Völlig neues Wahl-Erlebnis: Drei Hammer Delegierte beim digitalen CDU-Parteitag

Fit für die Wahl: Ex-OB Thomas Hunsteger-Petermann nimmt von zuhause aus an der Abstimmung für den neuen CDU-Vorsitzenden teil.
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Fit für die Wahl: Ex-OB Thomas Hunsteger-Petermann nimmt von zuhause aus an der Abstimmung für den neuen CDU-Vorsitzenden teil.

Auf ihrem ersten komplett digitalen Parteitag wollen ab Freitag die Christdemokraten entscheiden, wer künftig an der Spitze der Partei steht. Unter den 1001 Delegierten sind ab Freitag auch drei Hammer CDU-Mitglieder: Thomas Hunsteger-Petermann, Arnd Hilwig und Vera Dunkel-Gierse.

Hamm – 1001 Delegierte werden am Samstag einen neuen Parteivorsitzenden wählen. Die Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden ist eine Richtungsentscheidung – nicht nur für die Union. Sie dürfte auch auf die gesamte Bundesrepublik Auswirkungen haben.

Unter den 1001 Delegierten sind ab Freitag auch drei Hammer CDU-Mitglieder: Thomas Hunsteger-Petermann, Arnd Hilwig und Vera Dunkel-Gierse. Während Hunsteger-Petermann und Arnd Hilwig sich klar für Laschet aussprechen, will Vera Dunkel-Gierse die Zeit bis zur Wahl noch nutzen, sich weiter infomieren und mit dem Vorstand der Hammer Frauen-Union sprechen. Tendenziell wolle aber auch sie Laschet unterstützen.

Die Unterlagen zum Eintritt in den „digitalen Plenarsaal“ haben die drei Delegierten aus dem Hammer CDU-Kreisverband inzwischen erhalten. In diesen Plenarsaal können sich die Teilnehmer einloggen, dort wird beraten und anschließend in einer digitalen Wahlkabine gewählt. Zugang zum digitalen Plenarsaal haben nur die Delegierten des Parteitags und die Mitglieder des Bundesvorstandes der Christdemokraten. Stehen Wahlen an, öffnet sich bei den Delegierten eine digitale Wahlkabine und sie können ihre Stimme abgeben.

Ganz auf das Internet möchte sich die CDU dann aber doch nicht verlassen. Weil digitale Personenwahlen auf einem vollständig digitalen Parteitag ein absolutes Novum in der deutschen Parteiengeschichte sind und das geltende Parteiengesetz solche Wahlen bisher eigentlich nicht vorsieht, geht die CDU im Anschluss an die digitale Wahl noch einmal ins Analoge. Die Delegierten müssen ihre Wahl per Brief an einen Notar senden, der den ordnungsgemäßen Zugang dokumentiert. Am 22. Januar werden in Berlin die Stimmen ausgezählt.

CDU-Kreisvorsitzender Arnd Hilwig freut sich auf den Parteitag. Auch wenn er nicht – wie sonst üblich – viele Parteifreunde live treffen wird. Angesichts der Corona-Pandemie sei die virtuelle Variante die einzig vernünftige. Seiner bisherigen Einschätzung nach sei der Parteitag durch die Bundespartei gut vorbereitet worden. Bei der Wahl setzt Hilwig auf die Teamlösung Armin Laschet/Jens Spahn. Er habe sich bereits früh für eine stärkere Einbindung von Jens Spahn in die Bundespartei ausgesprochen.

Mit Laschet als Vorsitzendem und Spahn als seinem Vize könne das gelingen. Als CDU-Kreisvorsitzender habe er in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt. Seiner Einschätzung nach habe Norbert Röttgen den geringsten Rückhalt. Zahlreiche CDU-Mitglieder setzten auch auf Friedrich Merz.

Mit seinem Laptop wird Thomas Hunsteger-Petermann den Parteitag verfolgen. „Das wird ein vollkommen anderer Parteitag als sonst“, ist er sich sicher. Die Delegierten müssen mehrere Stunden vor dem Bildschirm sitzen und den Reden zuhören. Hunsteger: „Das wird eine ganz andere Stimmung, als wenn man vor Ort dabei ist.“ Den Wahlausgang hält er für offen. Seine Prognose: Der zweite Wahlgang wird es entscheiden, im ersten wird keiner der drei Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreichen. Er habe sich schon vor einigen Wochen klar auf Laschet festgelegt und das entsprechend kommuniziert. Folglich werde er derzeit auch nicht von den anderen Lagern angesprochen. Denn hinter den Kulissen werde derzeit noch mit vielen Delegierten gesprochen. Die unterschiedlichen Lager versuchen, Stimmung für ihre Seite zu akquirieren. Norbert Röttgen misst Hunsteger die geringsten Chancen bei.

Dass ein neuer CDU-Vorsitzender Kanzlerkandidat wird, ist für Hunsteger kein Automatismus. Der neue Vorsitzende habe aber das erste Zugriffsrecht, alles andere müsse man abwarten.

Vera Dunkel-Gierse wird von ihrem Arbeitszimmer aus den Parteitag verfolgen. Obwohl sie zu Armin Laschet neigt, will sie sich abschließend noch nicht festlegen. In den kommenden Tagen wolle sie noch Gespräche führen und die drei Kandidaten aufmerksam beobachten.

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