Vor der Stichwahl ums OB-Amt in Hamm

Herter stellt 100-Tage-Plan vor und will „Versprechen schnell umsetzen“

Elf Punkte für 100 Tage: Marc Herter will in Hamm Oberbürgermeister werden.
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Elf Punkte für 100 Tage: Marc Herter will am 27. September zum Oberbürgermeister gewählt werden. Jetzt hat er vorgestellt, was er als erstes umsetzen und woran er sich messen lassen will, falls er die Wahl gewinnt.

Hamm - Marc Herter (SPD) hat einen Plan für das vorgestellt, was er in den ersten 100 Tagen im Amt schaffen will, falls er am 27. September zum Oberbürgermeister der Stadt Hamm gewählt wird.

Der SPD-Kandidat sagt: „Wir wollen unsere Versprechen schnell umsetzen.“ Wir haben die elf Eckpunkte seines 100-Tage-Plans gefiltert und für Sie aufgearbeitet:

Kita-Beiträge

Herter will als erste Amtshandlung die Kita-Beiträge erst einmal bis zum Jahresende auf die Hälfte reduzieren, um Familien mehr finanziellen Spielraum während der Corona-Pandemie zu geben. Danach soll eine „neue, familienfreundlichere Berechnung erarbeitet“ werden. Niedrige Gebühren dürften dann aber nicht die Qualität der Betreuung mindern.

Wasserstoff

In Uentrop soll – wenn es nach Herter geht – in Zukunft in großem Stil Wasserstoff produziert werden. Zumindest die ersten Planungsschritte dafür sollen in den ersten 100 Tagen erfolgen. „Natürlich können wir in 100 Tagen keine Wasserstoff-Produktion aufbauen. Wir wollen aber eine verbindliche Allianz aus Produzenten und Abnehmern schmieden.“ Zur Finanzierung der Planung und Studien sollen Mittel aus dem Fünf-Standorte-Programm zum Ausstieg aus der Steinkohle dienen. Die Umsetzung soll dann mit Fördergeldern für erneuerbare Energien bezahlt werden.

Radverkehr

Herter will kreuzungsfreie Radschnellrouten aus jedem Bezirk in die Innenstadt konzipieren. Dafür sollen in den ersten 100 Tagen alle Planungsaufträge vergeben sein.

Rangierbahnhof

Für die Wiederbelebung des Güterbahnhofs soll eine Entwicklungsagentur gegründet werden. Vorbild ist die Agentur zur Überplanung des Bergwerks Ost. Die DB Cargo und der Hammer Hafen müssten zusammengebracht werden. Knackpunkt: Die Eisenbahnbrücke über Kanal und Lippe an der Hafenstraße ist marode. Die aufwendige Erneuerung wurde durch die Bahn bereits mehrfach verschoben. Eine solche Mega-Baustelle hätte auch Auswirkungen auf den Umbau des Rangierbahnhofs und die dafür eingeplante B63n. Herter dazu: „Die Planungen müssen aufeinander abgestimmt und vereinheitlicht werden.“

Anliegerbeiträge

Herter will mit einer Resolution zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge ans Land herantreten. In Eigenregie abschaffen könne auch er die Beiträge nicht: „Es wurde zuletzt der Eindruck erweckt, wir könnten das im Rat. Das sind Fake News. Es war schwer genug, solche Aussagen von Pro Hamm und den Linken weg zu moderieren“, so Herter. Beim Land will er damit durchdringen, dass die neue Regelung der Straßenausbaubeiträge ein Bürokratiemonster ohne Wert sei.

Marc Herter genießt am Abend der Kommunalwahl bei der Wahlparty im Kurhaus den Augenblick.

Corona-Folgen

Herter will die aus seiner Sicht schwerwiegenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen für Vereine, Verbände, Schausteller, Künstler, Kultur und Gastronomen abmildern. Dafür soll eine Einsatzgruppe aus Mitarbeitern verschiedener Ämter gegründet werden, die als feste Anlaufstelle bei Fragen zu Förderungen, Anträgen und Formularen niederschwellig zur Verfügung steht. „Die Menschen sollen sich nicht mehr durchfragen oder von Amt zu Amt laufen müssen.“

Innenstadt

Eine Innenstadt-Konferenz soll Vermieter, Geschäftsleute und andere Parteien zusammenbringen, die zur Belebung der Innenstadt beitragen können. Solche Versuche gab es bereits einige, ohne nennenswerten Erfolg. Herter: „Wir wollen da mit konkreten und wirtschaftlichen Vorschlägen reingehen und nicht nur einzelne Interessen moderieren.“

Bezirksteams

Das Ordnungsamt soll mit dezentralen Teams in den Bezirken vor Ort für Sicherheit und Sauberkeit sorgen. „So haben die Mitarbeiter auch ein anderes Verantwortlichkeitsgefühl für ihren Bereich und wissen genau, wo der Schuh drückt“, sagt Herter. Das sei mit einer personellen Aufstockung verknüpft.

Stadtentwicklung

Für die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) wurde kurz nach der Kommunalwahl 2014 die Grundsteuer B erhöht. An der teuren SEG will Herter festhalten, sie aber anders ausrichten. Es sollen nicht mehr nur Schandflecke beseitigt sondern von dem Geld auch Schulen und Kitas modernisiert werden.

Breitbandausbau

Herter will sicherstellen, dass beim Glasfaserausbau alle Gewerbegebiete berücksichtigt werden und so schnelles Internet bekommen.

Führungsstil

Herter will die Bürger und Verwaltungsmitarbeiter stärker in Entscheidungsprozesse einbinden. Vor allem in der Verwaltung sieht er Bedarf für einen Wandel. „Ich finde es wirklich dramatisch, wie tief insbesondere bei den Sachbearbeitern in der Stadtverwaltung der Frust sitzt. Sie sagen: ,Wir wollen wieder mehr gehört werden.‘ Da liegt so viel Potenzial brach.“

Kommunalwahl 2020 in Hamm im Kurhaus und im Rathaus

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