Aussteiger-Variante offenbar vom Tisch

Hammer Rocker wegen "Bad Talk" verprügelt

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Durchsuchungen im Clubheim des Bandidos im August 2017.

Hamm/Dortmund - Zufriedene Gesichter bei Angeklagten und Verteidigern im so genannten "Bandido"-Verfahren vor dem Dortmunder Landgericht.

Nachdem der größte Anklagevorwurf vom Tisch ist, können alle vier angeklagten "Chicanos" mit glimpflichen Strafen rechnen, die großteils sicherlich zur Bewährung ausgesetzt werden. Angesichts dieser positiven Perspektive zeigte sich das Quartett nach Beratung durch die Verteidiger ausgesprochen kooperativ.

Zwei der angeklagten Bandido-Unterstützer gaben zu, ein anderes Bandenmitglied am 22. August 2017 im Bandido-Vereinsheim an der Ahlener Straße zusammengeschlagen zu haben. Die beiden anderen Angeklagten waren demnach mit im Raum, haben selber nicht geschlagen oder getreten, sind dem damals 40-jährigen aber auch nicht aktiv zu Hilfe geeilt.

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Grund der brutalen Auseinandersetzung war nicht, wie zunächst vermutet, die Absicht des Opfers, aus der Rockerszene auszusteigen. Sauer seien die Schläger jedoch gewesen über seinen so genannten "Bad Talk" - der damals 40-jährige habe sich schlecht und abfällig gegenüber anderen Clubmitgliedern und Außenstehenden geäußert.

Zugegeben haben die Angeklagten auch, dass sie das vor dem Clubheim parkende Auto ihres Opfers demoliert haben.

Opfer selbst einschlägig vorbestraft

Das Opfer selbst ist massiv und auch einschlägig wegen Gewalttätigkeiten vorbestraft und stand damals kurz vor dem erneuten Antritt einer Gefängnisstrafe.

Nach der Strafanzeige ihres Opfers wurden zwei Wohnungen der angeklagten Chicanos durchsucht und diverse Drogenvorräte gefunden - angesichts dieser Fakten mussten die beiden Männer auch Drogenbesitz und Rauschgiftgeschäfte zugeben. Ihr Opfer hatte bei der Polizei seine Ex-Clubkollegen massiv belastet, sogar von einem bewaffneten Raub berichtet.

Im Prozess verweigerte er dann jedoch eine Aussage und galt den Prozessbeteiligten als großteils unglaubwürdiger Belastungszeuge, dem längst nicht alles geglaubt werden könne.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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