WA.de-Leser haben eindrucksvoll klargestellt:

Hamm ist ein Schmelztiegel mit einem Herzen aus Kohle!

Lichter der Stadt durchziehen Hamm wie flüssige Lava: Die Schmelztiegel-Situation macht eine unstrittige Identifizierung mit der Stadt nicht gerade leicht.
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Lichter durchziehen Hamm wie flüssige Lava: Die Schmelztiegel-Situation macht eine unstrittige Identifizierung mit der Stadt nicht gerade leicht.

Ist Hamm… Ruhrgebiet? Münsterland? Ostwestfalen? Oder sogar ein bisschen Sauerland? Oder gar nichts von alledem? Wo sehen Sie Ihre Stadt? Das haben wir Sie kürzlich gefragt – und sie haben laut und stark geantwortet.

Hamm – Unsere riesige Stadt ist ein Flicken-Rondell bemerkenswert verschiedenartiger Stadtbezirke, die wiederum an ebenso verschiedenartigste Regionen grenzen. Ein Schmelztiegel unterschiedlichster Zugehörigkeiten und Wahrnehmungen, vielschichtig bedingt durch die wechselhafte Geschichte und verschiedenste heraus und hinein fließende Ströme.

Wir wollten von Ihnen wissen: Wo steht Hamm im Jahr 2021, welches Herz schlägt in der Stadt am lautesten? Den Takt haben eindeutig Sie vorgegeben und zigtausendfach klargestellt: Bei den Antworten ging es nur bedingt um Geschichte und Geografie, sondern um Sympathie, Empathie und Identifikation. Das erklärt vermutlich auch die Leidenschaft, mit der sich zigtausende Hammer an dieser Aktion beteiligt haben: Wir sind beeindruckt!

Hamm ist... So haben Sie abgestimmt:

Beeindruckt sind auch vom Ergebnis: Obwohl der Kohlenstaub längst weg ist und die Lunge immer grüner wird, entfielen sage und schreibe 60 Prozent (!) der Wahlstimmen auf die traditionellste der sechs Antwortmöglichkeiten: nämlich das „Ruhrgebiet“. In der Politik spricht man hier von einer „absoluten Mehrheit“. Viele Ihrer Begründungen sind vor allem eines: klar und ehrlich formuliert, mit „Herz und Schnauze“ gewissermaßen.

Aber: Für viele Hammer ist ihre Stadt auch „einzigartig“. Diese Option landete immerhin mit knapp 13 Prozent noch auf Platz 2 und damit vor dem (Negativ-) Stempel „Niemandsland“. Warum das? Und warum fühlen sich etliche Hammer wiederum ganz anderen Regionen zugehörig? Das erklären die vielen hundert Zuschriften, die uns auf den verschiedenen Wegen erreicht haben, am allerbesten selbst. Wir haben eine kleine, aber feine und möglichst repräsentative Auswahl getroffen, um sie hier wiederzugeben. Vielen Dank an alle Teilnehmer, und viel Spaß beim Lesen!

