Urteil gegen Drogenpärchen wie ein "Sechser im Lotto"

Mit einem ausgesprochen milden Urteil ist am Dortmunder Landgericht der Prozess gegen ein Pärchen aus Hamm zu Ende gegangen, das zwischen 2013 und 2014 monatelang mit Heroin gehandelt hatte.

Hamm/Dortmund - Die 39 und 34 Jahre alten Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von jeweils zweieinhalb Jahren verurteilt - eine Strafe, die nach der etwas flapsigen Bemerkung eines Prozessbeteiligten einem "Sechser im Lotto" gleichkommt. Das Duo hatte gestanden, monatelang aus den Niederlanden Heroin eingeschmuggelt, selbst konsumiert und über die gemeinsame Wohnung am Schlagenkamp weiter verkauft zu haben. Verurteilt wurden die Angeklagten letztlich für 117 Einzeltaten bei einer Gesamtmenge Heroin von rund einem Kilo.

Zu verdanken haben die beiden Drogenhändler das milde Urteil vor allem der überaus langen Verfahrensdauer. Seit ihrer Festnahme im April 2014 und einer mehrmonatigen Untersuchungshaft hatte die Justiz es nicht hinbekommen, das Strafverfahren gegen die Beiden einzuleiten. In der Folgezeit wurde ihr gemeinsamer Sohn zu Pflegeeltern gegeben, die Suche nach Jobs endete stets erfolglos, da Arbeitgeber und die Agentur für Arbeit immer auf eine drohende Gefängnisstrafe verwiesen.

Neuer Weg der Dealer honoriert

Im Verlaufe der Jahre gelang es den beiden Drogensüchtigen, vom Heroin herunter zu kommen, sie stehen heute dem Ersatzstoff Polamidon. Alle Prozessbeteiligten waren sich einig, dass dieser eingeschlagene Weg der ehemaligen Drogendealer honoriert werden muss und zukunftsweisend sein soll.

Mit Blick auf die von der Justiz zu verantwortende über fünfjährige Zeit des Stillstands erklärten die Richter als Wiedergutmachung zwölf Monate der verhängten Freiheitsstrafe für verbüßt. Der Rest der Strafe wird voraussichtlich unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden können.

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