Naturschützer verärgert

„Vergessenes Riesen-Rohr“: Das ist Hamms ungewöhnlichste Müllkippe

Das vergessene Rohr an der Straße Zur grünen Aue.
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Ein riesiges Rohr wurde vor Jahren an der Straße Zur grünen Aue „vergessen“.

Sie gibt es in allen Stadtteilen: wilde Müllkippen. Die wohl ungewöhnlichste befindet sich derzeit in Weetfeld. An der Straße „Zur grünen Aue“ lagert schon seit etwa zehn Jahren ein riesiges Leitungsrohr, das teilweise selbst zugemüllt wurde. Doch seine Entsorgung gestaltet sich als schwierig.

Weetfeld – Ulrich Schölermann, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft (BG) gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft und Bezirksvertreter der Grünen in Pelkum, ist das gar nicht grün: An der Straße „Zur grünen Aue“ verschandelt ein etwa zehn Meter langes Leitungsrohr mit einen Durchmesser von circa einem Meter die Landschaft. „Zuwuchern kann es nicht, dafür ist es zu groß“, so Schölermann. Und so roste es weiter munter vor sich hin.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem. Findige Müllentsorger hätten dort, neben ein paar Lumpen, zwischenzeitlich vier Autoreifen sowie und ein großes Metallteil entsorgt. „Und dort, wo Müll liegt, kommt weiterer hinzu“, so Schölermann. Immerhin: Die Autoreifen, das Metallteil und der restliche Müll seien, wie der BG-Vorsitzende schilderte, im Januar von der Stadt entsorgt worden.

Vergessenes Riesen-Rohr: Schwieriger Abtransport

Doch das Rohr liegt noch immer da. Dabei habe er, wie Schölermann sagte, die Stadt bereits im November 2020 über den Missstand informiert. Dort habe man ihm mitgeteilt, dass die Entsorgung des Rohres nicht einfach sei. „Das Teil ist einfach zu groß. Kran und Lkw sind nötig, um es abzutransportieren.“ Aber vielleicht finde sich ja, so Schölermann, ein Altmetallsammler, der sich mit einem Trennschneider am Rohr zu schaffen macht.

Doch das ist bislang nicht geschehen. Und auch der Versuch der BG Weetfeld, die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) um Amtshilfe zu bitten, war nicht von Erfolg gekrönt. „Von der Feuerwehr habe ich die Antwort erhalten, dass sie das Rohr nicht beseitigen können, weil sie nicht über so große Fahrzeuge verfügen, dass sie es transportieren können. Auf meine Frage zum Zerschneiden vor Ort ist sie nicht eingegangen.“ Auch vom THW gab es mit Blick auf die Entsorgung ein „Nein“. Er habe die Antwort bekommen, dass man das Rohr ebenfalls nicht in Gänze transportieren könne und dass ein Zerlegen im Rahmen einer „Übung“ vor Ort nicht infrage komme. Das wäre zu umfangreich. „Das THW-Gesetz lässt auch keinen rechtlichen Rahmen als Einsatzoption zur Gefahrenabwehr zu“, erklärte der Weetfelder.

Also bleibt nur noch die Stadt. Er habe, wie Schölermann sagte, Oberbürgermeister Marc Herter um Hilfe ersucht.

Vergessenes Riesen-Rohr: Nachwirkungen des Inlogparcs

Bleibt noch die Frage: Woher kommt das Rohr eigentlichen? Und vor allem: Wer hat es vergessen? Wie Schölermann recherchiert hat, besteht ein Zusammenhang mit der Erschließung des Inlogparcs. Dafür musste auch der Niedervöhdebach verlegt werden. Das besagte Rohr sei für die Unterführung der Straße Zur grünen Aue vorgesehen gewesen, dann aber offensichtlich nicht mehr benötigt worden, so der Vorsitzende BG.

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