WA.de-Serie "Mut zu Hamm" (Teil 7)

Dirk Böcker (55, Arzt): Auf die Worte der Hammer ist Verlass

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Prof. Dr. Dirk Böcker in "seinem" Marienhospital.

Hamm - Prof. Dr. Dirk Böcker hat die Stadt Hamm und ihre Menschen vor zwölf Jahren kennengelernt. Trotz seiner Vergangenheit in Touristenmagneten wie Freiburg und Münster fühlt er sich mit seiner Familie hier sehr wohl.

Warum das so ist, hat der 55-äährige der Ärztliche Direktor des Marienhospitals im Gespräch mit WA.de verraten:

Die Serie: Neben Wegzügen kommen auch immer wieder Menschen bewusst von außerhalb nach Hamm, finden hier eine Wirkungsstätte – und bleiben dauerhaft. Manche von ihnen arbeiten in oder für die Öffentlichkeit und vertreten damit die Stadt mit ihrem Gesicht nach außen. Um solche Hammer geht es in unserer Serie „Mut zu Hamm“, die wir lose fortsetzen werden.

Woher stammen Sie? Wo und wann haben Sie vor Hamm beruflich Ihre Erfahrungen gemacht?

Dirk Böcker: Ich bin geboren und aufgewachsen in Hagen. Studiert habe ich in Freiburg, was bis heute meine Lieblingsstadt in Deutschland ist. Zwischen 1990 und 2006 habe ich in der Kardiologie der Uniklinik in Münster gearbeitet, in den letzten Jahren als leitender Oberarzt.

Seit wann sind Sie in Hamm in diesem Job aktiv?

Böcker: Seit Sommer 2006 arbeite ich am Marienhospital als Chefarzt der Kardiologie, seit dem Herbst 2006 auch als Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin und seit Anfang 2018 schließlich als Ärztlicher Direktor.

Warum sind Sie einst nach Hamm gekommen? 

Böcker: Ausschlaggebend für den Wechsel nach Hamm war der Antritt der Chefarztstelle. Meiner Familie hat bei den Besuchen in Hamm zunächst insbesondere der Maxipark gut gefallen, sodass wir nach kurzer Zeit beschlossen haben, in die Nähe zu ziehen.

Chefarzt Böcker im ASV-Zimmer.

Haben Sie in dieser Zeit mit Wegzuggedanken gespielt?

Böcker: Bereut haben wir das nicht, weder privat noch beruflich.

Warum sind Sie bis heute geblieben? 

Böcker: Meinen Kindern, meiner Frau und mir gefällt es hier. Darum gibt es keinen Grund, hier wegzuziehen. Auch die Entwicklung der Kardiologischen Klinik war von Beginn an positiv. Daher gibt es auch aus beruflicher Sicht keinen Grund für einen Wechsel.

Welchen Eindruck haben Sie von den Menschen in Hamm – auch und besonders im Vergleich zu vorherigen Wirkungsorten?

Böcker: Ich habe hier viele sehr nette Menschen kennengelernt. Ob das alles Hammer sind, weiß ich zwar nicht. Wahrscheinlich kann man aber schon sagen, dass die Menschen hier dem positiv gemeinten Klischee des Westfalen relativ nahe kommen: Nicht zu viele Worte, aber auf die gesagten und gegebenen Worte kann man sich dann verlassen.

Was lief beziehungsweise läuft gut, aus beruflicher Sicht?

Böcker: Die Kardiologische Abteilung hat sich seit Beginn meiner Tätigkeit wirklich gut entwickelt, was natürlich ohne die sehr engagierten Mitarbeiter auf allen Ebenen gar nicht möglich gewesen wäre.

Was ist verbesserungswürdig, aus beruflicher Sicht, und was müsste sich dafür gegebenenfalls auch ändern?

Böcker: Die Entwicklung der Krankenhaus- und Medizinlandschaft in Hamm ist nicht losgelöst von der landes- und bundesweiten Entwicklung und geprägt von einem zunehmenden Spar- und Rationalisierungszwang. Das macht mir schon Sorgen. Ein zweites Problem ist die zunehmende Schwierigkeit, qualifizierte Mitarbeiter dazu zu bewegen, in Hamm zu arbeiten. Letztlich ist das ein Ausdruck des Fachkräftemangels, den wir in vielen Bereichen deutlich haben. Das führt dazu, dass zum Beispiel Arztstellen nicht immer gut oder zeitgerecht besetzt werden können.

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