Nur ein verkaufsoffener Sonntag: „Das ist unsozial“

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Verkaufsoffener Sonntag in der Hammer City.

Hamm - Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) übt scharfe Kritik an der Entscheidung von CDU und SPD, in diesem Halbjahr in Hamm nur einen verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen.

„Wir brauchen mit der Großen Koalition nicht den verlängerten Arm weniger Gewerkschaftsfunktionäre, sondern ein klares Bekenntnis zu den Menschen, die Wohlstand für unsere Stadt generieren und nicht denen, die immer nur Wohlstand verteilen wollen“, sagte Gerhard Draband, Leiter des BVMW-Kreisverbandes Hamm/Unna. Draband fragt sich, ob Unternehmer Bürger zweiter Klasse sind und welches Werteverständnis die Große Koalition im Rat der Stadt eigentlich hat. 

Notwendigkeit insbesondere in Stadtteilen

Nach nun umfangreichen Gesprächen mit Arbeitgebern aller Stadtteile, komme man sehr schnell zu dem Schluss, dass es einen breiten Konsens und auch die Notwendigkeit der offenen Sonntage, insbesondere in den Stadtteilen, gibt. „Unsozial ist es, kampflos den Entscheid einer einzelnen Gewerkschaft zu folgen“, ärgert sich Draband. Wie berichtet, verzichtet die Stadt aus Sorge vor einer Klage durch die Gewerkschaft Verdi auf verkaufsoffene Sonntage in Herringen und Rhynern. 

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Der Rat stimmt diesem Vorgehen am vergangenen Dienstag mit Stimmen von CDU und SPD zu. Der BVMW befürchtet, dass hier Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Durch die abgesagten Sonntage würden den Unternehmen dringend benötige Umsätze entzogen. „Auch wenn die Lokalpolitik mit dem getroffenen Entschluss ‘gut leben’ kann, für Unternehmer und deren Mitarbeiter geht es um nicht weniger als deren Existenz“, so Draband. 

Verantwortung und Spaß

Aus Unternehmergesprächen wisse er, dass die allermeisten Mitarbeiter diese Events mittragen, einerseits aus Verantwortung, aber auch aus Spaß. Beiläufig sei erwähnt, dass diese Arbeitsstunden auch sehr gut honoriert würden. „Stellen sie sich doch einmal vor, es werden an diesen Sonntagen nur die Mitarbeiter eingesetzt, die unbedingt wollen?“, so Draband. Der Verband erinnert daran, dass Hamm als zukunftsunfähigste Stadt in Deutschland gewählt wurde und dies gepaart mit dem geringsten verfügbaren Einkommen. 

„Bevor künftig diese Events, die auch immer mehr Lebensqualität in die Stadt bringen, leichtfertig von der Tagesagenda gewischt werden, wünsche ich mir, dass sich die Verantwortlichen vorab erinnern, wer hier eigentlich für Wohlstand, soziale Errungenschaften und gefüllte Steuerkassen sorgt“, bezieht Draband deutlich Position. Unternehmer, deren Mitarbeiter und auch die Besucher dieser Kulturereignisse und Shoppingerlebnisse seien die Leistungsträger unserer Gesellschaft. 

"Stimme des Mittelstands"

Der BVMW spricht im Rahmen seiner Verbändeallianz als „Stimme des Mittelstands“ für mehr als 270.000 kleine und mittlere Unternehmen deutschlandweit, die rund 9 Millionen Arbeitnehmer beschäftigen. Über 300 BVMW-Geschäftsstellen im In- und Ausland setzen sich für die im Verband organisierten Unternehmer ein. 

Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind die Bildung von Netzwerken, die Organisation von Veranstaltungen und die politische Interessenvertretung. Zusammen mit seinen über 40 angeschlossenen Fach- und Branchenverbänden ist der BVMW die größte freiwillig organisierte Kraft des deutschen Mittelstands. In NRW ist der BVMW mit 40 Kreisgeschäftsstellen in den Regionen präsent.

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