Auch Hamm ist „Ruhrpott“: „Watt wenn nich wir, ey?“

  • „Ich samma so: watt wenn nich wir is Ruhrpott, hä? Hömma, sonne Frage kannse doch gar nich stellen! Hasse am Blitz geleckt, oda watt? Man man man, ey....“ (Alexander von Boemmel, via Facebook)
  • „Wir sind die Ruhrpottkanaken!“ (Nik Knillmann, via Facebook)
  • „Ich erzähle als Ortsheimatpfleger für Uentrop meinen Gästen, dass wir hier im nord-östlichen Kohlenrevier sind, am Rande des Kohlenpotts. Das zeigen auch Karten und Dokumente in den Museen wie dem DBM Bochum. Natürlich gibt es Verbindungen in das Münsterland, Sauerland – aber ich glaube, das ist überschaubar.“ (Stephan Moor, via Facebook)
  • „Aus Dortmund (tiefstes Ruhrgebiet) zugezogen, ist Hamm für mich das östliche Ruhrgebiet.“ (Stephie No, via Facebook)
  • „Für mich ist Hamm einfach der östlichste Teil des Ruhrgebiets... Das war schon immer so – auch während der Jahre, die wir in der Schweiz gewohnt haben. Wir sind immer nach Hause in den Ruhrpott gefahren.“ (Stefanie Janke-Heidemeier, via Facebook)
  • „Hamm ist natürlich das östliche Tor zum Ruhrgebiet! Was, wenn nicht die folgende Auflistung an Gründen bzw. Merkmalen, spricht sonst dafür?! Unsere Zechensiedlungen, unsere Multi-Kulti-Bevölkerung, Datteln-Hamm-Kanal, aktiver Taubensport, der Kiosk & die Trinkhallen, Dönerbuden, Fußball-Begeisterung für die Revierclubs, Radbod, Heinrich Robert, Sachsen, Maximilian (Park), alte Bierstadt (Isenbeck), Currywurst von Schanzenbach, WDI, Union, Thyssen, Güterrangierbahnhof, etc. Sach ma, bisse nich der ... wo kommse nomma wech? Wat! Is ja n Ding, hömma, ich bin auch aus Hamm.“ (Tobias Rüth, per Mail)
Für viele Hammer ein echter Identitätsstifter: der Bergbau. Dieses Bild bringt einen Förderturm von Radbod (Bockum-Hövel) nah an die Pauluskirche (Innenstadt) heran.
  • „Mit den ehemaligen Zechen-Standorten ist der Bezug zum Ruhrgebiet meiner Meinung nach am ehesten nachzuvollziehen. (...) Wenn ich im Urlaub gefragt werde wo Hamm liegt, antworte ich immer: Das östliche Ende vom Ruhrgebiet, etwa 40 Kilometer von Dortmund entfernt.“ (Uwe Fricke, per Mail)
  • „Hamm gehört zum Ruhrgebiet. Weil: Sprache (man hört eher Ruhrdeutsch als sauerländische Redewendungen), Verbindung mit anderen Städten des Ruhrgebiets, Industrie, bunte Menschen und gemischte Kulturen, Offenheit der Menschen (hallo, Ostwestfalen!). Ich lebe (leider) nicht mehr in Hamm. Aber ich identifiziere mich mit der Stadt, dort ist meine Heimat. Ich will zurück in der Gegend, wenn nicht nach Hamm – dann ins Ruhrgebiet. ...weil Hamm zum Ruhrgebiet gehört ;-) Liebe Grüße nach ‘Zuhause’.“ (Adrianna, per Mail)
  • „Geografisch eher zum Münsterland, aber von der Mentalität der Bevölkerung eher Ruhrgebiet (leider). Das fällt mir als gebürtigem Hamburger leicht auf.“ (auf WA.de)
  • „Ich verbinde Hamm mit dem Ruhrgebiet. Es stinkt nach Industrie, der Verkehr ist eine Katastrophe. Möchte als echter Hammenser ins Münsterland ziehen... hab Sehnsucht.“ (auf WA.de)
  • „Ich gehöre, Hamm gehört zum Pott, und nirgendwo anders hin! Hinter Uentrop ist erst Ostwestfalen! Und nicht vergessen: Unser Trinkwasser kommt aus der Ruhr!“ (Holger Friedhelm Schaaf, per Mail)

Hamm ist „einzigartig“: „Tor zu den schönsten Regionen Westfalens“

  • „Hamm ist einzigartig. Bei seiner Gründung war es wahrscheinlich mehr in Richtung Börde orientiert, also bäuerlich geprägt. Dann erfolgte der Umbau zur Stadt, wurde Hauptstadt der Grafschaft Mark, wurde Gerichtsstandort, hatte in seinen Mauern 62 Brauereien und Braustellen, wandelte sich dann zum Industriestandort und wird jetzt langsam wieder eine Gerichtsstadt mit Generalstaatsanwalt, Oberlandesgericht, Amtsgericht, Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht. Man versucht auch den Status Bad Hamm wieder zu erlangen und wird langsam eine grüne Stadt.
  • Ich lebe jetzt 74 Jahre in Hamm und bin hier geboren auch meine Familie lebt schon seit einigen Generationen hier und ist aus dem Sauerland, dem Ruhrgebiet und Lipperland vor Jahrhundert nach Hamm gekommen, und genau daraus ist der Hammer geworden, der in seiner Art einzigartig ist. Aber was ist Hamm noch? Hamm ist Heimat und Westfalen.“ (Angelika und Klaus Krause, per Mail)
  • „Warum muss Hamm irgendwo eingeordnet werden? Hamm ist Hamm und fertig.“ (Eva Sand-Er, via Facebook)
  • „Hamm ist einzigartig, denn es ist das Tor zu den schönsten Regionen Westfalens. Diese einzigartige Lage müsste eigentlich mit einem guten Marketingkonzept hervorragend beworben werden können!“ (Klaus Reuter, per Mail)
  • „Hamm profitiert durch seine günstige geografische Lage von den Qualitäten aller angrenzenden westfälischen Landesteile. Hamm ist und bleibt so das ‘Herz von Westfalen’.
  • Allerdings: Manchmal dürfte dieses Herz ein wenig stärker pochen.“ (Frank Mattern, per Mail)
  • „Die ‘unterschätzte Vielseitige’. Großstädte wie Hamburg, München, Frankfurt und Berlin haben alle einen Begriff mit dem diese jeweilige Stadt identifiziert wird. Das ist in Hamm die nicht offensichtliche Vielseitigkeit. Sportarten machen oder gucken, soviel wie in kaum in einer anderen Stadt. Schnell in den angrenzenden Regionen, Kultur, Ruhrgebiet, Sauerland… Besonders das Kulturprogramm ist toll. Und vieles mehr, was das Leben hier lebenswert macht.
  • Die Stadt ist ein gesunder Kompromiss.“ (Klaus Grundel, per Mail)
  • „Stadt-Land-Pott. Das trifft es, und nicht die regionale Zuordnungen. Hamm hat von jedem etwas.“ (Karsten Luke, per Mail)
  • „Hamm ist einzigartig, weil dort tolle Menschen leben und es viele schöne Gegenden gibt.“ (Manfred Möller, per Mail)
  • „Hamm erwacht gerade aus einem Dornröschenschlaf. Die Menschen sind offen für neue Ideen, wollen etwas verändern, bewegen. Dabei treffen sie in der Politik auf offene Ohren.
  • Ja, wir alle wollen Hamm nach vorne bringen, weil wir unsere Stadt lieben. Das finde ich riesig. Dieses Gefühl geht über alle Stadtbezirksgrenzen hinweg.“ (auf WA.de)

