Geschädigter rast hinterher - Autorennen?!

Verkehrsrowdy haut nach Unfall in Hamm mit Bleifuß ab

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Symbolbild

Hamm - Verfolgt vom Unfallopfer, machte sich ein Verkehrsrowdy mit hoher Geschwindigkeit aus dem Staub, nachdem er in der Innenstadt ein anderes Auto angefahren hatte. Es ist schon der zweite Fall dieser Art binnen weniger Tage. Spannend: Greift hier sogar der Tatbestand eines illegalen Autorennens?

Wie die Polizei mitteilte, verursachte der 34-jährige Honda-Fahrer den Unfall am Sonntag gegen 15.50 Uhr beim Ausparken auf der Adenauerallee. Er fuhr gegen den Mini-Cooper eines 55-Jährigen und flüchtete mit 70 km/h bis 80 km/h auf der Straße in östliche Richtung. Der Cooper-Fahrer nahm die Verfolgung auf.

Die wilde Fahrt ging über Adenauerallee, Artur-Dewitz-Straße, Jürgen-Graef-Allee und Rietzgartenstraße. Dabei fuhr der Honda-Mann teilweise über Gehwege.

In der Rietzgartenstraße ließ der 34-Jährige sein Fahrzeug stehen und flüchtete zu Fuß weiter. Durch herbei gerufene Polizeibeamte wurde der 34-Jährige in einem Kellerabgang der Wilhelminenstraße gestellt.

Kein Führerschein, aber Drogen?

Dem Tatverdächtigen wurde eine Blutprobe entnommen, da er vermutlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Im Besitz eines Führerscheins ist der Beschuldigte nicht. Der Honda wurde beschlagnahmt.

"Verbotenes Kraftfahrzeugrennen"

Gegen den 34-Jährigen werden Strafverfahren wegen Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen, Unfallflucht, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Gefährdung des Straßenverkehrs unter Betäubungsmitteln eingeleitet, teilte die Polizei in ihrem Bericht mit...

Verbotenes Kraftfahrzeugrennen? Tatsächlich!

Den Grund dafür gibt das Strafgesetzbuch im Paragraf 315d her. Dort heißt es in Absatz 1, Nummer 3:

"Wer im Straßenverkehr (...) sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, (...) wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Auch wenn die Formulierung in diesem Fall noch Fragen offen lässt, stehe der besagte Fahrer eben laut Gesetzestext als Einzelraser im Verdacht, ergänzte Polizeisprecher Hendrik Heine auf Nachfrage. Ob er letztlich tatsächlich zum Tragen kommt, entscheide letztlich der Staatsanwalt; davor stehen weitere Vernehmungen und Ermittlungen.

Bei dem Unfall entstand nach Schätzungen der Polizei ein Sachschaden von rund 4000 Euro. - WA

Verfolgungsfahrt in Bockum-Hövel:

Ein ähnlicher, ebenfalls spektakulärer Fall hielt (nicht nur) die Polizei ein paar Tage zuvor in Bockum-Hövel in Atem:

Unfallflucht macht BMW-Fahrerin sauer: verfolgt und ausgebremst

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