Dr. Axel Schneider übernimmt

Viel mehr als Apotheken: Brigitte Wigand legt Arbeit in neue Hände

Mit viel Herzblut hat die Apothekerin Brigitte Wigand-Heppelmann ihre drei Apotheken rund ums Stammhaus in Werries geführt. J
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Abschied nach 35 Jahren: Mit viel Herzblut hat die Apothekerin Brigitte Wigand-Heppelmann ihre drei Apotheken rund ums Stammhaus in Werries geführt. Jetzt tritt die 71-Jährige kürzer und hat ihre Apotheken, hier im Bild die Paracelsus-Apotheke, an Dr. Axel Schneider abgegeben.

In Teilen der Stadt Hamm ist Brigitte Wigand-Heppelmann durch ihre Arbeit bekannt „wie ein bunter Hund“. Jetzt klingt ihr vor 35 Jahren in Erfüllung gegangener Traum aus - aber zum Glück nur ganz langsam.

Hamm - Es war der 3. Oktober 1985, als Brigitte Wigand-Heppelmann erstmals die Türen ihrer Paracelsus-Apotheke am Papenweg 2 öffnete und sich damit einen Traum erfüllte. Denn: Die Apotheke war Teil des wohl ersten medizinischen Versorgungszentrums in der Umgebung und zeigte damit einen ganz neuen Weg auf. „Wir wollten alles unter einem Dach haben“, sagt sie über das damalige Bauvorhaben ihrer Familie, bei dem sich mit der Apotheke, Ärzten und einem Physiotherapeuten unterschiedlichste Bereiche des Gesundheitswesens an einem Ort zentrierten.

Seither hat sich einiges geändert im Paracelsus-Haus, denn über die Jahre hinweg kamen immer mal wieder neue Ärzte und weitere Dienstleister sowie Anbieter hinzu. Geblieben ist über all die Jahre aber die Apotheke und mit ihr Brigitte Wigand-Heppelmann – bis jetzt jedenfalls. Denn mit 71 Jahren tritt die gebürtige Essenerin kürzer und hat die Paracelsus-Apotheke sowie mit der von-Kleist-Apotheke und der Löwen-Apotheke auch ihre Filialen in der Stadtmitte zum 1. April an Dr. Axel Schneider übergeben.

Anzutreffen ist die studierte Apothekerin aktuell aber noch öfter in einer ihrer nun ehemaligen drei Apotheken. „Zurzeit wollen wir den Übergang schaffen“, sagt Wigand-Heppelmann, die ihren Nachfolger einarbeitet und ihm so einen optimalen Start ermöglichen möchte.

Wigand geht, Schneider kommt: Kein klarer Cut

Einen klaren „Cut“ am 1. April wollte Wigand-Heppelmann dabei gezielt nicht machen. Stattdessen nimmt sie sich auch im Ruhestand die Zeit, den Übergang mitzugestalten. Warum sie sich den Stress noch antut, wird im Gespräch mit ihr deutlich. „Dafür habe ich zu lange mit allen zusammengearbeitet“, erklärt die 71-Jährige, die ihren Job immer mit viel Herzblut ausgeführt habe. Denn: „Ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht“, sagt sie, obwohl diese viel Zeit in Anspruch genommen habe. „Es ist eine umfängliche Arbeit, denn man ist überall gefordert“, erzählt Wigand-Heppelmann, die ursprünglich schon vor drei Jahren in den Ruhestand gehen wollte, diesen jedoch noch einmal aufschob. Das Gros ihrer Tätigkeiten habe fernab des Verkaufstresens stattgefunden, auch wenn ihr der Kundenkontakt immer sehr wichtig gewesen sei.

Ganz zur Ruhe setzen möchte sich die zielstrebige Apothekerin daher auch künftig nicht. Zusammen mit ihrem Mann Hans Heppelmann wird sie ihre Beratungsgesellschaft weiterführen. Die restliche Zeit soll den im Arbeitsalltag untergegangenen Hobbys Lesen, Musik und Reisen sowie ihrem Mann und ihren Hunden gewidmet werden.

Wigand geht, Schneider kommt: So geht es weiter

Zeit ist aktuell auch für Dr. Axel Schneider eine rares Gut. Die Übernahme von drei Apotheken mit insgesamt rund 45 Mitarbeitern will gut organisiert sein. „Für mich beginnt jetzt eine neue und spannende Zeit, und ich freue mich auf diese große Herausforderung“, sagt der aus dem Rheingau stammende Apotheker. Gerüstet dafür sei er jedenfalls: „Vor der Übernahme habe ich bereits als Angestellter und als Filialleiter in verschiedenen Apotheken gearbeitet und war auch über eine längere Zeit im pharmazeutischen Großhandel tätig.“

Zunächst soll alles weiterlaufen wie gehabt. Ideen und Pläne für eine weitere Optimierung hat der 42-Jährige allerdings auch schon. Wie er verrät, möchte er die Auslieferungsflotte ausbauen. „Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, dass eine lokale Versorgung vor Ort ein unschätzbares Gut ist, um die Patienten mit ordnungsgemäßen Medikamenten zu versorgen“, erklärt Schneider. Der Schwerpunkt soll aber weiterhin auf der Beratung und dem Service liegen, betont der Rheingauer.

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