Schon in fünf Jahren

Von der Straße auf die Schiene: Stadt und Bahn wollen für den Rangierbahnhof eine Entwicklungsagentur gründen

Gigantische Fläche: Der Hammer Verschiebebahnhof galt einst als der größte Europas.
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Gigantische Fläche: Der Hammer Verschiebebahnhof galt einst als der größte Europas.

Die Reaktivierung des Hammer Rangierbahnhofs zu einem modernen Logistikzentrum nimmt konkrete Formen an. Die Stadt Hamm will gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung, den Stadtwerken und der Deutschen Bahn eine Entwicklungsgesellschaft „Nachhaltige Güterverkehrslogistik“ gründen.

Hamm – Die gemeinsame Entwicklungsgesellschaft soll sich insbesondere mit der Nachnutzungsplanung für den Rangierbahnhof, der Akquise von Fördermitteln und der planerischen Einbeziehung benachbarter Siedlungs- und Gewerbeflächen befassen. In der kommenden Ratssitzung sollen die entsprechenden Weichen für diese Entwicklungsgesellschaft gestellt werden.

Der Hammer Verschiebebahnhof galt einst als der größte Europas und bietet auch heute noch die deutschlandweit größte intakte Bahnflächenreserve. Nun will die Deutsche Bahn den Hammer Rangierbahnhof reaktivieren und zu einem modernen Bahnlogistik-Knoten mit innovativer Verladetechnik und vielfältigen Güterzug-Verbindungen entwickeln. Fördergelder will die Stadt vor allem aus dem Fünf-Standorte-Programm der Bundesregierung akquirieren, das aufgelegt wurde, um den Strukturwandel in den vom Kohleausstieg betroffenen Kommunen zu begleiten.

Rangierbahnhof mit Ausbildungseinrichtungen

Die Pläne sind recht konkret. Auf der Südfläche soll ein Terminal für den kombinierten Ladungsverkehr entstehen und ein Stützpunkt für multifunktionale Güterwagen neuester Bauart eingerichtet werden. Bahnlogistikunternehmen sollen sich hier ansiedeln. Auf der Nordfläche soll ein Terminal für die Verknüpfung mit der Hafenbahn und ein Terminal für Einzelwagen- und Stückgutverkehr entstehen.

Flächen für innovative Bahnlogistikprojekte könnten geschaffen und bahnaffine Produktions-, Dienstleistungs- und Ausbildungseinrichtungen angesiedelt werden. Die Stadt verspricht sich auch positive Impulse für die angrenzenden Gewerbegebiete. Mit einbezogen in die Überlegungen werden auch das nördliche Areal der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) und das ehemalige Thyssen-Gelände.

Reaktivierung des Rangierbahnhofs innerhalb von fünf Jahren

Stadt und DB Cargo sehen derzeit gute Fördermöglichkeiten, sodass die Bahn-Tochter eine zügige Ansiedlung erster Logistik-Bausteine auf der Südfläche bis Mitte des Jahrzehnts anstrebt: Im Kern soll ein erstes Terminal für den kombinierten Ladungsverkehr entstehen, an dem Container, Sattelaufleger und Wechselbrücken von der Straße auf die Schiene verladen werden. Wie allerdings die Güter an die Schiene gebracht werden sollen, das steht noch nicht fest.

Die B63n wird zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht fertig sein, mit den Grünen ist sie nach eigener Aussage ohnehin nicht möglich. Ein Verkehrsgutachten soll nun klären, wie der Güterverkehr über die vorhandenen Straßen an die Schiene gebracht werden soll. Ähnlich problematisch dürfte es auch im nördlichen Bereich werden, wenn Züge mehrmals in der Stunde die Hafenstraße queren müssen.

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