Aktion nicht angemeldet

Anti-Atom-Aktivisten protestierten am Bahnhof

Aktion am Dach des Busbahnhofs.

HAMM - Mit einer "Kletter-Aktion" haben vier Aktivisten der Umweltschutzorganisationen "Robin Wood" und des "Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen" unter anderem auf dem Vordach des Hammer Hauptbahnhofs gegen Atomtransporte und Atomanlagen protestiert.

Die Aktion hatte am späten Montagvormittag gegen 11.30 Uhr begonnen und dauerte bis etwa 14.10 Uhr. Die Polizei war vor Ort und beobachtete die Situation. Die Kletterer kamen schließlich freiwillig wieder herunter. Sie müssen mit einer Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz rechnen, unter anderem weil das Unternehmen nicht angemeldet war. 

Neben dem Protest auf dem Vordach des Hammer Hauptbahnhofs hatten sich zwei Klettererer vom Dach des Busbahnhofes abgeseilt und Transparent mit der Aufschrift "Atomtransporte stoppen" und "Vermeiden statt verschieben" entrollt. Damit sollte auch auf die immer wieder durch Hamm fahrenden Urantransporte zur Versorgung der Uranfabrik in Gronau hingewiesen werden. Die anderen Beteiligten verteilten Flyer. Ähnliche öffentlichkeitswirksame Kletter-Aktionen hatte es in den vergangenen Tagen auch in Dülmen, Rheine und Emsdetten gegeben.

Matze Dröge von Radio Lippewelle war auch vor Ort - HIER ist der O-Ton zu finden!

Anlässlich des zweiten Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Fukushima wollen nach Angaben von Robin Wood am 9. März zahlreiche Menschen für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft demonstrieren - in Gronau wollen sie die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage "in die Zange nehmen". Außerdem sind eine Aktions- und Menschenkette rund um das AKW Grohnde sowie Demonstrationen in Gundremmingen und Neckarwestheim geplant.

Weitere Bilder von der Aktion am Bahnhof:

Anti-Atom-Aktion von Robin Wood am Hammer Hauptbahnhof

"Unser Protest richtet sich vor allem dagegen, dass die Uranfabriken in Gronau und Lingen unbefristet atomare Risiken erzeugen und exportieren dürfen", erklärte Irene Thesing vom "Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen". Über 10.000 Menschen hätten bereits per Unterschrift die Forderung von Robin Wood unterstützt, die Uranfabrik Gronau stillzulegen.

Aktivisten auf dem kleinen Vordach des Bahnhofs.

Die Aktivisten fordern den sofortigen Atomausstieg und eine dezentrale und demokratische Energiewende. "Bisher wird hierzulande gerade mal ein Viertel des Stroms regenerativ erzeugt, und schon tritt die Bundesregierung bei der Energiewende auf die Bremse", sagt Florian Kubitz von Robin Wood. Deutschland habe "genug Ressourcen, um sich mit regenerativer Energie zu versorgen. Wir müssen so schnell es geht umsteigen. Unsere derzeitige Energieversorgung führt nicht nur zu atomaren Risiken und in die Klimakatastrophe, sie beutet auch die Menschen aus, die in den Uranminen im Niger oder im Kohletagebau in Kolumbien Rohstoffe abbauen".

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