Polizei setzt auf Hilfe der Bevölkerung

Verbrannte Erde: Wer sind die Feuerteufel von Bockum-Hövel?

Reifes Getreide vernichtet
+
Reifes Getreide vernichtet: Auf diesem Feld an der Straße Sommerbree unter den Windrädern waren es rund zwei Hektar. Noch zwei weitere Felder steckten Unbekannte im Juli an. Der Schaden geht schnell in die Tausende. 

Fast 40 Mal hat es seit Juni in Bockum-Hövel gebrannt. Zufall? Eher nicht, das sagt auch die Polizei in Hamm. Die sucht händeringend nach Hinweisen.

Bockum-Hövel – Besonders häufig brennt es am Friedhof. Allein in diesem Monat vermeldet die Polizei drei brennende Müllcontainer auf dem Zentralfriedhof an der Horster Straße in Bockum. Immer wurden sie abends in Brand gesetzt, immer am Wochenende. Die Müllcontainer sind kein Einzelfall. Seit Juni hat es knapp 40 kleinere und größere Brände in Bockum-Hövel gegeben, teilt Hendrik Heine mit, Pressesprecher der Hammer Polizei. „Wir haben es mit einer auffälligen Häufung der Delikte zu tun“, sagt er.

Betroffen ist der gesamte Stadtbezirk, und auch außerhalb von Bockum-Hövel hat es in den vergangenen Monaten häufiger gebrannt als sonst. Der oder die Brandstifter haben inzwischen sogar mehrere Autos angezündet, seit Juni brannten insgesamt acht Wagen in Hamm. Vier davon waren in Bockum-Hövel geparkt.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den oder die Täter zu finden“, sagt Heine. Einige Maßnahmen hat die Polizei schon ergriffen: In Bockum-Hövel sind nun vermehrt Streifenpolizisten unterwegs. Außerdem kontrollieren Polizisten in Zivil im Bezirk. „Wir sind aber auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Heine.

Wer sind die Feuerteufel von Bockum-Hövel? Keine leichte Suche

Denn es ist nicht leicht, Brandstifter zu finden. „Es zündet ja keiner ein Auto an, wenn er sieht, dass sich jemand nähert“, sagt Heine. Die Polizei hat aktuell keine Erkenntnisse dazu, ob es sich Einzeltäter oder mehrere Täter handelt, ob es sich um immer dieselben Brandstifter oder unterschiedliche Personen handelt.

Aus juristischer Sicht gelten die wenigsten Brände als Brandstiftung: Als solche definiert sind Fälle, in denen Kraftfahrzeuge, Gebäude oder gar Personen angezündet wurden. Das war in Bockum-Hövel vier Mal der Fall. Diese Fälle werden als Verbrechen eingestuft. Werden der oder die Täter verurteilt, drohen Freiheitsstrafen von nicht unter einem Jahr.

Wer sind die Feuerteufel von Bockum-Hövel? Landwirte gebeutelt

Weitaus häufiger haben Müllcontainer und -eimer, Felder oder beispielsweise Plakate gebrannt. Einzustufen ist dies als „Sachbeschädigung, die durch Feuer verursacht wurde“, erklärt Heine. Dabei handelt es sich um Vergehen, die milder bestraft werden können. Bitter ist das untern anderem für Landwirte, deren Felder angezündet wurden: Die Schäden können hier schnell Tausende Euro betragen – weit mehr, als so manches Auto wert ist.

Allerdings kann aus der Sachbeschädigung schnell eine Brandstiftung werden: Greift das Feuer beispielsweise von einem Feld auf ein Gebäude über, so gilt das Anzünden als Brandstiftung.

Bisher ist bei den Bränden niemand verletzt worden. „Die Brände beeinträchtigen aber natürlich das Sicherheitsgefühl der Bürger“, sagt Heine.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare