Ausgaben für Unterhaltsvorschuss verdoppelt

Stadt zahlt immer mehr Geld für Trennungskinder

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Hamm – Drastisch erhöht haben sich binnen zwei Jahren die Ausgaben für Zahlungen von Unterhaltsvorschuss in Hamm.

Das Geld fließt Trennungskindern zu, bei denen ein an sich unterhaltspflichtiger Elternteil nicht zahlt oder nicht zahlen kann. In diesen Fällen springt der Staat ein; der Bund zahlt 40 dabei Prozent, Land und Kommune jeweils 30 Prozent. Die Rücklaufquote ist äußerst gering.

In Hamm haben sich die Ausgaben in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt. Das geht aus einer Mitteilung des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration hervor. Hamm liegt über dem Landesschnitt.

Grund für die Mehrausgaben sind nicht eine weiter sinkende Zahlungsmoral oder sinkendes Zahlungsvermögen der Väter beziehungsweise Mütter, sondern begründet sind die Mehrausgaben in einer Gesetzesänderung, mit der der anspruchsberechtigte Personenkreis drastisch ausgedehnt wurde.

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Gesamtausgaben bei 8,2 Millionen Euro

Trennungskinder haben heute unter anderem viel länger und bis zum Erwachsensein einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Die Gesetzesänderung trat 2017 in Kraft, schlug aber 2018 erst vollends zu Buche, weil die Masse an Neuantragsstellungen erst da (rückwirkend) abgearbeitet werden konnte.

Die Gesamtausgaben in Hamm lagen in 2018 bei 8,2 Millionen Euro. Der kommunale Anteil betrug dabei 2,5 Millionen Euro. Etwa 2600 Kinder und Jugendliche erhalten in Hamm Unterhalsvorschuss. Vor der Gesetzesreform waren es 1320. Damals erhielten nur Kinder bis zum elften Lebensjahr diese Leistungen. Die Rückholquote liegt in Hamm bei etwa 12 Prozent, vor der Gesetzesreform lag sie bei 19 Prozent.

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