Reaktion auf Kritik von Bürgern

Von wegen Buhmann! DPD nennt konkrete Zahlen zum Sprinterverkehr rund um den Inlogparc

DPD Paketdienstleister Inlogparc Weetfeld
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Der Anteil der eigenen Sprinter, die die Lkw-Sperre passieren, ist nach Angaben von DPD gering.

Die Zahlen stimmen nicht. Laut DPD-Standortleiter Heinz-Peter Gerwin sind weniger Pakete und weniger Lkw als gedacht auf den Straßen in Weetfeld und in der Selmigerheide unterwegs.

Pelkum - Die verkehrlichen Auswirkungen des Pakete-Booms beim Paketdienstleister DPD auf die Straßen in der Nachbarschaft sind deutlich geringer als von vielen Anwohnern befürchtet. Das sagt Standortleiter Heinz-Peter Gerwin. Und: Ihn ärgert es, dass DPD immer als Buhmann dargestellt werde. Auch Sprinter anderer Unternehmen aus dem Inlogparc seien auf den Straßen in Weetfeld unterwegs, sagte er.

Dennoch: Gerwin nimmt die Beschwerden der Bürger hinsichtlich der Lkw- und Sprinterverkehre sehr ernst. Die Initiative, den ruhenden Verkehr vorm Depot am Osterbönener Weg zu regeln, sei von DPD ausgegangen. „Es war auch nicht in unserem Sinn, dass die Landwirte nicht auf ihre Felder konnten.“ Daher sei man auf die Zulieferfirmen zugegangen. Letztlich müssten die aber auf ihre Fahrer einwirken, so der Standortleiter.

Paketdienstleister DPD im Inlogparc: Die Reaktion auf eine Rechnung von Bürgern

Die Ankündigung des Paketdienstleisters, den Umschlag im Hammer Depot kurzfristig auf 200.000, mittelfristig sogar auf bis zu 240.000 Pakete am Tag zu erhöhen, hatte in Teilen der Bevölkerung hohe Wellen geschlagen. Bürger präsentierten folgende Rechnung: Davon ausgehend, dass jeder Sprinter mit 200 Paketen bestückt ist, wären das etwa 1.200 Fahrten am Tag. „Und das mal zwei, denn die Fahrzeuge müssen ja auch zurück ins Depot.“ Insgesamt wären das also 2.400 Fahrten, so die Rechnung.

Doch davon ist DPD nach eigenen Angaben weit entfernt – und wird diese Zahl auch nicht annähernd erreichen, wie Gerwin aufzeigte. Aktuell werden im Depot täglich zwischen 135.000 und 165.000 Pakete umgeschlagen, zu Spitzenzeiten wie nach dem „Black Friday“ in dieser Woche auch mal bis zu 180.000 Pakete am Tag. Nur: Die landeten längst nicht alle in den Sprintern – und damit auch nicht auf den Wohnstraßen im Umfeld des Inlogparcs, wie Gerwin ausführte.

Paketdienstleister DPD im Inlogparc: Nur 440 bis 460 Sprintertouren

Ein Teil der Pakete, die in Hamm umgeschlagen werden, geht beispielsweise mit Lkw direkt in das DPD-Depot nach Dortmund. Der sogenannte „Ausgang“ mache, so Gerwin, rund zwei Drittel der Gesamtmenge aus. Die Zahl der Sprinter-Fahrten in Zustellbezirke wie Hamm, Unna, Arnsberg und Soest – der sogenannte Eingang – liegt laut DPD derzeit bei 220 bis 230 Fahrten am Tag, wobei es sich hier um einfache Fahrten handelt. Hin und zurück wären das 440 bis 460 Sprintertouren. Insgesamt betrage der Umschlag im Eingang täglich 45.000 bis 55.000 Pakete, 30 Prozent davon gingen zu Amazon.

Wie Gerwin weiter ausführte, habe man sich nach Hinweisen aus der Bevölkerung einmal die Mühe gemacht, über mehrere Stunden die DPD-Sprinter zu zählen, die die Lkw-Sperre in Richtung Hamm passieren. „Das waren zehn bis zwölf Fahrzeuge und damit gerade einmal fünf Prozent.“ Auch die Stadt hatte im Sommer eine Zählung veranlasst. Die Ergebnisse sollen zeitnah veröffentlicht werden.

Teilen konnte der Standortleiter die Kritik, dass immer wieder Lkw auf den Straßen in Weetfeld landen. Sobald der Hinweis „Inlogparc“ mit Fahrtrichtung Bönen an der Abfahrt der A 2 angebracht sei, dürfte sich die Zahl der fehlgeleiteten Lkw deutlich reduzieren, so Gerwin, der darauf verwies, dass ihm ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn des DPD-Depots wichtig sei.

Paketdienstleister DPD im Inlogparc: Kritik auch am zunehmenden Berufsverkehr

Bestätigen konnte er deren Beobachtung, dass DPD-Mitarbeiter in Bussen von Dortmund nach Hamm gebracht werden. Das habe aber seinen Grund: Es sei nicht gelungen, genügend Mitarbeiter aus dem Raum Hamm für das Paketverteilzentrum im Inlogparc zu finden.

Doch es sind nicht nur die Sprinter- und die Lkw-Verkehre, die in der Kritik stehen. Frank Timpeltey, Anwohner der Weetfelder Straße, berichtete davon, dass die Belastung auch wegen des Berufsverkehrs in Richtung Bönen stark zugenommen habe. Eine weitere Steigerung werde man, wie er ausführte, mit allen Mitteln bekämpfen. „Da schrecken wir auch nicht davor zurück, die Rechtmäßigkeit beziehungsweise das Zustandekommen der politischen Entscheidungen notfalls per Petition prüfen zu lassen.“ Er denke da zum Beispiel an die Schließung der Straße „Zur Grünen Aue“, so Timpeltey.

Mit Blick auf Weihnachten erwarten die Paketdienste im Corona-Jahr ein noch größeres Sendungsvolumens als jemals zuvo. „Wir erwarten vor Weihnachten elf Millionen Pakete pro Tag“, sagt Hans-Christian Mennenga von der Deutsche Post DHL Group. Kunden sollten daran denken, ihre Weihnachtsgeschenke mit mehr Vorlauf zu versenden.

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