„Null-Toleranz-Strategie“

Unerwartete Blitzerfalle: Polizei Hamm informiert nicht mehr, wo sie das Tempo kontrolliert

Neben der Stadt Hamm ist auch die Polizei immer wieder im Hammer Stadtgebiet im Einsatz, um Tempoverstöße zu ahnden.
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Neben der Stadt Hamm ist auch die Polizei immer wieder im Hammer Stadtgebiet im Einsatz, um Tempoverstöße zu ahnden.

Warnungen, wo die Hammer Polizei ihre Blitzer an Straßen scharf stellt, wird es künftig nicht mehr geben. Die Polizei hat seit Anfang Juni die wöchentlichen Ankündigungen der Standorte der Geschwindigkeitskontrollen eingestellt.

Hamm – Hintergrund ist eine Formulierung im Papier der „Fachstrategie Verkehr“ des Innenministeriums NRW. Bereits im November 2018 hatte das Ministerium seine Polizeibehörden dazu angehalten, Messstellen und Geschwindigkeitsüberwachungen grundsätzlich nicht anzukündigen. „Wir überwachen ohne Ankündigung und nutzen den Überraschungseffekt. Und wir halten den, der sich nicht an die Regeln hält, auch an, um ein Umdenken zu erzwingen und Rowdys sofort aus dem Verkehr zu ziehen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul seinerzeit.

Strategiewechsel: Schneller auf Beschwerden von Anwohnern reagieren

Allerdings hatte er den Behörden eine Hintertür offen- und Ausnahmen zugelassen. Darauf hat sich die Hammer Polizei in den vergangenen Jahren berufen. „Die Polizei Hamm hatte bislang von dieser Ausnahme Gebrauch gemacht, um das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion zu halten und auf den – schwer messbaren – präventiven Effekt gesetzt“, erklärt Polizei-Pressesprecher Hendrik Heine.

Nun kommt es in der Behörde zum Umdenken. Die Polizei will die Maßnahmen der Geschwindigkeitsüberwachung neu ausrichten, flexibler machen und sich nicht mehr starr an die angekündigten Standorte halten. „So können wir beispielsweise schneller auf Beschwerden von Anwohnern eingehen und entsprechend reagieren“, sagte Heine.

Heine: „Flächendruck und Entdeckungsrisiko erhöht“

Natürlich werde es in Zukunft auch weiterhin eine polizeiliche Geschwindigkeitsüberwachung geben, allerdings würden die Messstellen nicht mehr angekündigt. Heine: „Dadurch werden Flächendruck und Entdeckungsrisiko erhöht. Regelwidriges Verhalten wird mit einer Null-Toleranz-Strategie konsequent geahndet.“

Um einen Lerneffekt zu erzielen, sollen die Raser angehalten werden. „Wir wollen darauf hinweisen, warum es so gefährlich ist, zu schnell zu fahren, und warum es vielleicht genau an dieser Stelle gefährlich ist“, erklärt die Polizei. Ziel ist und bleibe die Erhöhung der Sicherheit für die Menschen im Straßenverkehr. Nach wie vor sei überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache Nummer 1. Heine: „Und wir wollen natürlich die daraus resultierenden – teils schwerwiegenden – Verkehrsunfälle mit ihren verheerenden Folgen verhindern.“

Die Stadt Hamm wird im Übrigen an ihrer Strategie festhalten und die Geschwindigkeitsmesspunkte weiter veröffentlichen.

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