Umsatzeinbruch: Voestalpine streicht etliche Stellen

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Heißer Draht: Voestalpine ist in der Schweißtechnik tätig.

Glück für alle, die direkt bei Voestalpine Böhler Welding in Hamm angestellt sind: Ihr Job ist aktuell nicht in Gefahr. Anders sieht es bei den Leiharbeitern aus, die bis vor kurzem am Standort an der Hafenstraße beschäftigt waren.

Hamm – Die Stellen der Leiharbeiter bei Voestalpine Böhler Welding wurden gestrichen. So fielen in Hamm 50 Jobs weg, wie eine Sprecherin des Konzerns auf Nachfrage mitteilte. Der Grund dafür liegt in der schlechten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Voestalpine Böhler Welding ist ein Tochterunternehmen des Voestalpine-Konzerns aus Österreich. Der Konzern hat in dieser Woche mitgeteilt, dass er zwischen April und Juni einen Verlust in Höhe von 70 Millionen Euro eingefahren hat.

Auch der Umsatz brach ein, er lag bei 2,4 Milliarden Euro – 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Rund 50 000 Stellen hat der Konzern weltweit, 550 davon sollen nun abgebaut werden. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter in der Steiermark in Österreich. Zahlen für die Auslastung des Hammer Standorts und ihre Veränderungen im Zuge der Pandemie teilt Voestalpine nicht mit. Er gehört mit 570 Stellen zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Im Dezember waren es noch 620 gewesen. Der Rückgang sei vor allem auf den Abbau von Leiharbeiterstellen zurückzuführen, hieß es von der Sprecherin. „Das ist ein ganz normaler Prozess – das ist überall im Konzern so“, sagte sie.

Firma vor allem in der Schweißtechnik tätig

Die Firma ist in Hamm vor allem in der Schweißtechnik tätig: Sie stellt Schweißdrähte her und verfügt über zahlreiche Schweißroboter. 2019 wurde zudem ein neues Anwendungszentrum eingeweiht. Dort gibt es Metall-3-D-Drucker, die aus Schweißdrähten baufertige Maschinenteile produzieren. Das Anwendungszentrum bleibe ein wichtiger Baustein, um Kunden die Qualität der Produkte zu zeigen, heißt es von der Sprecherin.

Allzu viele Kunden dürften das aber derzeit nicht sein. Voestalpine hatte auch mitgeteilt, dass die Nachfrage in nahezu allen Ländern und Branchen in Folge der Pandemie massiv eingebrochen sei. Dazu kam, dass die Erzpreise hoch geblieben seien – so dass die Stahlproduktion teuer war. Derzeit sind 80 Prozent der Hammer Beschäftigten des Unternehmens in Kurzarbeit, teilt die Sprecherin mit. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht vorgesehen. Frei werdende Stellen würden allerdings nur in Ausnahmefällen wieder besetzt.

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