Norbert Rabe sammelt Sterne... nicht nur für "Hermann Brause"

Verrückte Getränke-Welt: Das ist der Brause-Mann aus Hamm

Brause und Pils aus Hamm: Norbert Rabe ist für seine Kreationen aus der Flasche ausgezeichnet worden.
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Brause und Pils aus Hamm: Norbert Rabe ist für seine Kreationen aus der Flasche ausgezeichnet worden.

Neue Geschmacksnote, neue Flasche, neues Etikett, Videoclip, zwei Auszeichnungen, neuer Internetauftritt: Im Zuge von Corona spricht Getränkehändler und -produzent Norbert Rabe von einer Phase der Entschleunigung. Wer die Liste der jüngsten Veränderungen im Hause Rabe sieht, würde wohl das Gegenteil vermuten.

Hamm – 2006 rief Norbert Rabe seine Limonaden-Produktion mit „Hermann Brause“ ins Leben, 2011 brachte er Kloster-Pils zurück auf den Markt. Mit seinem Unternehmen ist er ein klassischer Independent-Erzeuger, also ein unabhängiger Produzent, der einen begrenzten Markt mit seinen Produkten versorgt. Mit Kloster-Pils ist es im Wesentlichen die Stadt Hamm, mit den Hermann-Brause-Variationen erzielt er durchaus nationale Reichweite.

Dabei setzt Rabe konsequent auf Glas und Mehrweg. Auf seinen Flaschenetiketten finden sich Bezeichnungen wie „fair“, „sozial“, „eco friendly“, „nachhaltig“ und „vegan“. Immer wieder verbucht er Erfolge für seine Produkte wie jetzt für seine Orangen- und Zitronen-Limonade. Jeweils zwei Sterne hat er erhalten beim „Superior Taste Award 2020“, der jährlich vom International Taste Institute in Brüssel vergeben wird.

Mit der Bewertung der internationalen „Brause-Sommeliers“ ist Rabe zufrieden, auch wenn er in der Vergangenheit schon mehrmals die Höchstzahl von drei Sternen erreicht hat. „Ein Expertenurteil ist mir wichtig, um regelmäßig zu überprüfen, wo wir stehen und das am Markt auch deutlich machen zu können“, sagt er. Das Urteil sei eine Art TÜV für seine Erzeugnisse, die er in regelmäßigem Turnus zur Bewertung nach Brüssel schickt.

Kloster-Pils aus und für Hamm in neuem Gewand

Mit drei Sternen ist auch schon Rabes Kloster-Pils ausgezeichnet worden. Dies hat er für die Zukunft nun noch einmal neu aufgestellt – geschmacklich und optisch. „Um die feine Hopfung besser erlebbar zu machen, haben wir die Röstmalznote etwas reduziert“, erläutert er. Ob’s schmeckt? „Ich bin davon überzeugt. Aber das muss jeder für sich selbst beurteilen“, sagt Rabe.

Verändert hat sich auch die Flaschenform: weg vom Bauchigen, hin zur schlanken, eher handelsüblichen Variante. Geschuldet sei das den veränderten Abfüllbedingungen in der Brauerei, die Kloster für Rabe in die Flasche bringt. Gleichzeitig bedeutet das für den Unternehmer aber auch eine nicht unwillkommene Kostenreduzierung, denn aufwendige Flaschenformen seien teurer in der Produktion und diese sei längst nicht durch das erhobene Pfand gedeckt. Das ist für unabhängige Produzenten ein wichtiger Faktor in der Kalkulation. Versehen ist das neue braune Gefäß mit einem fast ganz umlaufenden, schillernden Etikett. Auch das ist neu. Natürlich ist darauf auch der Mönch zu sehen.

Online-Plattform für unabhängige Mehrweg-Anbieter

Erhältlich ist Kloster-Pils in lokalen Getränkemärkten, aber auch vom Fass in der Gastronomie. „Flaschenbier lag in der Absatzmenge in der Tendenz immer knapp vor Fassbier für die Gastronomie, zu Corona-Zeiten ist dies natürlich noch deutlicher geworden“, sagt Rabe.

Seit geraumer Zeit betreibt Rabe auch die Homepage independentdrinks.de, die nichts mit Kloster zu tun hat. Darauf können sich unabhängige Betriebe – gewissermaßen in einem digitalen Schaufenster – mit ihren nicht-alkoholischen Produkten im Mehrweg-System präsentieren. Weil Rabe konsequent auf Mehrweg setzt, wird in Kürze auch die neue Homepage www.mehrweghilftallen.de freigeschaltet, die ebenfalls im Hause entstanden ist. „Dabei geht es nicht um wirtschaftliche Interessen, sondern darum, das Bewusstsein für einen nachhaltigen Vertriebsweg zu schärfen“, sagt Rabe.

Eine verrückte Brause-Welt: Grafikerin Güleser Sahin arbeitet an dem Musikvideo zu Norbert Rabes Getränken.

Neuer Brause-Spot auf Youtube zu sehen

Wer zudem Hermann Brause in bewegten Bildern erleben möchte, kann auf YouTube ab sofort den neuen Spot „It’s a mad mad Hermann Brause world“ aufrufen:

Traum von eigener Brauerei mit Abfüllanlage

Noch immer hält Rabe an seiner Idee einer eigenen Brauerei mit Abfüllanlage für Kloster sowie hauseigene und externe Limonaden fest. Gespräche mit der Wirtschaftsförderung hat es gegeben, ein Wunsch-Grundstück hat er auch im Auge. Aber der Unternehmer ist Realist genug zu wissen, dass dies nicht ohne Investor, Braumeister und weiteres Personal möglich ist. Rabe schwebt eine Abfüllung vor, an die eine Erlebnisgastronomie als Besuchermagnet angebunden ist. „Die Idee werde ich nicht aufgeben und weiter daran arbeiten“, sagt er.

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