Rote und grüne Zeichen

Für mehr Sicherheit: Leuchtschilder zeigen Autofahrern künftig vor Schulen ihr Tempo an

Die Beteiligten bei der Projektvorstellung im Technischen Rathaus.
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Mittes Bezirksbürgmeisterin Stefanie Baranski (links) und Pelkums Bezirksbürgermeister Axel Püttner (Dritter von links) setzen sich für die Anzeigetafeln ein.

Zu schnell vorm Kindergarten oder vor der Schule unterwegs? Autofahrer sollen in Hamm künftig mit Leuchtschildern auf zu hohes Tempo aufmerksam gemacht werden.

Hamm – Wer zu fix unterwegs ist, wird ermahnt, langsamer zu fahren. Wer rücksichtsvoll fährt, bekommt ein Dankeschön: In Hamm sollen noch in diesem Jahr erstmals vier „Dialog-Displays“ zur Verkehrsüberwachung zum Einsatz kommen – und zwar in den Stadtbezirken Pelkum und Mitte. Sie signalisieren den Verkehrsteilnehmern eine Überschreitung der zugelassenen Geschwindigkeit mit dem roten Hinweis „langsam“ beziehungsweise eine korrekte Geschwindigkeit mit dem grünen Hinweis „danke“. Durch das Motiv eines beziehungsweise mehrerer Kinder über dem Display wird der Grund für die Geschwindigkeitsbeschränkung letztlich verdeutlicht.

Für die Aufstellung solcher Geräte stark gemacht hatten sich die Bezirksbürgermeister Axel Püttner (Pelkum) und Stefanie Baranski (Mitte). Daher wird das Pilot-Projekt, das von der Verwaltung ein Jahr lang begleitet wird, zunächst auch in ihren Stadtbezirken umgesetzt. Wo genau die Dialog-Displays, zwei in jedem Stadtbezirk, aufgestellt werden, steht noch nicht fest. Darüber werde man, wie Püttner und Baranski sagten, zu gegebener Zeit in den Koalitionen beraten und sich mit der Verwaltung abstimmen. Denkbar seien aber vor allem Standorte vor Schulen und Kindergärten.

Die exakte Geschwindigkeit wird nicht anzeigt

Möglichkeiten, Autofahrern auch außerhalb des eigenen Pkw die Geschwindigkeit anzuzeigen, gibt es einige. So gibt es zum Beispiel mobile Geräte, auf denen exakt die gefahrene Geschwindigkeit steht. Die wolle man in Hamm aber nicht einsetzen, erklärten Christian Breßler, Leiter der Verkehrstechnik im Tiefbau- und Grünflächenamt, und seine Kollegin Annette Kiene. Bei ihnen bestehe die Gefahr, dass Autofahrer extra Gas geben und es nur einen kleinen Lerneffekt gebe. Anders sehe das bei den Dialog-Displays aus, verwies Breßler auf eine Langzeit-Studie aus Berlin. Demnach sei die Geschwindigkeit an den von der Verwaltung begleiteten Standorten auf Dauer gesenkt worden – im konkreten Fall von 38 auf 28 Kilometer in der Stunde. Der Effekt sei schon nach kurzer Zeit eingetreten. „Und das wollen wir alle.“

Aber wird das auch in Hamm gelingen? Breßler und Kiene zeigten sich zwar zuversichtlich, konnten diese Frage aber nicht mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten.

Bei Erfolg sollen weitere Geräte angeschafft werden

Aus diesem Grund wird die Verwaltung das Projekt intensiv begleiten. Vor der Installation der Dialog-Displays, die in mindestens 2,50 Meter Höhe hängen werden und die die gefahrene Geschwindigkeit in 80 Meter Entfernung messen, wird an den vier Standorten eine Woche lang ein Seitenradar zum Einsatz kommen. Kurz nach der Aufstellung der Dialog-Displays und dann noch einmal nach einem Jahr werde man die gefahrene Geschwindigkeit erneut mithilfe des Seitenradars messen. „Dann wissen wir, inwieweit sich die neuen Geräte bewährt haben“, erklärte Breßler. Im Erfolgsfall könne man weitere Dialog-Displays anschaffen und sie als stationäre Anlagen auch in anderen Stadtbezirken aufstellen. Jedes Gerät koste, wie seine Kollegin Kiene sagte, rund 3.000 Euro. „Ohne die Montage.“ Wie sie weiter ausführte, sei eine individuelle Gestaltung jederzeit möglich. Auch Kinder aus Hamm könnten über dem Display abgebildet werden.

Bezirksbürgermeister sind von der Sache überzeugt

Püttner und Baranski freut es sehr, dass die Stadt das Pilot-Projekt in ihren beiden Stadtbezirken startet. Vom Erfolg sind sie überzeugt. Baranski: „Ich denke, dass wir dadurch für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen werden.“ Ihr Kollege aus Pelkum setzt vor allem auf den Lerneffekt, zum Beispiel dann, wenn Kinder auf den Rücksitzen ihre Eltern ermahnen, doch bitteschön langsamer zu fahren.

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