Freude statt Frust

Nach Vandalismus: „Kumpel-Denkmal“ im Lippepark repariert

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Die beschädigten Tafeln im „Ort der Bergbaugeschichte“ wurden repariert.

Zerborstene Scheiben und matte Farben waren einmal: Für rund 10.000 Euro hat die Stadt der „Ort der Bergbaugeschichte“ im Lippepark saniert.

Herringen – Im Mai 2018 hatte der Westfälische Anzeiger erstmals über einen „Anschlag“ auf das beliebte Ausflugsziel im Lippepark berichtet. Zu jenem Zeitpunkt war das Spezialglas an zehn der 23 Blöcke durch Gewalteinwirkungen so stark gesprungen, dass die Texte auf den darunter liegenden Info-Tafeln teilweise gar nicht mehr zu lesen waren. Zuletzt, im August 2020, waren sogar nur noch fünf Blöcke heil.

Schon nach Bekanntwerden der ersten Schäden hatte die Stadt nach Alternativen zum Spezialglas gesucht, was jedoch nicht so einfach war. Anfang dieses Jahres dann der Durchbruch: Die Stadt kündigte an, eine Lösung gefunden zu haben und den „Ort der Bergbaugeschichte“ pünktlich bis zum dritten Lippeparkfest in Verbindung mit dem Radfest NRW zu sanieren.

Die sollten eigentlich am vorigen Sonntag stattfinden, mussten aufgrund der Corona-Pandemie jedoch abgesagt werden. Der „Ort der Bergbaugeschichte“ wurde dennoch saniert – wenn auch einen Tag später.

Schlagresistenter Kunststoff

Wie Stadtsprecher Lukas Huster sagte, wurden im Zuge der Arbeiten zunächst die Ständer – also die Blöcke – gereinigt. Im Anschluss seien Alu-Dibond-Platten mit den entsprechenden Drucken auf die Ständer geklebt worden. „Auf sie wiederum wurden Schutzplatten aus Makrolon gelegt, die mit Silikon verfugt wurden.“ Makrolon sei ein sehr schlagresistenter Kunststoff. „Wir hoffen, dass diese Platten möglichem Vandalismus besser standhalten als zuletzt die Platten aus Sicherheitsglas“, so Huster.

Das hoffen auch Menschen vor Ort. Peter Scholz, Vorsitzender der Herringer Interessengemeinschaft und Bezirksvorsteher-Kandidat der CDU, hatte am Montag bei einem Spaziergang durch den Park die neuen Platten entdeckt. Es freue ihn sehr, dass die Stadt ihre Ankündigung umgesetzt habe, den „Ort der Bergbaugeschichte“ bis Anfang September zu sanieren. In den letzten Monaten sei er kein schöner Anblick mehr gewesen. Jetzt sehe er aber wieder toll aus, zumal auch der Zaun rund um die Protego-Haube gestrichen worden sei.

Über zwei Jahre kaputt

Seine Partei hatte zuletzt im Dezember 2019 den schlechten Zustand einiger Bereiche im Lippepark kritisiert und darauf hingewiesen, dass offenbar finanzielle Mittel fehlten, um Schäden zu beseitigen. „Bereits seit weit über einem Jahr ist der Ort der Bergbaugeschichte stark beschädigt, die Reparaturen sind lange überfällig“, so der stellvertretende Bezirksvorsteher Uwe Dargel damals.

Zuvor hatten auch die Grünen auf den Vandalismus am „Ort der Bergbaugeschichte“ – besonders die ausgekratzten Augen einiger dort abgebildeter Menschen hatten sie schockiert – hingewiesen und vorgeschlagen, für die Ergreifung des oder der Täter eine Belohnung von 500 Euro auszusetzen, was von der Verwaltung jedoch abgelehnt wurde: „Die Verfolgung von Straftaten sowie die Ergreifung eines Täters obliegen der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Von der Auslobung einer Belohnung durch die Bezirksvertretung ist abzuraten.“

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