Kein Magenmittel, doch Alkohol

Urteil: Hammerin fährt betrunken auf anderes Auto auf - Polizei staunt über Promille-Begründung

Rund zwei Stunden nach dem Unfall hatte die Unfallverursacherin noch immer 1,65 Promille im Blut.
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Rund zwei Stunden nach dem Unfall hatte die Unfallverursacherin noch immer 1,65 Promille im Blut.

Stress und Sorgen betäubte eine 58-jährige Hammerin Ende 2019 mit Alkohol, setzte sich in ihr Auto und verursachte in Bönen einen Unfall.

Bönen/Hamm – Nun wurde ihr Prozess wegen Straßenverkehrsgefährdung und Fahrens unter Alkoholeinfluss vor dem Amtsgericht Unna fortgesetzt. Dort akzeptierte sie ihre ursprüngliche Strafe am Ende ganz plötzlich doch noch.

Rückblende: Auf der Pelkumer Straße übersah die Hammerin am Abend des 11. Dezembers die rote Ampel und das Bremsen der Fahrerin im Pkw vor ihr. Sie fuhr auf. Die Polizei erschien vor Ort und ein Beamter ordnete an, dass die Frauen mit ihren Autos in die nächste Seitenstraße fahren sollten, damit der Verkehr nicht weiter behindert wurde.

Probleme, Stress, Jobwechsel

Von der Alkoholisierung der Unfallverursacherin wusste er in dem Moment noch nichts. Das offenbarte sich erst, als die 58-Jährige nach einer Irrfahrt verspätet in der Seitenstraße auftauchte, unkonzentriert war und lallte. Eine Untersuchung brachte ans Licht, dass sie rund zwei Stunden später noch immer 1,65 Promille im Blut hatte. Kurz darauf wurde ihr ein Strafbefehl zugestellt: 1800 Euro Geldstrafe und acht Monate Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis. Sie legte Einspruch ein.

Mitte August begann das Verfahren gegen die Frau. Den Griff zur Flasche oder vielmehr zum Fläschchen begründete sie mit Problemen, einem Krankheitsfall in der Familie und einer neuen Arbeit. Mit der Wahl des Alkohols verblüffte sie allerdings: Sie habe reichlich Iberogast, ein hochprozentiges Magenmittel, genommen. Und als sie das getan habe, habe sie nicht damit gerechnet, an dem Abend das Haus noch einmal verlassen zu müssen. Dann jedoch sei der Anruf ihres Arbeitgebers gekommen.

Jetzt sollte die Verhandlung mit der Befragung der anderen Autofahrerin fortgesetzt werden, da der Verteidiger auf ihre Aussage nicht verzichten wollte. Doch dazu kam es nicht mehr: Es ging zwar noch einmal hin und her, doch schließlich nahm der Anwalt den Einspruch im Namen der Angeklagten zurück und die ursprüngliche Strafe wurde somit rechtskräftig.

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