Zu unattraktiv: Gästehaus Sylverberg wird für viel Geld modernisiert

Denkmalgeschützt, aber wenig attraktiv für Gäste: das Jugendgästehaus Sylverberg im Kurpark Hamm.
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Denkmalgeschützt, aber wenig attraktiv für Gäste: das Jugendgästehaus Sylverberg im Kurpark Hamm.

Das denkmalgeschützte Jugendgästehaus Sylverberg im Hammer Osten soll fit für die Zukunft gemacht werden. Dazu will die Stadt Hamm viel Geld in die Hand nehmen.

Hamm – 3,5 Millionen Euro sollen Um- und Neubau kosten. Der Rat der Stadt Hamm beschäftigt sich in seiner nächsten Sitzung am 17. März mit dem Thema. Geplant sind 30 neue rollstuhl- und behindertengerechte Schlafplätze, familienfreundliche Unterkunftsmöglichkeiten und ein neuer Speisesaal mit Blick in den Kurpark. Damit wollen Trägerverein und Stadt Hamm „Sylverberg“ attraktiver machen. Statt 53 gibt es demnächst 80 Betten. Seitlich des Haupthauses soll ein Anbau entstehen.

Der Stadt Hamm gehört das Haus, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. Seit 1992 kümmert sich ein Trägerverein um die Unterkunft, die für Schulklassen und andere Gruppen eine Herberge bietet. Für die Verpachtung nimmt die Stadt kein Geld, die Nebenkosten werden durch den Trägerverein übernommen. 4300 Gäste zählte der Verein im vergangenen Jahr. In ganz Hamm stiegen die Übernachtungszahlen von Besuchern derweil kräftig an.

Zum Duschen ins Erdgeschoss

Untergebracht werden die Besucher derzeit in Vier-, Sechs-, und Achtbett-Zimmern. Im Obergeschoss gibt es keine sanitären Anlagen. Gäste müssen über Treppen die Toiletten und Duschen im Erdgeschoss erreichen. Die Anforderungen an eine moderne Gruppen-Unterkunft sind schon lange nicht mehr erfüllt. „Die Vermietung gestaltet sich immer schwieriger“, hatte schon vor einigen Jahren der Trägerverein angemerkt und ein Architekturbüro beauftragt. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurde zudem ein Zukunftskonzept entwickelt. Das hat vor allem auch rollstuhlgerechte Übernachtungsmöglichkeiten im Blick. Denn in der Nähe der Unterkunft gibt es nur wenige Zimmer für Rollstuhlfahrer.

Die Stadt Hamm ist sich sicher: „Durch den Um- und Neubau wird nicht nur eine Lücke geschlossen, sondern vielmehr der Gesundheitsstandort Hamm in der Nähe der Klinik für Manuelle Therapie sowie den Reha-Einrichtungen des Maximare und Reha Bad Hamm besonders aufgewertet“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Es könnten Veranstaltungen in größerem Umfang für Behinderte und Rollstuhlfahrer angeboten und durchgeführt werden.

Familienzimmer für Radwanderer

Im Blick haben Trägerverein und Stadt Hamm auch Radwanderer, die die Römer-Route oder andere Radtouren im südlichen Münsterland befahren. Für sie sollen unter anderem moderne Familienzimmer gebaut werden. Durch Werbung und Marketing will die Stadt zudem Sportler, die die naheliegenden Sportstätten zu Wettkämpfen oder Trainingslagern besuchen, auf das Jugendgästehaus aufmerksam machen.

Im Herbst 2020 sollen die Planungen konkretisiert, im Jahr darauf mit dem Bau begonnen werden. Der Altbau wird komplett entkernt, sanitäre Anlagen werden aus den einzelnen Zimmern herausgenommen und zentrale Sanitäranlagen (Toiletten/Duschen) eingerichtet. Außerdem werden statt Küche und Speisesaal weitere Gästezimmer sowie Tagungsräume eingerichtet. Der Neubau erhält barrierefreie Gästezimmer mit flexibler Bettenanzahl und Bäder, einen Aufzug, Speisesaal, Küche und Verwaltungsbüros.

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