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Leiche in Lübeck: Verdacht gegen Festgenommenen aus Hamm nicht bestätigt

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Von: Frank Lahme

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Polizisten arbeiten an dem Erdloch, in dem die Leiche gefunden wurde.
Polizisten arbeiten an dem Erdloch in Mölln, in dem die Leiche gefunden wurde. © Daniel Bockwoldt/dpa

Im Dezember 2022 wurde eine verscharrte Leiche im Großraum Lübeck gefunden. Die Spur führte nach Hamm, zwei Personen wurden festgenommen. Doch in einem Fall erhärtete sich der Tatverdacht nicht.

Hamm/Lübeck – Weil die Frau einen neuen Lebenspartner hat, wird der Ehemann aus dem Weg geräumt: Anders als im Kriminalroman scheint dies nicht die Lösung für ein Tötungsdelikt zu sein, das im Dezember 2022 im Großraum Lübeck bekannt wurde und bei dem zwei Tatverdächtige einen Tag später in Hamm festgenommen wurden.

Der Tote, ein 35-jähriger Mann, war am 12. Dezember, in dem schleswig-holsteinischen 850-Seelen-Dorf Alt-Mölln entdeckt worden. Der Mann war seit eineinhalb Jahren verschwunden gewesen. Die Leiche wurde auf dem Gelände einer Asylunterkunft ausgegraben. Einen Tag später wurden in Hamm der neue Lebensgefährte (36) der ehemaligen Ehefrau und der ehemalige Schwager (20) des Toten festgenommen. Gemeinsam mit der Ex-Ehefrau waren sie im Juni 2022 nach Hamm gezogen. Zuvor sollen sie bereits für einige Zeit im Hammer Umland gelebt haben.

Einer der festgenommenen Personen in Hamm wieder frei

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck am Montag mitteilte, befindet sich nur noch der bei der Festnahme 20 Jahre alt gewesene Beschuldigte in Untersuchungshaft. Der dringende Tatverdacht gegen den 36-Jährigen habe sich im Laufe der Ermittlungen hingegen nicht erhärtet. Der Mann befinde sich wieder auf freiem Fuß.

Familienstreitigkeiten – es soll sich bei den Beteiligten um afghanische Landsleute handeln – könnten als Motiv nicht ausgeschlossen werden, teilte die Staatsanwaltschaft weiterhin mit. Auf welche Weise und wann der 35-Jährige letztlich getötet wurde, wurde nicht kommuniziert. Die Ermittlungen seien in dem Verfahren noch nicht abgeschlossen. Derzeit würden noch Zeugenvernehmungen durchgeführt; auch die Auswertung der gesicherten Spuren dauere noch an, hieß es von der Lübecker Staatsanwaltschaft.

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