Zur Serie „Was braucht mein Bezirk?“

Vor der Schrumpfkur werden wir in Hamm mehr und älter

Sehr unterschiedlich: Was man in Hamm erlebt und beobachtet, hängt stark davon ab, wo man lebt.
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Sehr unterschiedlich: Was man in Hamm erlebt und beobachtet, hängt stark davon ab, wo man lebt. (Ein Klick rechts oben in das Bild zeigt die komplette Grafik.)

Dass sich die Lebenswirklichkeiten in Hamm voneinander unterscheiden, erfährt jeder, der mal durch die Stadt spaziert. Das zeigt sich aber auch spannenden in Daten, die die Stadtverwaltung mitteilt.

Hamm – In einigen Bezirken der Stadt Hamm leben viele Ältere, in anderen viele Kinder. In manchen Stadtteilen hat fast die Hälfte der Bevölkerung eine Zuwanderungsgeschichte, in anderen nur jeder Sechste. Wie unterscheidet sich die Bevölkerung in den Bezirken? Ein Überblick.

Wie viele Hammer es gibt

Es leben wieder mehr Menschen in Hamm. Die Einwohnerzahl ist binnen eines Jahres um knapp 1000 Menschen gestiegen. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 lebten 180.793 Menschen in der Stadt. Das ist vor allem damit zu erklären, dass deutlich mehr Menschen nach Hamm zogen als die Stadt verließen. Durch Geburten wäre die Bevölkerungszahl nicht zu halten gewesen. Schließlich kamen nur 1600 Babys auf die Welt, während 2200 Einwohner verstorben sind.

Hamm wird bis 2040 deutlich schrumpfen

Die Hammer Bevölkerung wird laut einer Modellrechnung in den nächsten 20 Jahren deutlich schrumpfen. Auch die Landkreise rund um Hamm werden demnach Einwohner verlieren, Münster wird dagegen deutlich wachsen.

Wo die Jungen leben

Schlechte Nachricht: Es gibt immer weniger Kinder in der Stadt. Die Zahl der unter 18-Jährigen ist in den vergangenen zehn Jahren um knapp drei Prozent geschrumpft und liegt nun bei gut 31.300 Personen. Besonders hoch ist der Anteil der Kinder in Heessen, Herringen und Bockum-Hövel mit 18 bis 19 Prozent der Bevölkerung. Vor allem in Uentrop gibt es wenig Kinder – prozentual gesehen ist ihr Anteil mit 15 Prozent hier am geringsten.

Wo die Älteren leben

Im Umkehrschluss heißt das auch: In Uentrop leben vergleichsweise viele Senioren. Inzwischen ist jeder Dritte in diesem Bezirk 60 Jahre und älter, in Rhynern ist der Anteil fast genauso hoch. In beiden Bezirken gibt damit heute es mehr Menschen über 60 Jahre als unter 30.

Den geringsten Anteil von Menschen über 60 Jahren gibt es in den Stadtbezirken Mitte und Herringen: Hier ist jeder vierte Einwohner 60 Jahre und älter.

Unsere Serie: Wohin geht’s, Hamm?

Was zeigt dieser Zahlensalat? Dass Hamm sich verändert. Durch Corona, durch die Digitalisierung, die Alterung, viele weitere Prozesse. Doch wie wünschen sich die Hammer die Veränderungen? Was schätzen sie an ihrer Stadt, was muss sich bessern? Das möchten wir in der neuen Serie „Was braucht mein Bezirk?“ ergründen. In jedem Stadtbezirk stellen wir Themenschwerpunkte vor und fragen Sie als Leser nach ihrer Meinung (siehe Infos und Übersichten unten im Artikel!).

Entwicklung der Altersgruppen

Dass Hamm altert, betrifft allerdings die ganze Stadt. Innerhalb einer Dekade wuchs die Zahl der über 80-Jährigen um 2 900 Menschen und damit um 30 Prozent. Ein derart starkes Bevölkerungswachstum gab es in keiner anderen Altersgruppe. Das ist eine sehr gute Nachricht, heißt es doch, dass wir in Hamm älter werden und nicht mehr so jung sterben wie noch vor zehn Jahren. Auch die 60- bis 79-Jährigen werden mehr, diese Gruppe wuchs um fünf Prozent. Zu dieser Altersgruppe gehören damit nun 38 200 Menschen. Die Zahl derer in der Lebensmitte zwischen 45 und 59 Jahren blieb fast gleich, zu ihr gehören heute knapp 39 100 Hammer.

Weniger in Lebensmitte

Am deutlichsten geschrumpft ist die Zahl der 30 bis 44-Jährigen, nämlich um 3,8 Prozent auf knapp 34.000 Menschen. Dafür gibt es heute mehr Hammer zwischen 18 und 29 Jahren, nämlich knapp 26.000, das entspricht einem Wachstum von 2,2 Prozent. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 dagegen sank um 2,9 Prozent auf gut 31.300.

Religion

Die Kirche verliert an Bedeutung. Katholisch oder evangelisch sind heute noch knapp sechs von zehn Hammern. Vor zehn Jahren lag der Anteil bei 70 Prozent. So viele Evangelische und Katholische gibt es nun nur noch in Rhynern und Uentrop. In Herringen und der Stadtmitte dagegen gehören noch heute noch 50 beziehungsweise 51 Prozent einer Kirche an.

Migration

Inzwischen haben fast vier von zehn Hammern einen Migrationshintergrund. Darunter versteht die Verwaltung Personen, die bei der Geburt keine deutsche Staatsbürgerschaft hatten oder bei denen das auf mindestens einen Elternteil zutrifft. Einen Migrationshintergrund hatten am 31. Dezember 39 Prozent der Hammer, vor fünf Jahren lag der Anteil bei 31 Prozent.

Am höchsten ist der Anteil der Migranten in Herringen, er liegt bei 49 Prozent. In Heessen liegt er bei 48 Prozent, in der Stadtmitte 46 Prozent, in Bockum-Hövel bei 42 und in Pelkum bei 36 Prozent. In Rhynern dagegen haben nur 17 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund, in Uentrop ist es jeder Vierte.

Neue Serie: Was braucht mein Bezirk? Diskutieren Sie mit!

Dieser Artikel ist Teil unserer neuen Serie „Was braucht mein Bezirk?“. Pandemie, Digitalisierung, Alterung und weitere Prozesse beeinflussen das Leben in Hamm. Wie verändert sich unser Zusammenleben? Was wollen und brauchen die Menschen? In unserer Serie nähern wir uns diesen Fragen im direkten Lebensumfeld der Hammer: in ihrem Stadtbezirk. Pro Bezirk haben wir mindestens zehn Schwerpunktthemen festgelegt, über die wir ausführlich in der gedruckten Zeitung sowie auch online berichten: immer dienstags, donnerstags und am Wochenende. Am wichtigsten aber sind uns die Leser: Schreiben Sie uns, diskutieren Sie mit! Ein Formular dafür finden Sie in den jeweiligen Online-Artikeln.

Bereits erschienen sind diese Schwerpunkte:

Weitere derzeit geplante Schwerpunkte:

  • Herringen, Schwerpunkt Mobilität: Ausführlich im Westfälischen Anzeiger und im E-Paper am Dienstag, 30. März
  • Uentrop, Schwerpunkt Stadtentwicklung: Ausführlich im Westfälischen Anzeiger und im E-Paper am Donnerstag, 1. April
  • Heessen, Schwerpunkt Integration: Ausführlich im Westfälischen Anzeiger und im E-Paper am Samstag, 3. April

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