Wegen Pandemie

Am Limit: Verein Humanitas hofft jetzt selbst auf Geldspenden

Humanitas zog im November 2019 um zur Antonistraße ins damals leere Ladenlokal von Betten Reinhard (Archivfoto). Mit Corona hat sich die Lage für den Verein dramatisch verändert.
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Humanitas zog im November 2019 um zur Antonistraße ins damals leere Ladenlokal von Betten Reinhard (Archivfoto). Mit Corona hat sich die Lage für den Verein dramatisch verändert.

Es gab Zeiten, da schüttete der Verein Humanitas e.V. aus seinen Spendenerlösen jährlich mehrere Tausend Euro an gemeinnützige Organisationen in Hamm aus. Doch davon ist der Verein aktuell weit entfernt. Wegen der Pandemie hofft Humanitas nun selbst auf finanzielle Hilfe, um seine bis dato erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können.

Hamm - Über 60.000 Euro sind über die Jahre bedürftigen Menschen zugute gekommen. Wie andere Gewerbetreibende ist der Verein aber seit Dezember vom Lockdown betroffen. „Seitdem haben wir keine Einnahmen“, sagt Vorsitzender Werner Kaßen. „Wir leben nun von dem Geld, das wir sonst an andere ausgeschüttet hätten. Inzwischen sind wir längst bei unseren Reserven angekommen.“

In „normalen“ Zeiten wirtschaftet der Verein mit den kleinen Geldspenden, die Menschen mit finanziell geringem Spielraum für einen Einkaufskorb voller Waren geben. Im Schnitt kämen dann rund 100 Kunden pro Tag in den Laden an der Antonistraße, sagt Geschäftsführerin Petra Adler-Jungeilges. Das reiche, um laufende Kosten wie Miete, Strom und Nebenkosten zu decken und zusätzlich Geld für eigene Spendenzwecke zu sammeln.

Lager sind voll, aber keine Kunden

Aber nun hat Corona die Kette des Mehrfachnutzens von gebrauchter Kleidung, Haushalswaren, Kinderartikeln und Büchern zerschlagen. Das Aberwitzige: Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung hat nie abgenommen und die Lager sind voll. Nur kann der Verein die Ware nicht an bedürftige Menschen weitergeben.

Die Miete und alle anderen Kosten allerdings laufen weiter. Vor dem Umzug von der Widum- an die Antonistraße hatte der Verein viel der großen sozialen Einstellung der ehemaligen Vermieterin zu verdanken. Nun zahlt Humanitas eine übliche gewerbliche Miete.

Verein sucht engagierte Ehrenamtliche

Daher hofft der Verein jetzt dringend auf finanzielle Hilfe von Privatpersonen, Geldinstituten, Firmen oder anderen Einrichtungen, um weiterhin eine Säule im sozialen Gefüge der Stadt sein zu können und die Pandemie zu überstehen. Weil an Aufgeben aber niemand wirklich denkt, sucht der Verein zugleich weitere engagierte, tatkräftige Mitarbeiter, die sich zeitweise im Ehrenamt engagieren möchten. Interessierte melden sich unter Telefon 9721861.

Spendenkonto Humanitas e.V., IBAN: DE64 4105 0095 0000 1601 35 (Spenden sind steuerlich absetzbar.) 

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