Park-Besucher äußern Unverständnis

Vandalismus im Hallohpark: Stadt erzürnt wegen abgesägter Bäume

Mehrere abgesägte Felsenbirnen im Hallohpark. Es sind die nicht die einzigen beschädigten Bäume dort.
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Mehrere abgesägte Felsenbirnen im Hallohpark. Es sind die nicht die einzigen beschädigten Bäume dort.

In den vergangenen Tagen und Wochen ist es im Hallohpark in Bockum-Hövel zu mehreren Vandalismus-Fällen gekommen. Anzeige wurde erstattet, die Suche nach den Frevlern läuft.

Bockum-Hövel – Es ist unglaublich, auf welche perfiden Ideen Vandalen kommen, wenn es darum geht, Unheil anzurichten: In Bockum-Hövel geht ein „Baum-Ripper“ um. Da muss in den vergangenen Wochen wiederholt jemand mit einer Säge durch den Hallohpark gezogen sein, um ganz gezielt Bäume und Sträucher abzusägen. Aufgefallen ist das Mitarbeitern des Grünflächenamtes, die eigentlich zu normalen Pflegeeinsätzen vor Ort waren.

Der erste Fall fiel vor etwa drei Wochen auf, da hatte es drei Felsenbirnen getroffen. Am 23. Februar wurde dann entdeckt, dass an einer Erle mehrere Äste – mehr oder weniger sauber – abgesägt worden waren. Und am 25. Februar entdeckten die Grünflächenamtsmitarbeiter dann eine Stechpalme (Ilex), von der bis auf einen Stumpf nichts mehr übrig geblieben war. Das schon ausladende, buschige Grün lag daneben.

Bilder, die den Betrachter fragend zurücklassen: Wer tut so etwas? An fünf Gewächsen im Hallohpark hat sich ein Vandale mit der Säge ausgetobt: Betroffen ist auch diese Erle.

Stadt hofft auf Hinweise durch Park-Besucher

Jetzt reicht es der Stadtverwaltung, die bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat. Denn ein ähnliches Vorgehen ist nach Auskunft von Stadtsprecher Lukas Huster in den vergangenen Jahren nicht bekannt geworden. Seine Hoffnung: Es muss doch auffallen, wenn jemand mit einer Säge durch den Park zieht. Er hofft nun auf die Mithilfe der Bürger, für die der Park schließlich gepflegt wird. „Wir werden künftig ein wacheres Auge auf diesen Bereich haben“, sagt Huster. Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes sollen häufiger dort unterwegs sein. Ob diese „Patrouillen“ von Erfolg gekrönt werden, ist allerdings dahingestellt. Denn laut Huster ist nicht bekannt, zu welchen Uhrzeiten die Vandalen tätig geworden sind.

Merkwürdig ist die Art, wie der „Beschnitt“ durchgeführt wurde: Mit Ausnahme der Stechpalme, die nur einen Stamm hatte, sind die Gewächse nicht komplett abgesägt worden. Bei den drei Felsenbirnen wurden pro Gewächs ein bis zwei Stämme stehen gelassen. Huster hofft, dass Erle und Ilex wieder ausschlagen: „Trotzdem sind Jahre des Wachstums hinfällig.“ Auch die Felsenbirnen seien nicht tot, aber weil sie an exponierter Stelle stehen, werde überlegt, dort neue Gewächse anzupflanzen.

Park-Besucher äußern Unverständnis

Mit Unverständnis reagieren derweil die Besucher im Hallohpark, die auf die beschädigten Bäume aufmerksam werden. Der WA war am Dienstagnachmittag vor Ort und fragte die Parkbesucher nach ihrer Bewertung solch augenscheinlich sinnfreier Taten. „Die Bäume wurden doch erst vor letztes Jahr oder so gepflanzt“, sagt eine Hammerin und macht ihrem Ärger über die abgesägten Bäume Luft. Eine andere Bockum-Hövelerin kann das Geschehen und die möglichen Beweggründe ebenfalls nicht nachvollziehen. „Ob da jemand Brennholz brauchte?“, fragt sie sich. „Ich verstehe solch unnötige Zerstörung einfach nicht“, sagt ihre Begleiterin.

Eine Hammerin wunderte sich kürzlich über „die merkwürdig abgeschnittenen Bäume.“ Sie vermutete zunächst, dass die Stadt hinter der Sache steckte. Denn nicht immer erschließe sich für den Laien gleich der Sinn, wenn Gewächse auf den Stock gesetzt würden. „Die abgesägten Bäume sind mir sofort aufgefallen. Ich finde es nicht richtig, wenn jemand so etwas macht“, sagt ein regelmäßiger Park-Besucher. „Und wenn – dann sollte man das wenigstens ordentlich machen“, ergänzt er.

Parkbesucher wünschen sich mehr Kontrollen

Viele Besucher äußerten am Dienstag ihren Wunsch nach mehr Sicherheitskontrollen im Hallohpark. Die meisten sind sich sicher, dass dann solch ein Vandalismus erschwert würde. Zudem würde so der Park an Aufenthaltsqualität gewinnen. „Obwohl ich ein Mann bin, der sich zu wehren weiß, gehe ich hier abends nicht mehr mit dem Hund spazieren. Das ist mir viel zu gefährlich. Ich möchte keinen auf die Nase bekommen“, sagt ein Besucher.

Als problematisch bezeichneten viele den Aufenthalt von Drogenabhängigen im Hallohpark. Auch Jugendliche, die sich vor allem abends im Hallohpark aufhielten, wirken auf manche Besucher bedrohlich. Den Wunsch nach mehr Kontrollen äußerten auch einige Parkbesucher, die gerne auch in der Dämmerung dort spazieren gehen würden, sich das aber nicht trauen würden. Eine Frau aus Bockum-Hövel wünscht sich, dass künftig Fahrrad-Polizisten regelmäßig im Hallohpark patrouillieren.

Die Polizei nimmt Hinweise zum „Baum-Ripper“ unter Telefon 916-0 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen.

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