichts mehr, ist sie ein bisschen runtergegangen.
Was hat sich verschlechtert?
Als Erstes haben sie meinen Favoriten in der Partei, den Herrn Merz, abgesägt. Und jetzt wird er zurückgeholt. Aber das hat mir ein bisschen weh getan. Ich bin unentschlossen, wem ich meine Stimme gebe, weil die Parteiprogramme sind alle gut dahergeredet, aber das umzusetzen ist schwierig. Wir werden wahrscheinlich wieder ein komisches Wahlergebnis haben, wie jedes Mal. Es kann keiner alleine was entscheiden und dann gibt es Kompromisse ohne Ende und die Bevölkerung muss darunter leiden.
Worüber unterhalten sich die Hammer bei einem Bier?
Im Moment über die Impfung, die ja hin- und herläuft. Dass die Leute, die nicht geimpft sind, außen vor sind. Stufe für Stufe werden diese Leute ausgegrenzt, das finde ich nicht richtig. Das sollte jeder selbst entscheiden können. Aber es ist so, dass die Nicht-Geimpften Probleme bekommen werden. Deshalb will ich die Wahl abwarten.
Was hätten Sie sich als Gastronom von der Politik gewünscht?
Etwas mehr Unterstützung. Obwohl die Politik auch einiges getan hat. Man kam so einigermaßen über die Runden. Wir hatten immerhin zehn Monate zu. Sieben am Stück und drei im Frühjahr. Leider Gottes sind immer schwarze Schafe erschienen. Wir haben immer noch 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz als normal. Die Leute trauen sich noch nicht so richtig in die Gaststätte, obwohl in der Gaststätte das wenigste Ansteckungspotenzial ist, im Vergleich zum Einkaufen oder im Bus und Zug oder bei privaten Partys. Da ist es viel schlimmer. Wir haben eine gute Lüftungsanlage, die saugt alles weg. Dadurch, dass in Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf, hat sich die Luft deutlich verbessert. Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung.
Diese Entscheidung liegt ja schon lange zurück, gibt es andere Entscheidungen, die sie gut fanden?
Man muss die Wahl abwarten, was dann entschieden wird in Sachen Corona. Oder wie das ganze Leben in Deutschland dann überhaupt wird. Da bin ich unsicher, um mir eine Meinung zu bilden. Ich war früher immer sicher. Ich glaube, ich entscheide mich erst, wenn ich im Wahllokal stehe.

Die Serie

Am 26. September ist Bundestagswahl. Und selten zuvor war so unklar, wer Deutschland nach der Wahl regieren wird. Der WA und die Lippewelle haben mit vielen Hammern darüber gesprochen, wie sie die Arbeit der Bundesregierung erlebt haben und was sie sich künftig von der Politik wünschen. Dieses Interview gibt es in einer längeren Version auch im Internet unter www.lippewelle.de als Podcast zu hören.

Teil 1: André Petersmann

Teil 2: Runa Rüth

Teil 3: Peter Wehn

Teil 4: Christian Oberdick

Teil 5: Emine Tuzculu

Teil 6: Alexander Jasczyk

Wenn Sie einen Wunsch an die Regierung geben könnten, welcher wäre das?
Die vielen Landesregelungen sollten mal unter einen Hut gebracht werden. Es gibt immer 16 verschiedene Meinungen. Man sollte von einem Parlament ausgehen können. Leider ist das fast unmöglich. Ich werde auf jeden Fall wählen. Was dabei rauskommt, muss man sehen. Nur ich kann hinterher nicht meckern. Das sollten sich alle mal zu Herzen nehmen und wirklich viele zur Wahl gehen. Denn wenn wir eine Wahlbeteiligung von 50 oder 55 Prozent haben, ist das ja nicht die Meinung des Volkes.

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