Reisende bleiben auf den Kosten sitzen

Stornogebühr 80 Prozent: Verbraucherzentrale macht Urlaubern aus Hamm wenig Hoffnung

Romantik pur an einem Strand? Hammer Urlauber hängen womöglich in der Ferienwohnung fest – oder bleiben auf den Kosten sitzen.
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Romantik pur an einem Strand? Hammer Urlauber hängen womöglich in der Ferienwohnung fest – oder bleiben auf den Kosten sitzen.

„Was wird aus unserem Urlaub?“ Dutzende Anrufe dieser Art gehen derzeit täglich bei der Hammer Verbraucherzentrale ein. „Es gibt praktisch kein anderes Thema“, sagt Anne Schulze Wintzler, die Leiterin der Hammer Beratungsstelle.

Hamm – Gute Kunde hat sie dabei nicht für die Ratsuchenden. Anders als beim Osterferien-Lockdown gibt es dieses Mal kein Vermietungsverbot für die innerdeutschen Feriengebiete. „Das bedeutet, dass man grundsätzlich auch aus Hamm zu seinem Reiseziel fahren kann, sich dort aber in Quarantäne begeben muss“, so Schulze Wintzler.

Hamm
Fläche226,3km²
Bevölkerung179.397 (2016)

Wer das – verständlicherweise – nicht tun möchte und seine Reise storniert, bleibt vielfach auf den Kosten sitzen. „Stornogebühren von 80 Prozent sind der Regelfall“, so die Verbraucherschützerin. Die Endreinigung falle zwar weg, der Ferienhaus-/wohnung-Vermieter könne aber auf den übrigen Kosten bestehen.

Storno wegen Corona: Wenig Hoffnung für Reisende

Auch eine Reiserücktrittversicherung helfe da nicht, denn die greift nur, wenn man selbst erkrankt ist und deshalb die Reise nicht antreten kann. Dass die eigene Heimatstadt Coronavirus-Hotspot ist, reicht da nicht aus.

„Wir können nur hoffen, dass die Zahlen in den nächsten Tagen sinken“, so Schulze Wintzler. Bis zum Wochenende sollten sie runter sein, dann könnte in den Herbstferien vielleicht noch etwas möglich sein. Allerdings gibt es in diversen Bundesländern auch noch Karenzzeiten von bis zu zehn Tagen, die nach Unterschreiten des 50er-Inzidenzwertes auch noch greifen.

Die Wahrscheinlichkeit eines schnellen Absinkens RKI-Werts ist nach der jüngsten Entwicklung mit neuen Fällen in Seniorenheimen allerdings gering. Ein Ehepaar aus Hamm hatte eine Rundreise bereits abbrechen müssen, weil es an seinem Urlaubsort nicht willkommen war. Nach und nach klären sich Fragen zu den türkischen Hochzeitsfeierlichkeiten, die als Superspreading-Event gelten und die vielen Neuinfektionen zur Folge hatten. Nach wie vor gilt ein Henna-Abend als Hauptereignis der Infektionswelle.

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