Hamm: Einflüsse auch aus Norden, Süden und Osten

  • „Das Bauamt wollte uns das Dach mit schwarzen Dachpfannen vor 20 Jahren abdecken lassen. Begründung: Hamm ist das Tor zum Münsterland, deshalb gingen nur rote Dächer! Beim Blick von oben sieht man unser noch immer schwarz gedecktes Haus im Bereich alter Zechenhäuser (Ruhrgebiet!) mit ihren schwarzen Dachpfannen. Vielleicht hätte diese Umfrage früher schon stattfinden sollen!“ (Josef-Peter Schmidt, per Mail)
  • „Als Bockum-Höveler mit Jahrgang 1967 fühle ich mich mehr dem Münsterland verbunden. Hamm südlich der Lippe ist für mich eine andere, nicht lebenswerte Welt.“ (Michael Chmielewski, per Mail)
  • „Hamm liegt an der Lippe, daher finde ich die Zugehörigkeit zu Ostwestfalen-Lippe sehr zutreffend.“ (Thomas Wilde, per Mail)
  • „Im Jahre 1226 wurde Hamm von Graf Adolf von der Mark I gegründet. Der Stammsitz der Grafen von der Mark war die Burg Altena im Sauerland. Hamm und Altena haben noch heute das gleiche Wappen. Historisch ist demnach Hamm dem wunderschönen Sauerland und der einstigen Grafschaft Mark zuzuordnen. Das Sauerland ist auch heutzutage für mich für Erholung und Freizeitaktivitäten unverzichtbar, daher neige ich dazu, Hamm dieser Region zuzuordnen.“ (Ulrich Weber, per Mail)
Keimzelle der Stadt: der Burghügel Mark.

„Hamm“ ist auch Gelächter und Radioprobleme

  • „Ich lebe seit 56 Jahren in Hamm. Seit dieser Zeit habe ich keine schlüssige Antwort auf die (Identitäts-)Frage (...) Unterstrichen wird die ‘Niemandslandthese’ durch die Zuordnung bzw. Verteilung der Frequenzen, auf dem der WDR 2 seine Lokalsendungen ausstrahlt. Hamm liegt exakt im Schnittpunkt von 6 Funkfrequenzbereichen.“ (Manfred Scheffler, per Mail)
  • „Ich bin vor mehr als zehn Jahren aus einem ganz anderen Teil Deutschlands nach Hamm zugezogen, bin also frei von lokalpatriotischer Vorprägung (...). Ich habe in fast jeder Richtung (Münsterland, Ruhrpott, Sauerland) schon gerümpfte Nasen der dortigen ‘echten’ Eingeborenen erlebt, wenn ich darüber sinniert habe, ob Hamm zu einem der genannten Territorien gehört (allerdings war es beim Ruhrpottler keine gerümpfte Nase, sondern schallendes Gelächter). Hamm ist territorial meiner Meinung das, was es auch selbst in der Innenstadt ist: einfach nix.“ (auf WA.de)
  • „Frag mal in Duisburg oder Gelsenkirchen. Da will niemand was von Hamm als zum Ruhrgebiet zugehörig wissen.“ (Daniele Glintzer, via Facebook)

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