Prozess in Dortmund

Hammer Bandidos-Rocker stecken Urteile gut gelaunt weg

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Durchsuchungen im Clubheim des Bandidos im August 2017.

Hamm/Dortmund - Nach dem mit Überraschungen gespickten Verlauf des Hammer "Bandido-Prozesses" sind die angeklagten Rocker am Mittwoch zu milden Strafen verurteilt worden.

Das Urteil absehbar. Völlig entspannt nahmen daher die aus mehrmonatiger Untersuchungshaft entlassenen Bandidos auf ihren Anklagebänken Platz und lauschten sichtlich gut gelaunt den Ausführungen des Vorsitzenden Richters Thomas Kelm. Einer der ursprünglich vier Angeklagten glänzte bei der Urteilsverkündung zudem durch völlig legale Abwesenheit. Gegen ihn war kurz zuvor das Strafverfahren wegen geringer Schuld gegen eine Geldauflage eingestellt wurden.

Über die verbliebenen drei Rocker verhängte die 35. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts Bewährungsstrafen von 20 und 18 Monaten. Zwei der verurteilten Männer müssen zudem in den kommenden drei Jahren mit einem Bewährungshelfer zusammen arbeiten und jeweils 1000 Euro Geldstrafe zahlen.

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Das Trio gilt als überführt, am 22. August vergangenen Jahres im Bandido-Vereinsheim an der Ahlener Straße einen "Chicano" mit Faustschlägen traktiert und auf seiner Flucht auf offener Straße erneut attackiert und verprügelt zu haben. Auch wurde sein Auto mit aufgeschlitzten Reifen und abgeknickten Spiegeln demoliert. Bei Wohnungsdurchsuchungen fanden sich bei zwei Bandidos grammweise Heroin und Marihuana sowie diverse Waffen.

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Der weitaus schwerste Vorwurf des Opfers, dass er in dem Vereinsheim unter vorgehaltener Waffe um 400 Euro beraubt worden war, ließ sich in dem Prozess jedoch nicht nachweisen. Der Belastungszeuge verweigerte die Aussage und gilt nach Einschätzung aller Prozessbeteiligten als ausgesprochen unglaubwürdig. Fazit des Vorsitzenden Richters Kelm: "Die Aussage ist laut Aktenlage in einigen Punkten sehr widersprüchlich!"

Zu dem Streit kam es zwischen den Bandidos und ihrem Unterstützer offenbar durch einen so genannten "Bad Talk" des Mannes. Er hatte anscheinend in Rockerkreisen schlecht über ein Mitglied gesprochen; auch wollte er seine Mitgliedschaft ruhen lassen, weil er eine Haftstrafe antreten musste.

 

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