Höchstgeschwindigkeit

Verwunderung über Tempo-70-Schild an der Lippestraße

Ein Tempo-70-Schild auf der Lippestraße
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Eine Straße zwei Tempolimits: Während auf der Lippestraße in östliche Richtung Tempo 70 erlaubt ist, gilt in die Gegenrichtung Tempo 50.

Hamm-Osten – Erst fiel wochenlang kaum auf, dass auf der Lippestraße im Bereich des Friedhofs Werries ein Tempo-70-Schild fehlte. Und jetzt, wo es da ist, sorgt es für Verwunderung. Grund dafür ist der Standort des Schildes, der durchaus einen Beigeschmack hat.

Wenige Monate ist es her, dass auf der Lippestraße eine Geschwindigkeitsreduzierung von Tempo 70 auf Tempo 50 zwischen Niederwerrieser Weg und Friedhof Werries umgesetzt wurde. Grund dafür waren Straßenschäden. Weiterhin habe man mit der Maßnahme auf Anwohnerbeschwerden reagiert, die durch die Straßenschäden eine erhöhte Lärmbelästung feststellten, wie eine Sprecherin des zuständigen Landesbetriebs Straßen.NRW erklärte. Im Zuge der Temporeduzierung wurde allerdings vergessen, in Fahrtrichtung stadtauswärts ein Tempo-70-Schild am Beginn des Friedhofs Werries aufzuhängen. Die Folge: Stadtauswärts durften Verkehrsteilnehmer nur mit Tempo 50 am Friedhof vorbeifahren, stadteinwärts galt aber Tempo 70.

Vor wenigen Tagen wurde das fehlende Schild nun aufgehängt – aber nicht vor dem Friedhof Werries, sondern über 100 Meter vorher. Warum sich manch Autofahrer über diesen Standort wundert? Jetzt kann man ganz legal mit 70 km/h an jener Stelle vor der Hausnummer 116a vorbeifahren, an der die Stadt Hamm gut zwei Wochen lang einen Enforcement-Trailer platziert hatte und bei Tempo 50 rund 6000 Kraftfahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt hat. Und das an einer Stelle, an der selbst gar keine Straßenschäden festzustellen waren. Dass dies einen Beigeschmack hinterlässt, zeigten nicht zuletzt Reaktionen von Leser, die sich an unsere Redaktion gewandt hatten.

Grund sind Straßenschäden

Mit öffentlicher Kritik habe die Standortwahl des Tempo-70-Schildes aber nichts zu tun, betonte die Sprecherin. Vielmehr habe man die Geschwindigkeitsreduzierung auf den 1000 Meter langen Bereich begrenzen wollen, in dem auch die Straßenschäden sind. Das neue Schild wird dort hängen bleiben, dafür aber wird stadteinwärts der Tempo-70-Bereich ausgeweitet, sodass wieder in beiden Fahrtrichtungen die selben Tempolimits gelten und die Schilder jeweils auf der selben Höhe zu sehen sein werden.

Bei der Lippestraße gilt übrigens, dass die Stadt die verkehrsanordnende Instanz ist, während Straßen.NRW für die Umsetzung zuständig ist. Sowohl Stadt als auch Straßen.NRW betonen, dass die Temporeduzierung aufgrund der Straßenschäden und des Lärmschutzes gemäß Paragraph 45 der Straßenverkehrsordnung rechtlich legitim sei – ebenso wie die Kontrolle, ob dies auch eingehalten wird.

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