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Von der Schwangerschaft bis zum ersten Babylächeln: Aus dem Leben einer Mutter

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Von: Svenja Jesse

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Glückliche Eltern: Jan und Katharina Schubert genießen die Zeit mit ihrer Tochter Lara.
Glückliche Eltern: Jan und Katharina Schubert genießen die Zeit mit ihrer Tochter Lara. © Schubert

In Hamm sind im vergangenen Jahr 2.253 Frauen Mutter geworden – einige zum ersten Mal. Eine davon ist Katharina Schubert aus dem Hammer Westen.

Hamm - Für den WA hat sie ein Jahr lang Muttertagebuch geführt und besondere Momente festgehalten. Wie ist es, heute Mutter zu werden und zu sein? Welche Sorgen und Ängste gehen einem vor der Geburt durch den Kopf?

6. Mai 2021: „Wir sind bisher entspannt. Seit zwei Wochen merke ich das Baby. Darauf habe ich sehnsüchtig gewartet. Man kann es von außen noch nicht fühlen, aber das kommt noch. Seit etwa einem Monat wissen wir, dass es ein Mädchen wird, das haben wir uns immer gewünscht. Wobei ein Junge natürlich auch toll gewesen wäre.“

Wie alles begann

Die 32-Jährige ist im fünften Monat schwanger, als sie mit unserem Mutter-Tagebuch beginnt. Sie und ihr Mann Jan (34) sind seit 2,5 Jahren verheiratet. Sie sind die Ersten aus ihrem Freundeskreis, die Eltern werden. Dementsprechend groß ist ihre Aufregung.

15. Mai 2021: „Im Moment denke ich darüber nach, wie die Geburt werden wird. Wie es sich anfühlen wird, und ich versuche, mich davon frei zu machen, dass es nur schmerzhaft wird, sondern dass ich ja dann auch endlich unser Baby sehen kann. Aber auch, wie es mit Corona sein wird. Ob mein Mann dabei sein darf.“

Der Geburtsvorbereitungskurs beginnt

4. Juni 2021: „Ich bin jetzt in der 25. Woche. Der Geburtsvorbereitungskurs ist gestartet. Wegen Corona findet er per Zoom statt. Es ist verrückt, dass es jetzt in den Endspurt geht. Wir haben am Wochenende Babyshopping gemacht, das Babyzimmer und den Kinderwagen gekauft. Man sieht jetzt auch langsam den Babybauch. Es sind noch 89 Tage bis zum Geburtstermin.“

Unterstützung holt sich die werdende Mutter bei anderen Schwangeren über eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe. Wenn Corona es zulässt, treffen sie sich auch persönlich, gehen spazieren und tauschen sich über ihre Probleme, Gedanken und Glücksmomente aus.

Der erste Tritt

14. Juni 2021: „Etwas Wunderschönes ist passiert. Gestern hat Jan die kleine Maus zum ersten Mal treten gespürt. Das war ein richtig schöner Moment.“

Die ersten Schritte im Leben von Baby Lara
Die ersten Schritte ins Leben: Bis die kleine Lara auf ihren Füßen die Welt erkundet, wird es noch ein wenig dauern. © Schubert

4. Juli 2021: „Wir waren noch ein letztes Mal zu Zweit im Urlaub. Mit dem Wohnmobil meiner Schwiegereltern haben wir uns ein paar Städtchen angeguckt und noch einmal die Zeit zu Zweit genossen. Es wird immer realer, dass bald ein Baby bei uns wohnt. Ich habe die ersten Sachen für die Babytasche bestellt. Wir haben nur noch acht Wochen. Das ist echt verrückt.“

Oft kommt alles anders

Eine Sache, die Katharina Schubert als Mutter gelernt hat – es kommt häufig ganz anders, als geplant. So auch mit dem errechneten Geburtstermin. Baby Lara lässt sich Zeit.

5. September 2021: „Wir werden am Dienstag die Geburt einleiten, dann sind wir acht Tage über dem errechneten Termin. Jetzt bin ich ganz aufgeregt. Es sind gemischte Gefühle. Es ist ein schönes Gefühl, dass man weiß, es geht jetzt los. Ich bin es aber auch leid und will, dass sie kommt. Und dann kommt die Angst vor der Geburt dazu.“

Die Geburt

7. September 2021: „Ich bin im Krankenhaus und warte. Ich bin froh, dass heute Nachmittag Jan kommen darf, das ist mit Corona nicht selbstverständlich. Währenddessen höre ich die anderen Frauen aus dem Kreißsaal, die Töne von sich geben, die mich nervös machen. Ich hoffe, dass es schnell losgeht und ich meine Maus dann endlich in den Armen halten kann.“

8. September 2021: „Lara ist da! Sie wurde um 16 Uhr geboren. Wir genießen die Zeit als Familie. Es ist alles ganz aufregend und neu und spannend und anstrengend. Uns gehts aber richtig gut. Es ist alles gut gegangen.“

Baby hält Eltern auf Trab

Spätestens ab diesem Moment dreht sich im Leben der Eltern alles um das Neugeborene. Ihr Alltag passt sich den Essens- und Schlafenszeiten des Babys an. Es kommen aber auch neue Herausforderungen und Ängste dazu.

Ich habe mich nicht getraut zu schlafen, aus Angst, sie dann fallen zu lassen. Also habe ich aufrecht im Bett gesessen. Die ganze Nacht.

