Trotz Wegfall der Priorisierung

Ungeimpfte in Hamm: Ab Montag gibt es nicht mal Termine

Nicht ganz die Hälfte der Menschen in Hamm ist inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Wer darüber hinaus noch Bedarf hat, hat vorerst schlechte Karten.

Hamm - Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der Stadt 119.314 Impfungen verabreicht worden, davon 82.834 Erst- und 36.480 Zweitimpfungen. 25.291 Erst- und 6140 Zweitimpfungen wurden von niedergelassenen Ärzten durchgeführt.

Wenn am Montag die Priorisierung für alle zur Verfügung stehenden Impfstoffe aufgehoben wird, müssen sich die noch Ungeimpften weiter in Geduld üben. Der Impfstoff bleibe weiterhin knapp, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit. Die einzelnen Praxen könnten derzeit nur den Mangel verwalten und würden weiterhin nach medizinische Kriterien impfen. Auch in den Impfzentren werden laut KVWL bis weit in den Juni hinein keine Erstimpfungen möglich seien.

Schlechte Aussichten also für alle, die gerade jetzt einen Termin ausmachen wollen. Sich beim niedergelassenen Arzt zu registrieren, sei grundsätzlich eine gute Idee, hieß es bei der KVWL. Man rate aber von telefonischen Anfragen in den kommenden Tagen ab. Wann wieder Termine für die Impfzentren buchbar seien, werde das Land bekanntgeben.

Hausarzt Wischniowski rät zu Geduld

Der Hammer Hausarzt Dr. Hubert Wischniowski rät zur Geduld. Tatsächlich sei die Versorgung mit Impfstoffen derzeit schwierig. Er sehe im Sommer aber ein geringeres Risiko, sich zu infizieren. Außerdem werde weiter geforscht und produziert. In absehbarer Zeit werde genügend Impfstoff zur Verfügung stehen.

Von Montag an dürfen auch die Betriebsärzte impfen. In welchem Umfang sie das in Hamm tun werden, ist unbekannt. Die Stadt weiß nur von zwei Betrieben, die dafür gerne das Impfzentrum nutzen würden, aber selbst noch nicht wussten, ob sie überhaupt Impfstoff bekommen.

Achtung bei Impfausweisen

Wer lediglich einen alten (weißen oder roten) Impfausweis besitzt, könnte trotz vollen Impfschutzes Schwierigkeiten bekommen, in bestimmte Urlaubsländer zu verreisen. Insbesondere dort, wo ohnehin schon Impfauflagen bestehen (Malaria et cetera) wird nur der „neue“, gelbe Impfausweis anerkannt. Umschreibungen von alt auf neu können allein über die Hausärzte erfolgen, teilte die Stadtverwaltung auf WA-Anfrage mit. Das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt seien hierfür die falschen Adressen. Ganz neue Ausweise würden dagegen von den Impfstellen ausgegeben.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press | Cecilia Fabiano

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