1. wa.de
  2. Hamm

Umstrittene Straße: Stadt und Ampel wollen mehr Planer für B63n - CDU fragt Grundsätzliches nach

Erstellt:

Von: Cedric Sporkert

Kommentare

Entlang des Rangierbahnhofs soll die B63n auf 9,4 Kilometern von der A2-Abfahrt in Bönen bis in die Hammer Innenstadt führen.
Entlang des Rangierbahnhofs soll die B63n auf 9,4 Kilometern von der A2-Abfahrt in Bönen bis in die Hammer Innenstadt führen. © Hans Blossey

In der vergangenen Woche ist die Entwicklungsagentur für den rund 500 Millionen Euro teuren Umbau des Hammer Rangierbahnhofs gegründet worden. Sie soll dafür sorgen, dass alle Projektabschnitte und Planungsschritte miteinander abgestimmt sind. Eine der ersten Aufgaben wird sein, das Areal überhaupt ans Straßennetz anzubinden.

Hamm - Langfristig soll die noch zu bauende B63n die Hauptlast der zu- und abfahrenden Lkw tragen. Die rund 9,4 Kilometer lange Straße zwischen Bönen-Nordbögge und der Hafenstraße wird seit Jahrzehnten geplant – seit 2019 von zwei vom Land bezahlten Kräften im Hammer Rathaus. Erst 2038 soll die Straße nach aktuellem Zeitplan fertig sein. Kommt durch die Entwicklungsagentur und klare Bekenntnisse von Bahn, Bund und Land nun mehr Tempo in die Planung?

Herter: „Bereit, jede Planungsbeschleunigung umzusetzen“

„Wir sind bereit, jede Planungsbeschleunigung praktisch umzusetzen, die uns andere vom Regular und dem Finanziellen her ermöglichen“, erklärte Oberbürgermeister Marc Herter. Die Ampel-Koalition habe vereinbart, mehr Planer einzustellen, sollten Bund und Land das finanzieren. „Ich warne aber wegen der gesetzlich gegebenen Planungsläufe und Beteiligungsverfahren davor, anzunehmen, dass mit mehr Planern auch ein höheres Tempo an den Tag gelegt wird“, so Herter.

Die einzelnen Verfahren würden schließlich aufeinander folgend ablaufen. „Ich habe schon früh gesagt, dass mir sehr daran gelegen ist, alles, was geht, parallel zu machen. Nur dann ergeben auch zusätzliche Planer Sinn. Diesen Wunsch haben wir auch an Straßen.NRW herangetragen – bisher ohne Antwort“, sagte der OB.

Er könne sich auch gut vorstellen, dass für die gesamte Umsetzung des Rangierbahnhofs inklusive Straßenanbindung ein eigenes Planungsgesetz erlassen wird, wie es aktuell bei den neuen LNG-Terminals für Flüssiggas in der Nordsee der Fall ist. „Das liegt aber nicht in meiner Hand.“

Erster Bauabschnitt soll zwischen 2025 und 2030 fertig sein

Zwischenzeitlich soll die ebenfalls noch zu bauende K35n zwischen Kamener Straße und Rathenaustraße für eine Anbindung des Rangierbahnhofs sorgen. „Dieser Kilometer Straße geht relativ zügig“, schätzt Herter ein.

Der erste Abschnitt des neuen „Multi Hubs Westfalen“ auf dem Bahnareal soll in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in den Betrieb gehen. Spätestens dann müsste auch die Straße fertig sein. Entsprechenden Verkehrsgutachten zufolge werde durch die neue Straße „der eine oder andere Lkw mehr“ in der Stunde die Kamener Straße befahren. Man werde diese Mehrbelastung mit Blick auf die jetzige Situation aber „gefühlt gar nicht merken“. Aktuell würden Lärmschutzgutachten erstellt.

Hilwig: „Wollen auch die Grünen nun die B63n?“

Mit Blick auf Herters Äußerungen zu Vereinbarungen in der Koalition haben sich unterdessen für CDU-Fraktionschef Arnd Hilwig Fragen ergeben. „Wollen auch die Grünen nun die B63n? Ist der Koalitionsvertrag geändert worden? Gibt es endlich eine gemeinsame Grundsatzentscheidung der Koalition?“, fragt er an die drei Ampelparteien – SPD, Grüne und FDP – gerichtet.

Die Nachnutzung des Geländes des ehemaligen Rangierbahnhofs als modernes und einzigartiges trimodales Logistikzentrum und die B63n gehörten schlicht und ergreifend zusammen, so Hilwig. „Die B63n darf nicht außen vor bleiben.“ Die CDU-Ratsfraktion bekenne sich deshalb uneingeschränkt zur Planung dieses für Hamm „zentralen Verkehrsprojekts“ und unterstreiche die „absolute Notwendigkeit“ des Baus.

CDU erwartet klare Positionierung der Ampel

Er habe sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Herter bei dem Projekt nicht den Schulterschluss mit der CDU suche, halte das aber für ein riskantes Spiel, weil die Grünen die B63n bekanntlich bisher nicht wollten, erklärt Hilwig. Und damit habe es zumindest bislang keine klare Haltung der Ampel in dieser Frage gegeben. „Die Probleme lösen sich ja nicht durch ausklammern und durchmogeln – ich erwarte eine klare Positionierung der derzeitigen Rathausmehrheit“, so Hilwig.

An den Infoständen und in den Bürgergesprächen während des Landtagswahlkampfes werde deutlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger zudem mehr Informationen und Beteiligung wünschten.

Auch interessant

Kommentare