Katharina Schubert

10. September 2021: „Ich habe keine Sekunde geschlafen. Lara hat viel geweint und wollte sich nicht ablegen lassen. Ich habe mich nicht getraut zu schlafen, aus Angst, sie dann fallen zu lassen. Also habe ich aufrecht im Bett gesessen. Die ganze Nacht.“

An neuen Alltag gewöhnt

Jetzt, ein gutes halbes Jahr später, sind diese Sorgen vergessen. „Ich habe aber großen Respekt vor dem weiblichen Körper. Selbst zu erleben, was der während der Schwangerschaft, Geburt und danach alles schafft und macht. Das konnte ich mir vorher überhaupt nicht vorstellen“, sagt sie. Mittlerweile haben sie und ihr Mann sich an den neuen Alltag gewöhnt.

Es geht zum Pekip, Babyschwimmen, zu Spieleverabredungen mit anderen Mütter aus dem Geburtsvorbereitungskurs und ihren Babys. Zwei Jahre lang möchte sich die Sozialarbeiterin voll aufs Muttersein konzentrieren. Um besondere Momente festzuhalten, hat sie ein Baby-Tagebuch.

17. Oktober 2021: „Lara hat heute das erste Mal gelächelt. Jan war mit ihr alleine und da hat sie ihm zugelächelt. Er hat mich sofort gerufen, da hatten wir schon Tränen in den Augen.“

Zeit zu Zweit

Seit 14 Jahren sind Katharina und Jan Schubert ein Paar. Plötzlich haben sie kaum mehr eine Minute zu zweit. Das stört sie aber nicht. Es macht die Momente als Paar nur umso eher wertvoller.

28. Oktober 2021: „Gestern waren wir das erste Mal alleine im Kino und haben Lara bei meinen Eltern gelassen. Ich war super aufgeregt und habe während des Films eine Million Mal aufs Handy geguckt. Aber es ist alles gut gegangen.“

Die schönste Aufgabe der Welt

25. November 2021: „Lara ist jetzt zwei Monate alt. Wir gehen zur Säuglingsgymnastik, im Januar startet hoffentlich das Babyschwimmen. Uns gehts richtig gut. Es ist anstrengend, aber auch die schönste Aufgabe der Welt, Mama zu sein. Jeder Tag ist anders. Lara ist total pflegeleicht und wir sind glücklich. Gestern war nicht so ein toller Tag, die Kleine hatte Bauchschmerzen, da kommt man dann doch mal an seine Grenzen und singt eine Millionen Mal „Lalelu“, aber solche Tage gehören auch dazu.“

Der erste Brei: Baby Lara lässt es sich schmecken.
Der erste Brei: Baby Lara lässt es sich schmecken. © Schubert

27. Dezember 2021: „Unser erstes Weihnachten zu Dritt war richtig schön, irgendwie anders. Unser Leben ist das alte Leben, aber mit Lara dabei. Wir haben uns unter 2G-Plus mit der Familie getroffen. Ich freu mich sehr auf das nächste Weihnachten, wenn sie älter ist und schon mehr wahrnimmt.“

Der erste Besuch im Tierpark

1. Februar 2022: „Wir waren zum ersten Mal im Tierpark. Sie hat so viel beobachtet, das war schön. Wir haben ein Familienfoto im Alpakagehege gemacht. Es ist irre, was sie alles lernt und wie sie sich entwickelt. Ich freue mich schon auf 2022 und die vielen Entwicklungen, die da kommen.“

Das Leben der Eltern ist voll von ersten Momenten. Auch wenn es manchmal schwer fällt, versucht Katharina sich nicht mit anderen Müttern und Lara nicht mit anderen Kindern zu vergleichen. „Sie ist die Jüngste in der Gruppe. Natürlich sind ihr andere Kinder voraus. Gerade in dem Alter kann ein Monat schon ein enormer Unterschied sein“, sagt sie.

Positive Corona-Tests

21. März 2022: „Jetzt hat es uns auch erwischt. Wir haben Corona. Erst Jan, dann ich. Laras Tests sind alle negativ. Wir haben einen sehr milden Verlauf. Es ist schon krass, in der App plötzlich ein positives Ergebnis zu sehen. Ich hoffe, wir kommen da jetzt gut durch.“

27. April 2022: „Wie es sich anfühlt Mama zu sein? Es ist unbeschreiblich, unwirklich, unfassbar. man ist manchmal total überfordert, manchmal aber auch unterfordert, weil man ja nichts anderes mehr macht. Manchmal fühlt man sich einsam, weil alle arbeiten sind. Dann habe ich aber auch ganz viele Kontakte zu anderen Mamis. Man ist gleichzeitig voller Sorge und voller Liebe. Es waren sehr intensive Monate. Ich bin glücklich und dankbar, dass erleben zu dürfen. Und ich verstehe jetzt, was mir andere Mütter immer gesagt haben. So habe ich noch nie geliebt.“

Erfahrung und Babykleidung weitergeben

Mittlerweile erwarten auch andere Paare aus ihrem Umfeld ihr erstes Kind. „Vielleicht ist es wirklich ansteckend“, scherzt Schubert. Die gesammelten Erfahrungen und Babykleidung gibt die junge Mutter aber gerne weiter. Den ersten Muttertag hat Katharina Schubert übrigens am Strand in Holland verbracht.

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