Das Virus als ungewolltes Souvenir

Urlaub in Corona-Zeiten: Wichtige Infos für Rückkehrer aus Hamm

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Nach ihrem Urlaub sollten sich die Hammer möglichst auf Corona testen lassen - mindestens für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist das verpflichtend.

Jetzt rollt die große Welle auf Hamm zu. Gemeint ist damit allerdings (noch) nicht eine zweite Corona-Welle mit etlichen neuen Infizierten, sondern vielmehr die der Urlaubsrückkehrer.

Hamm – Allein am Dienstag mussten sich 119 Hammer vorübergehend in Quarantäne begeben, weil sie kein negatives Corona-Testergebnis nachweisen konnten. Weil gleichzeitig 43 Personen aus der Beobachtung wieder entlassen wurden, befinden sich aktuell 367 Hammer in häuslicher Isolation. Tendenz zum Ferienende: stark steigend. Der überwiegende Teil dieser Menschen sind Urlaubsrückkehrer.

Auch bei den Infizierten spielen die Heimkehrer aus dem Sommerurlaub inzwischen die Hauptrolle. Sechs der aktuell zwölf offiziell Infizierten in Hamm haben sich im Urlaub angesteckt. Eine Person reiste aus Ghana ein, drei aus Bosnien und zwei aus dem Kosovo.

Angesichts dieser Zahlen appelliert Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann an alle Reiserückkehrer aus vom Robert-Koch-Institut deklarierten Risikogebieten, sich beim Gesundheitsamt zu melden. Idealerweise sollte dann schon ein negativer Corona-Test vorliegen, der nicht älter als 48 Stunden ist und vor der Rückkehr gemacht wurde. So könne die vorbeugende Quarantäne verhindert werden.

Corona-Tests auch beim Hausarzt möglich

Alternativ dazu sind Tests beim Hausarzt möglich. Diese sind seit dem 1. August auch für Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten kostenfrei, wenn die Probenentnahme spätestens 72 Stunden nach der Ankunft in Hamm erfolgt. Die Kosten trägt die Kassenärztliche Vereinigung (KV).

Diese Regelung ist allerdings offenbar längst noch nicht allen Hausärzten und deren Mitarbeitern bekannt  – obwohl sie von der KV informiert worden waren. In der Redaktion meldeten sich mehrere Urlaubsrückkehrer, die für ihren Test weiterhin zahlen sollten – bis zu 130 Euro. Auch an der Hotline der Stadt sei ihnen Anfang der Woche nicht weitergeholfen worden.

Als dann nach etlichen Telefonaten letztlich klar war, dass ihnen ein kostenfreier Test zusteht, waren die 72 Stunden verstrichen. Der Unmut bei den Betroffenen war groß. Was bringe es da noch, sich vorbildlich zu verhalten, wenn gängige Gesetze von Ärzten und Verwaltung nicht beachtet würden, so der Tenor.

Fünf Mitarbeiter aktuell an Corona-Hotline

Stadtsprecher Tom Herberg bedauert, dass nicht in jedem Fall schnell geholfen werden konnte. Er verwies allerdings auch auf die schwierige Aufgabe für die Hotline-Mitarbeiter. Es sei immer wieder eine Herausforderung, die vielen Detailfragen der Anrufer zu beantworten – gerade, wenn sich praktisch jeden Tag etwas an den geltenden Regeln ändere.

Aktuell ist die Hotline der Stadt (Telefon: 02381/176444) montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr von fünf Mitarbeitern besetzt, die ankommende Anrufe bei weitergehenden Fragen an Fachpersonal oder Ärzte im Gesundheitsamt weiterleiten. Insbesondere nach neuen Erlassen der Landesregierung sei der Fragebedarf in der Bevölkerung weiterhin hoch. „Das alles zu beantworten, funktioniert in der Regel gut. Es kann an Spitzentagen allerdings vorkommen, dass man nicht sofort durchkommt und in der Warteschleife landet“, so Herberg.

Nicht selbstständig im Gesundheitsamt anrufen

Um die Arbeitsfähigkeit der Stadt-Mitarbeiter sicherzustellen, bittet die Verwaltung ausdrücklich darum, zur Erfragung des eigenen Corona-Testergebnisses nicht selbstständig im Gesundheitsamt anzurufen. Das blockiere derzeit viele Leitungen unnötig. Denn: In solchen Fällen dürfen aus Datenschutzgründen keine Angaben gemacht werden, weil nicht sichergestellt ist, ob der Anrufer auch derjenige ist, für den er sich ausgibt.

Bei einem positiven Corona-Test würden Betroffene umgehend telefonisch oder persönlich informiert, so Herberg. Bei negativen Ergebnissen sollen die Personen nun auch informiert werden. Das geschehe allerdings noch über den Postweg, sodass es einen zeitlichen Verzug gibt.

Abhilfe dürfte da in den kommenden Tagen eine neue Informationsstelle schaffen. Bei den nächsten Corona-Tests soll Betroffenen ein Flyer mit einem personalisierten QR-Code – also einem scanbaren Link zu einer Internetseite – ausgehändigt werden. Dort soll dann selbstständig das Testergebnis abgerufen werden können. Und zwar, sobald die Probe vom Corona-Labor ausgewertet worden ist. „So haben die Menschen viel schneller Gewissheit“, erklärte Herberg.

Wohin mit dem neuen Haustier nach der Corona-Isolierung?

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