Mit Video-Umfrage

WA-Test: Wie gut funktioniert das neue E-Ticket?

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Im Selbstversuch haben Svenja Jesse (links) und Hannah Decke das E-Ticket in den Hammer Bussen getestet.

Hamm - Lange wurde es angekündigt, nun ist es endlich da: Seit dem 1. April gibt es ein neues Ticketsystem in den Bussen der Stadtwerke. Wie gut das neue Ticketsystem funktioniert und wie es bei den Hammern ankommt, das wollten wir im Selbstversuch herausfinden.

Mit den sogenannten E-Tickets – Chipkarten, die beim Einsteigen vor einen Sensor gehalten werden – sollen die Fahrgäste Zeit sparen. Zudem soll es über die Zeit, Papiertickets ersetzen. Mit zwei Abotickets des Westfalentarifs, einem der Preisstufe 0 und einem der Preisstufe 1, haben wir mehrere Linien der Stadtwerke und des privaten Busunternehmens Breitenbach getestet. Hier unsere Erfahrungen:

Wie funktioniert das E-Ticket?

Der Ticketscanner befindet sich im Eingangsbereich auf der linken Seite der Busse. Um das Ticket vor den Scanner zu halten, mussten wir allerdings kurz stehen bleiben. Etwa eine Sekunde dauert es, bis das Gerät das Ticket erkannt, und im besten Fall mit einem grünen Haken akzeptiert hat. Zu schnell weggezogen, erscheint ein gelber Pfeil mit der Anweisung, es noch einmal zu versuchen.

In den getesteten Stadtwerkebussen funktionierte das System einwandfrei, in den Breitenbachbussen, hieß es, der Scanner funktioniere nicht. Von Breitenbach gab es auch nach mehreren Anfragen keine näheren Auskünfte. Nach Informationen der Stadtwerke befinde sich das System bei Breitenbach in der letzten Testphase.

Ist das gültig, erschein auf dem Display ein grüner Haken.

Spart das Ticket wirklich Zeit?

Wirklich zügiger funktionierte das Einsteigen durch die Tickets nicht. Zum einen entstand ein leichter Rückstau, weil wir vor dem Gerät stehen bleiben mussten. Zum anderen blieben die Ticketkäufer vor dem Busfahrer stehen, sodass wir nicht vorbeikamen. Die „links gehen, rechts stehen“-Regel scheint sich noch nicht durchgesetzt zu haben.

Wenn das Ticket ungültig ist, erscheint ein rotes Kreuz in Verbindung mit einem Signalton. Der Busfahrer kann auf seinem Bildschirm genauere Informationen dazu abrufen.

Ähnliche Erfahrungen hat auch E-Ticket-Besitzerin Gabriele Kirchhoff gemacht. „Ich schätze, dass es sich einpendeln wird, aber momentan ist es so, dass wenn Viele einsteigen wollen, es länger dauert“, so die 57-Jährige. Ein anderer Negativpunkt sei für die Hammerin das fehlende Bild auf den Chipkarten. „Wenn man kontrolliert wird, muss man immer noch zusätzlich seinen Ausweis zeigen. Es wäre doch einfacher, wenn ein Foto auf der Karte wäre.“

Wie kommt das Ticket bei den Hammern an?

Obwohl zuvor groß beworben, scheint das E-Ticket sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Von einigen Fahrgästen wird das Lesegerät noch misstrauisch beäugt, eine Dame versuchte ihr Papierticket darin zu entwerten. Auch bei unserer Umfrage in der Hammer Innenstadt sorgte der Begriff „E-Ticket“ noch für Verwirrung. „Das sind diese Tickets auf dem Handy“, war sich Studentin Anna (25) sicher.

Auch Anton (28) dachte, es handle sich um einen QR-Code auf dem Handy. Unser Fazit: Bei unseren Testfahrten durch das Hammer Stadtgebiet hat die Technik einwandfrei funktioniert. Wir hatten allerdings nicht das Gefühl, Zeit zu sparen. Auch unsere Mitfahrer schien das neue System bisher eher aufzuhalten, als den Ablauf zu beschleunigen. Vielen war es einfach nicht bekannt.

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