Verkehrsschild gefällt: Etliche Tempo-Messungen ungültig

Weil ein Tempo-70-Schild umgekippt war, wird ein Teil der Tempomessungen, die zwischen dem 1. und 10. April zwischen Hilbeck und Rhynern stattfand, nicht gewertet.
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Weil ein Tempo-70-Schild umgekippt war, wird ein Teil der Tempomessungen, die zwischen dem 1. und 10. April zwischen Hilbeck und Rhynern stattfand, nicht gewertet.

Da könnte der ein oder andere Autofahrer Glück gehabt haben, weil ein Verkehrsteilnehmer eventuell sein „Glück“ erzwungen hat.

Osterflierich – Die Geschwindigkeitsmessungen auf der Werler Straße, die vom 1. bis 10. April zwischen Rhynern und Hilbeck durchgeführt worden sind, werden zum Teil nicht verwertet, wie jetzt bekannt wurde. Der Grund dafür lag im Straßengraben: das Tempo-70-Schild. Da Verkehrsschilder in der Regel nicht von alleine umfallen, und kein Unfall an dieser Stelle bekannt ist, liegt der Verdacht nahe, dass ein Verkehrsteilnehmer das Schild kurzfristig „aus dem Weg geräumt“ hat.

Laut Auskunft der Stadt Hamm hatten deren Mitarbeiter einen der Enforcement Trailer - das sind die Anhänger mit eingebautem Messgerät - am Mittwoch, 1. April, nahe der Einmündung zum Zehntgarbenweg aufgebaut. Gemessen wurde in Fahrtrichtung Werl. Dort gilt Tempo 70. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde vor einigen Monaten verringert, da sich Anwohner über die Lautstärke beschwerten. Nun darf in Richtung Werl noch auf dem Teilstück kurz nach der Aral-Tankstelle bis kurz nach der Opsener Straße Tempo 100 gefahren werden, danach nur noch 70.

Standort wird immer vorher kontrolliert

Als der Trailer am 1. April aufgestellt wurde, stand das Tempo-70-Schild noch. Davon überzeugen sich die Stadt-Mitarbeiter jedes Mal vor dem Aufstellen des Messgerätes. „Und auch zwischendurch hatten die Kollegen den Standort inklusive der Beschilderung immer mal wieder kontrolliert“, erklärt ein Stadtsprecher. Dies sei bei den Enforcement Trailern so üblich, da diese ja bekanntlich mehrere Tage am Stück abgestellt werden.

Am Karfreitag, 10. April, sei der Stadt Hamm dann gemeldet worden, dass das Schild im Graben liege, erklärt der Rathaus-Sprecher. Daraufhin sei der Standort des Trailers verlagert worden. „Die Straßenbaulast trägt in dem Abschnitt Straßen-NRW. Wir haben die Kollegen des Landesbetriebs informiert, sich um die Wiederaufstellung zu kümmern“, erläutert der Stadtsprecher. Mittlerweile steht das Schild wieder, wenn auch etwas windschief.

Nicht zum ersten Mal im Straßengraben

Was bedeutet das jetzt für die Messungen? „Die registrierten Verstöße werden für die Dauer der korrekten Beschilderung verwertet, die Messungen nach Umkippen des Schildes werden nicht verwertet“, erklärt der Stadtsprecher. Es habe bereits entsprechende Anfragen und Hinweise von Pkw-Fahrern gegeben, denen das umgefallene Schild ebenfalls aufgefallen war.

Das Tempo-70-Schild hat übrigens nicht zum ersten Mal im Straßengraben gelegen. Wie der Stadtsprecher erklärte, habe es genau dort bereits einen ähnlich Fall gegeben, als der Blitzanhänger dort postiert war. An anderen Stellen auf Hammer Stadtgebiet sei dies bislang nicht vorgekommen.

Der Trailer war übrigens einmal mehr „erfolgreich“ auf der Werler Straße. So war ein Raser an einem späten Nachmittag mit satten 158 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Das läuft auf rund 600 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot hinaus. Zudem habe es sechs Verstöße mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde gegeben.

Verwirrende Temporegelung

Die Situation auf der B63 ist im Bereich von Allen und Osterflierich weiterhin sehr verwirrend. Wie erwähnt gilt in Fahrtrichtung Werl lediglich auf dem kurzen Abschnitt zwischen der Aral-Tankstelle und kurz hinter der Opsener Straße Tempo 100. Zwischen der Opsener Straße/Auf der Breite und der Kumper Landstraße gilt dagegen Tempo 70.

Wer allerdings aus Hilbeck kommt und in Richtung Hamm unterwegs ist, der darf nach der Kumper Landstraße noch einmal Gas geben. In der Gegenrichtung gilt dort nämlich Tempo 100, das wird erst nach der Opsener Straße/Auf der Breite auf 70 reduziert. Im dortigen Kreuzungsbereich hat es in den vergangenen Jahren einige schwere Verkehrsunfälle gegeben.

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