Viele Ideen für Nachnutzung der St. Josefkirche

HEESSEN ▪ Um eine verträgliche Nachnutzungsmöglichkeit der Kirche St. Josef zu finden und so den Erhalt des bald profanierten Bauwerks zu ermöglichen, trafen sich am Mittwoch rund 25 engagierte Bürger im Kleingarten an der Veistraße.

Rolf-Peter Gutsche, Vorsitzender des Knappenvereins „Glück Auf“, begrüßte die Anwesenden, auch im Namen der IGBCE, der SPD und der Grünen. Er teilte mit, dass sich Pfarrer Wilhelm Lohle entschuldigen lasse und dass die Zeit dränge, ein Konzept zu finden, auch um mit möglichen Investoren ins Gespräch zu kommen.

Um das Verfahren an diesem Abend zu beschleunigen, waren bereits einige Vorschläge aufgenommen worden, die den Anwesenden als Grundlage vorgestellt wurden. Die Ideen, die im Verlauf der Diskussion folgten, notierte Ludger Moor und hängte diese „Sammlungen“ an einer Wand im Saal auf. Hier zeigte sich ein breites Spektrum an Überlegungen.

Eine Nutzung im kreativen Bereich, ob als Musikschulstätte zur Orgelausbildung, über ein Film- und Medienzentrum oder einen Theater- oder Ausstellungsraum wurden ausführlich gesprochen. Hier zeigten einige der Anwesenden jedoch Zweifel, ob in einem solchen Bereich eine dauerhafte Finanzierung zu erreichen sei.

Der Einzug einer kirchennahen Nutzung, wie einer Wallfahrtskirche für Bergleute oder Handwerker, wurde kontrovers diskutiert. Dabei gab es auch hoch emotionale Reaktionen der Beteiligten. „Dann bleibt die Kirche ja katholisch und genau die wollen sie doch abreißen“, lautete einer der Zwischenrufe. Eine ökumenische Begegnungsstätte sei aber denkbar. Einige der Ideengeber dachten auch an eine geschichtlich orientierte, weltliche Nutzung, wie Gutsche erklärte.

Da die Bergleute wesentlichen Anteil an dem Bau der Kirche gehabt haben, wäre auch ein Bergbau- oder Heimatmuseum durchaus denkbar. Hierfür bestehe sicherlich auch die Möglichkeit, starke Partner zu finden, schilderte er weiter. Einen der interessantesten Vorschläge stellte Friedrich Moor vor: Die Einrichtung eines Columbariums. Ein solches „Urnenhaus“ sei ein würdiger Ort, der dem Charakter einer Kirche sehr nahe komme.

Ein Informationspapier, das den Anwesenden an die Hand gegeben wurde, zeigte als Beispiel der Machbarkeit das Columbarium in Hückeswagen. Durch das immer stärkere Aufkommen der Urnenbeisetzungen und der damit verbundenen Gebühren, wäre auch eine Möglichkeit der Kostendeckung gefunden. Eventuell könne man auch einen Bestatter als Investor suchen.

Weitere Ideen, wie ein Restaurant oder ein Architekturbüro wurden besprochen. Bürgermeisterin Monika Simshäuser verwies als Beispiel auf ein Restaurant in Bielefeld, zweifelte aber an der Umsetzbarkeit in Hamm.

Zum Ende des Treffens einigten sich die Teilnehmer darauf, sich um konkrete Zahlen, wie Grundstücksgröße und Daten der Kirche sowie einem Kauf- oder Pachtpreis zu bemühen. Dann könne man auch gezielte Anfragen an potentielle Partner stellen.

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