"Das geht so nicht"

Verbraucherschutz: Ärger über Inkasso-Unternehmen und weitere Abzocke 

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Kompetente Hilfe vor Ort: Anne Schulze Wintzler (von links), Angret Westermann und Mirja Thürnau von der Verbraucherzentrale.

Hamm – Sie sind da, wenn sich Bürger von Telefonunternehmen, Stromanbietern oder Inkasso-Büros abgezockt fühlen oder sie in Vertragsfallen getappt sind: Die Berater der Verbraucherzentrale haben im Jahr 2018 insgesamt 10.253 Anfragen bearbeitet und damit so manchem Hammer aus der Patsche geholfen.

So ein Handy-Vertrag ist schnell abgeschlossen. Wenn man aber das Kleingedruckte nicht liest, zahlt man oft für Leistungen, die man so gar nicht wollte. Und das kann schnell teuer werden. Bei Stichproben in Hammer Telekommunikationsshops hat die Verbraucherzentrale festgestellt, dass die Anbieter bei der Informationspflicht gegenüber dem Kunden patzen. Oft würden nicht alle wichtigen Unterlagen ausgehändigt oder nur handschriftlich und schlecht lesbar. Einmal habe gar ein Post-It-Zettel genügen müssen, erklärt Angret Westermann von der Verbraucherzentrale. „Das geht so nicht. Da müssen die Verbraucher geschützt werden“, sagt sie. 

Ähnlich sei die Situation bei untergeschobenen Strom- oder Gas-Verträgen. Deshalb setzt sich die Verbraucherzentrale für ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei komplexen Verträgen ein, um zu verhindern, dass Kunden weiterhin über den Tisch gezogen werden. 

Schuldner- und Insolvenzberatung

Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen und der Schuldenberg beachtlich angewachsen, unterstützt die Verbraucherzentrale mit einer Schuldner- und Insolvenzberatung. Teilweise werden erst dann unberechtigte Forderungen ersichtlich. „Damit helfen wir keineswegs nur Haushalten mit knappen Kassen, sondern eröffnen beispielsweise auch finanzielle Spielräume“ sagt Beratungsstellenleiterin Anne Schulze Wintzler. 

Beratung auch im Bereich Gesundheit

Mit ihrem Wechsel nach Hamm kam im vergangenen Jahr auch eine Rechtsberatung im Bereich Gesundheit dazu, die auf Anhieb acht Prozent des gesamten Beratungsaufkommens ausmachte.

Experten-Ratschläge 

Ein besonders großes Ärgernis ist aus Sicht der Verbraucherschützer nach wie vor das Geschäftsgebaren von Inkassounternehmen. Oftmals würden horrende unberechtigte Gebühren auf den eigentlichen Schuldbetrag aufgeschlagen, die auf dem Niveau der Vergütung von Rechtsanwälten liege. Klares Signal der Verbraucherzentrale: Die Kosten dürfen nicht unnötig aufgeblasen werden. Betroffenen raten die Experten deshalb, rechtzeitig zur Beratung zu kommen und nicht automatisch alle Forderungen zu akzeptieren. So spare man viel Geld.

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