Anbieter aus Uentrop macht in Hessen Schlagzeilen

Vorwürfe gegen Hammer Sicherheitsfirma „Asgaard“ - Politiker auf der Palme

Mitarbeiter von „Asgaard“ bereiten sich auf einen Einsatz vor.
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Mitarbeiter von „Asgaard“ bereiten sich auf einen Einsatz vor. (Archivfoto von 2017)

Staats- und Verfassungsschützer blicken derzeit nach Uentrop – genauer auf die Sicherheitsfirma „Asgaard“, die an der dortigen Kranstraße seit Ende 2016 ihren Sitz hat.

Hamm – „Asgaard“ vermittelt nach eigener Auskunft Sicherheitspersonal in Krisengebiete und wirbt dafür unter anderem Ex-Soldaten und Ex-Polizisten an. „Nur für echte Männer“ lautet die Ansage an potenzielle „Asgaard“-Bodyguards, und für einen solchen hielt sich offenbar auch ein 41-jähriger Kriminalkommissar, der bei der Frankfurter Polizei beschäftigt ist.

In seinen Urlauben soll er für die Uentroper Sicherheitstruppe tätig gewesen sein, was auch den hessischen Innenminister Peter Beuth auf die Palme brachte: „Wir haben es bei dem konkreten Fall des Frankfurter Polizeibeamten mit einem sehr ernsten Fehlverhalten und womöglich einer handfesten Straftat zur persönlichen Bereicherung zu tun. Dem gehen die Ermittlungsbehörden strafrechtlich und auch disziplinarisch mit allen Mitteln nach. Das Rechtsverständnis dieses Beamten ist offenkundig derart verrutscht, dass er für mich nichts mehr in der hessischen Polizei verloren hat. Ein Polizeibeamter hat bei einer derartigen Firma nichts zu suchen – weder in einer genehmigten noch in einer nicht genehmigten Nebentätigkeit.“

Der Kommissar soll laut hessischem Landeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft ferner Abfragen aus polizeilichen Datenbanken durchgeführt haben und diese Infos gewinnbringend für seine „Asgaard“-Nebentätigkeit verwendet haben.

„Asgaard“-Räume in Uentrop durchsucht

Am 20. August wurden nicht nur die Wohnung und Dienststelle des nun suspendierten Polizisten durchsucht, sondern auch die „Asgaard“-Räumlichkeiten in Uentrop. Hierbei wurde nach WA-Informationen auch eine stattliche Anzahl von – leeren – 30-Schuss-Magazinen für Feuerwaffen gefunden. Ob „Asgaard“ mit solchen Dingen Handel treibt, blieb gestern bis Redaktionsschluss von der Sicherheitsfirma unbeantwortet. Wie aus Ermittlerkreisen verlautet wurde, sollen Vertrieb und Besitz seit dem 1. September 2020 nicht mehr rechtens sein. Weil die Durchsuchung eher stattfand, gebe es aber nun auch kein rechtliches Packende.

Minister Beuth erklärte ferner: „Die hessischen Ermittler stehen in einem engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden des Bundes sowie der Länder und prüfen dabei auch, inwiefern sich aus den hier laufenden Ermittlungen Hinweise auf mögliche weitere Straftatbestände im Zusammenhang mit der Sicherheitsfirma aus NRW ergeben.“

Personenschützer der Asgaard Security German Group in Uentrop

Personenschützer der Asgaard Security German Group sind in Uentrop gelandet.
Personenschützer der Asgaard Security German Group sind in Uentrop gelandet.
Personenschützer der Asgaard Security German Group sind in Uentrop gelandet.
Personenschützer der Asgaard Security German Group sind in Uentrop gelandet.
Personenschützer der Asgaard Security German Group in Uentrop

„Asgaard“ machte schon früher Schlagzeilen

„Asgaard“ hat in Hamm und der Umgebung schon früher Schlagzeilen gemacht. Im Januar 2017 berichtete WA.de über eine „ziemlich spezielle Trainingseinheit“, kurz darauf über ein umstrittenes Abseiltraining und wieder etwas später über das Werben um „echte Männer“. Im Juli 2017 tauchte "Asgaard" im Zusammenhang mit Söldnereinsätzen in Somalia auf.

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