Lösung für "Advansa" in Uentrop: Zitterpartie beendet, Jobs gesichert

Dr. Heinz Meierkord leitet den Polyesterfaserhersteller Advansa in Uentrop.
+
Dr. Heinz Meierkord leitet den Polyesterfaserhersteller Advansa in Uentrop.

Der Polyesterfaserhersteller Advansa mit Hauptsitz in Uentrop ist an die niederländische Investment Holding „Sverige Netherlands“ verkauft worden. Alle 165 Mitarbeiter, 110 davon im Werk an der Frielinghauser Straße in Uentrop, werden demnach ihren Job behalten.

Hamm – Mit dem Verkauf endet eine knapp einjährige Zitterpartie um den Erhalt des Uentroper High-Tech-Konzerns. Im Februar 2019 hatte Advansa-Inhaber Dr. Heinz Meierkord eine Insolvenz in Eigenverantwortung einleiten müssen. Neben einer überhitzten Lage auf dem Stapelfaser-Weltmarkt sowie steigenden Rohstoffpreisen und damit sinkender Gewinnmarge hatte Advansa der Genickbruch auch durch eine Erblast aus alten DuPont-Zeiten gedroht.

Im Jahr 2011 hatte Meierkord die Firma übernommen und sich dazu verpflichten müssen, dass das vom Vorgänger DuPont installierte Pensionswerk weiter bedient würde. Mitarbeiter, die vor 2006 eingestellt worden waren, hatten Anspruch auf eine Betriebsrente. Die Zahl dieser Rentenempfänger lag im Frühjahr 2019 nur noch knapp unter der der aktiven Belegschaft. Kosten von einer Million Euro entstanden so, und die Eigenkapitalquote drohte in den roten Bereich abzurutschen.

Der Name bleibt erhalten

Im Zuge der Insolvenz in Eigenverantwortung gelang es, dass der Pensionssicherungsverein ab Mai diese Kosten übernahm. Der Kontakt zu den holländischen Investoren wurde ebenfalls in dieser Zeit hergestellt. „Sverige Netherlands“ ist mit den Hauptgesellschaftern von „PT Asia Pacific Fibers Tbk“ (APF) verbunden, einem indonesischen Polyesterhersteller mit einem Jahresumsatz von 430 Millionen US-Dollar. Advansa hatte mit APF seit einer Dekade zusammengearbeitet. Dies wird nun intensiviert.

Die notariellen Verträge über das Investment wurden am Dienstagabend unterzeichnet. In etwa einem Monat werden sie umgesetzt werden. Der Name Advansa bleibt erhalten, Meierkord (61) bleibt als CEO im Unternehmen. Gestern Vormittag wurden zunächst die Mitarbeiter in Uentrop über den Unternehmensübergang informiert. Meierkord stellte in Aussicht, dass es nun auch zu Investitionen in Uentrop kommen werde. „Jetzt können wir alle wieder Vollgas geben“, so Meierkord.

Das ist "Advansa":

Advansa stellt Markenfüllfasern her, die unter anderem in Steppbetten, Kopfkissen und Matratzen verwebt werden. Ebenso werden Fasern für die Automobil- und Papierindustrie hergestellt. Vielfach werden gebrauchte PET-Flaschen verwertet. Jahresumsatz: 45 Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare