Stadt äußert sich zum aktuellen Corona-Vorgehen

Etliche positive Tests in Hamm, aber (noch) keine weitere Mutation entdeckt

Wieder einmal ist Hamm Nabel der medialen „Corona-Welt“. Zunächst die Vorkommnisse bei Westfleisch, später bei der Großhochzeit und nun das Vorgehen nach dem Auftauchen der gefährlichen britischen Virusmutation. Dazu gibt es jetzt neue Informationen der Stadt.

Hamm - Am Montag tauchte erstmals der britische Stamm B1.1.7 des Coronavirus in Hamm auf; er gilt als besonders ansteckend und daher als besonders gefährlich. Sie wurde bei einem Montage-Arbeiter nachgewiesen. Im Zuge eines Großeinsatzes von Polizei und mobilen Testteams wurden 80 Menschen unter Quarantäne gesetzt. Viele Menschen treibt die Frage um, ob die jüngsten Erkenntnisse die so lange ersehnte und jetzt spürbare Corona-Entspannung bedroht. Immerhin greift die britische Mutation deutschlandweit inzwischen stark um sich. (News zum Coronavirus in Hamm)

Coronavirus-MutationVariante B1.1.7
ZeitpunktSeit September 2020 in Großbritannien
Besonderheitenleichter von Mensch zu Mensch übertragbar, höhere Reproduktionszahl
SterblichkeitLaut RKI gibt es erste Hinweise, dass die Mutation mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könnte

Ist die Sorge berechtigt? Am zweiten Tag nach dem Großeinsatz an mehreren Orten der Stadt machte es Oberbürgermeister Marc Herter jedenfalls lange spannend. Erst am frühen Nachmittag äußerte er sich zur aktuellen Entwicklung und zum weiteren Vorgehen. Das Wichtigste in Kürze: Es gibt zwar etliche positive Corona-Tests, aber (noch) keinen weiteren bestätigten Mutations-Fall; die Laborauswertungen laufen auf Hochtouren. Mit dem Vorgehen zeigt man sich bei der Stadt indes zufrieden und man würde es in vergleichbaren Fällen immer wieder so machen.

Das Vorgehen der Stadt nach dem Erkennen der briitischen Virus-Variante provozierte ein ungewöhnlich starkes Medienaufkommen in Hamm.

Britische Corona-Mutation in Hamm: 78 PCR-Tests ausgewertet

„Mit Sorge“ zitierte Herter die erst wenige Stunden zuvor von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn öffentlich gemachten Anteile der britischen Mutation am Gesamtgeschehen. Für Hamm erwarte man durchaus ähnliche Zahlen; noch gebe es diese aber zum Glück nicht.

Die der ersten Serientestung gezogenen 78 PCR-Tests seien inzwischen ausgewertet, sagte Herter in einer virtuellen Pressekonferenz. 61 Tests seien negativ, 16 weitere positiv (ein Ergebnis fehlt noch). Das ist eine Positiv-Quote von rund 20 Prozent, was die reinen Corona-Tests betrifft. Ob weitere Mutations-Fälle darunter sind, ist allerdings unklar: Diese Ergebnisse einer entsprechenden tieferen Sequenzierung benötigen eine knappe Woche Wartezeit. Die Labore arbeiteten aber „auf der Überholspur“, so Herter. Ins Krankenhaus habe bislang übrigens niemand gebracht werden müssen.

Britische Corona-Mutation in Hamm: Inzidenzwert steigt wieder

Angesichts der vielen neuen Positivfälle hält Herter die Aktionen vom Montagabend und von Dienstag auch rückblickend für völlig richtig: In keinem Altenheim habe man bisher eine solche Quote gehabt. Der OB gibt zu bedenken, dass die aktuelle Entwicklung den 7-Tage-Inzidenzwert in Hamm zumindest übergangsweise wieder nach oben treibe; am Mittwoch lag er prompt wieder bei 85,6.

Weil es im Nachgang des Großeinsatzes zu einer Vermischung von Quarantäne- und Nichtquaratäne-Fällen kam, mussten in einem eigentlichen nicht betroffenen Haus am Dienstag weitere 19 Proben genommen werden. Von diesen sei aber angesichts des kurzen Zeitraums noch keine ausgewertet, erklärte Herter. Durch die unmittelbare Ausweitung der Quarantäne-Situation habe man jedoch weitere Gefahren für Dritte ausschließen können.

Corona-Einsatz gegen britische Mutation in Hamm

Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Corona-Einsatz gegen britische Mutation in Hamm

Britische Corona-Mutation in Hamm: 98 Personen in Quarantäne

Insgesamt seien nunmehr 98 von der aktuellen Aktion Betroffene in häuslicher Quarantäne. Wieviele Männer, Frauen und Kinder darunter seien, weiß die Stadt noch nicht. Alle Arbeitsstätten der Betroffenen befinden sich nicht auf Hammer Stadtgebiet.

Der Hammer OB nennt das strikte Vorgehen in diesen aus mehreren Gründen recht unübersichtlichen Bereichen sowie angesichts des fatalen Quarantäne-Bruchs im Hammer Westen vorbildlich für das weitere Vorgehen in vergleichbaren Fällen. Ein Sicherheitsdienst werde weiterhin sicherstellen, dass die Betroffenen die Vorgaben einhielten. Bisher sei es „an allen Standorten ruhig“; weitere Komplikationen seien nicht gemeldet worden.

Britische Corona-Mutation in Hamm: Entwarnung für Altenheim

Herter hatte am Mittwoch aber auch eine „erfreuliche Entwarnung“ im Gepäck: In einem Hammer Altenheim seien aktuell viele Tests ausgewertet worden - eine Mutation sei nicht darunter. Der OB mahnte, dass weiterhin vor allem Kontaktbeschränkungen, Hygiene und Kontaktnachverfolgung die Mittel der Wahl seien.

Übrigens hat sich offenbar auch NRW-Innenminister Herbert Reul mit der britischen Corona-Variante infiziert.

Rubriklistenbild: © Osiewacz

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