Verluste bei HammGas: Hoffnung am Bohrloch in Herbern

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Ralf Presse (vorne) ist Geschäftsführer der HammGas Verwaltungsgesellschaft mbH.

Hamm - Die Spannung steigt. Nur noch wenige Tage, dann will die HammGas den anvisierten Bohr-Endpunkt in 1.031 Metern Tiefe unter Herbern-Nordick erreicht haben.

Schon jetzt hat das Unternehmen nach Aussagen eines Sprechers im flözführenden Karbon Gas gefunden. „Wir sind zuversichtlich, dass es eine erfolgreiche Bohrung wird“, sagt Norman Edelmann, der die Öffentlichkeitsarbeit für HammGas macht. Heißt in der Interpretation von HammGas: Das vorhandene Gas erlaubt eine wirtschaftliche Förderung. Nach endlosen Verzögerungen wäre es die erste wirklich positive Nachricht der Gassuche, an der auch die Stadtwerke Hamm über ihren Anteil an der HammGas beteiligt sind. Mindestens ein Jahr liegt das Unternehmen hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück.

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Um die laufenden Kosten zu decken, hatte HammGas im vergangenen Jahr über eine Kapitalerhöhung wie geplant Geld der Gesellschafter eingesammelt. Die Stadtwerke hatten sich 2011 verpflichtet, zunächst drei Millionen Euro in das Projekt zu investieren. Mindestens 1,8 Millionen Euro wurden bereits abgerufen.

Das Resultat der Kapitalerhöhung findet sich auch im Jahresbericht, den die HammGas GmbH & Co. KG Anfang August im Bundesanzeiger veröffentlichte. Demnach waren von den Kommandantisten-Rücklagen in Höhe von insgesamt 4,1 Millionen Euro am Jahresende 2015 noch 2,7 Millionen Euro hinterlegt. Dieses Geld benötigt die HammGas, um die Probebohrungen in Herbern und später auch in Hamm zu bezahlen.

Seit Gründung 2011: Verluste von 1,318 Millionen Euro

Die Arbeiten begannen, wie berichtet, erst in diesem Jahr. Bevor die HammGas nicht Geld aus einem möglichen Gas- und Lizenzverkauf einnimmt, macht das Hammer Unternehmen Verluste. Im vergangenen Jahr stand ein Jahresfehlbetrag von 415.000 Euro (2014: 395.000 Euro). Seit der Gründung 2011 sind damit Verluste in Höhe von 1,318 Millionen Euro angefallen. Schon bevor die Bohrung begann, hatte die HammGas bis Ende 2015 unter anderem bereits rund 640.000 Euro für Anzahlungen und Anlagen im Bau sowie 280.000 Euro für Patente bezahlt. Nach einer zweiten Probebohrung in Hamm wird das Vorhaben auf Wirtschaftlichkeit geprüft.

Sollte sich die Förderung rechnen, entstehen – so der Plan – im Gebiet rund um Hamm mindestens 30 Bohrstellen, mit denen die Region 20 bis 30 Jahre mit Erdgas versorgt werden soll. Das Investitionsvolumen soll in diesem Fall bei gut 200 Millionen Euro liegen. Aus der Jahresbilanz geht zudem hervor, dass die HammGas GmbH & Co. KG 2015 keine Mitarbeiter beschäftigte. Der einzige HammGas-Mitarbeiter ist bei der Komplementärin HammGas Verwaltungsgesellschaft mbH angestellt und heißt Ralf Presse. 2015 erhielt der Geschäftsführer eine Vergütung von 132.000 Euro (Vorjahr 121.000 Euro für elf Monate).

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