WA.de-Serie "Mut zu Hamm" (Teil 8)

Barbara Kölling (55, Regisseurin): Hamm ist ein guter Ort für Familien

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Barbara Kölling kam 1997 mit dem Helios-Theater nach Hamm.

Hamm - Von der Millionenstadt und Kulturmetropole Köln nach Hamm an den Rand des Ruhrgebiets zu ziehen, würde man von einer engagierten Künstlerin nicht unbedingt erwarten. Barbara Kölling hat diesen Schritt vor 21 Jahren gewagt und nicht bereut. Die Regisseurin leitet gemeinsam mit ihrem Mann Michael Lurse die künstlerischen Geschicke des Helios-Theaters.

Über ihren „Mut zu Hamm“ redet sie im Gespräch mit WA.de:

Woher stammen Sie? Wo und wann haben Sie vor Hamm beruflich Ihre Erfahrungen gemacht?

Barbara Kölling: Ursprünglich komme ich aus Wanne-Eickel, also mitten aus dem Ruhrgebiet. Zum Studium war ich in Erlangen, dann am Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel, später zehn Jahre in Köln und zwischendurch für einzelne Gastproduktionen immer wieder in verschiedenen Städten Deutschlands. 

Seit wann sind Sie in Hamm in diesem Job aktiv? 

Kölling: Wir sind als Helios-Theater seit 1997 in Hamm und ich bin damals mit von Köln nach Hamm gezogen. 

Warum sind Sie nach Hamm gekommen? 

Kölling: Weil die Stadt Hamm uns gefragt hat, ob wir mit dem Helios-Theater von Köln nach Hamm umziehen könnten. Und nach einem Jahr der Verhandlungen und der Abstimmungen – so eine Theaterumsiedlung ist eine große, komplexe Sache – sind wir nach Hamm gezogen. 

Haben Sie in dieser Zeit mal mit dem Gedanken gespielt, wieder wegzuziehen?

Kölling: Nein. Grundsätzlich nicht. Wir sind sehr viel unterwegs mit dem Theater und Hamm hat sich immer wieder als der ideale Ort gezeigt, um in Ruhe zu arbeiten. Außerdem sind in Hamm in den letzten 20 Jahren unsere zwei Söhne aufgewachsen. Hamm ist ein guter Ort für Familien. 

Gibt es weitere Gründe, warum Sie bis heute geblieben sind? 

Kölling: Weil das Vorhaben, hier ein Theater aufzubauen und weiterzuentwickeln und viele Zusammenarbeiten herzustellen, absolut aufgegangen ist. 

Welchen Eindruck haben Sie von den Menschen in Hamm? Wo liegen die Unterschiede zwischen den Westfalen und den Rheinländern, die Sie früher in Köln erlebt haben? 

Kölling: Dadurch, dass ich aus dem Ruhrgebiet komme, kenne ich die Westfalen bereits gut. Da war es eher ungewohnt, im Rheinland anzukommen. Mein Eindruck von den Menschen in Hamm ist sehr unterschiedlich. Ich lebe beispielsweise in Herringen und liebe die Diversität von diesem Stadtteil sehr. Meine Kinder sind so multikulturell aufgewachsen, wie ich selber auch. Hamm hat so viele unterschiedliche Ecken, dass man von einem einzigen Eindruck der Menschen gar nicht sprechen kann. 

Was lief und läuft aus beruflicher Sicht gerade in Hamm besonders gut? 

Kölling: Die vielen Möglichkeiten, die vorhanden sind. Es ist möglich, etwas aufzubauen, Zusammenarbeiten zu beginnen. Die Zuschauer reagieren positiv auf unser Theater und das Theaterhaus. Das Theaterhaus hat sich zu einem sehr lebendigen Kreativzentrum entwickelt. 

Was ist speziell aus beruflicher Sicht verbesserungswürdig, was müsste sich dafür gegebenenfalls ändern? 

Kölling: Ich glaube, dass tendenziell die richtigen Wege eingeschlagen wurden in den letzten Jahren. Zum Beispiel die Bereitschaft der Stadt, den Kulturbahnhof zu kaufen. Das sehe ich als sehr gutes Zeichen. Nicht nur für unser Theater, sondern auch als Gedanke, der dahinter steckt: Dass die Stadt sich entschieden auch für professionelle Kunst und Kultur engagiert, die sich an Kinder, Jugendliche, Familien, Studierende, ältere Menschen wendet. Auf keinen Fall gibt es davon bereits genug in Hamm.

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