Zellen im Keller: So wird das Ex-List-Kolleg umgebaut

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Bockum-Hövel – Die Firma Heckmann Bauland und Wohnraum baut das frühere Friedrich-List-Berufskolleg an der Berliner Straße für die Justizschule des Landes um. Die Schüler lernen hier künftig zum Beispiel, wie sie mit Häftlingen umgehen sollten.

In den Umbau investiert die Firma nach eigenen Angaben rund vier Millionen Euro. Schon im September sollen hier die ersten Justizschüler die Schulbänke drücken  mindestens 15 Jahre lang. So lange laufe der Mietvertrag, erklärt Heckmann-Geschäftsführer Reinhold Gierse, Geschäftsführer bei Heckmann. Möglicherweise wird der Vertrag dann nochmals verlängert.

Das Gebäude halten viele für denkmalwert, beispielsweise der Bockum-Höveler Architekt Herbert Dunkel. Es bleibt auch nach dem Umbau weitgehend erhalten. Einige Umbauten sind dennoch dringend nötig: Die Außenhülle wird verändert, damit vorgeschriebene Fluchtwege entstehen. Komplett erneuert werden Haustechnik, Elektrik und Sanitäranlagen.

Umbau ehemaliges Friedrich-List-Kolleg zur Justizschule

Das Foyer wird künftig als Caféteria genutzt. Im Erdgeschoss bleiben die Klassenzimmer als Unterrichtsräume erhalten. Auf jeden Fall würden die Fenster des Künstlers Jakob Heinrich Evers wieder an ihrem ursprünglichen Ort im Foyer eingesetzt, sagt Gierse. Sie stellen die Handwerke Maurer, Gärtnerin, Schmied und Schreiner dar.

Besonderheit im Keller

Im Keller werden Übungszellen eingebaut. Hier sollen die Justizschüler den Umgang mit Häftlingen unter Realbedingungen erlernen. Zudem werden dort Duschen, die Belüftungsanlage und ein Serverraum untergebracht.

In dem Gebäude gab es einen Feuchtigkeitsschaden. Die Ursache lag im Keller: Dort wurde offenbar eine Wasserzuleitung gekappt, berichtet Geschäftsführer Klaus Wlotzka, der den Umbau leitet. Weil sie nicht richtig verschlossen wurde, sei von dort ständig Wasser ausgetreten. Außerdem sei die Wand hinter der Außentreppe am westlichen Gebäudeteil nicht richtig abgedichtet gewesen. Bei Regen sei Wasser zwischen Wand und Treppe eingedrungen und habe das Gebäude durchfeuchtet.

Im Obergeschoss entsteht Platz für die Verwaltung. Auf dem Außengelände vor der Ostseite des Gebäudes richte man 56 Fahrzeugstellplätze ein, so Wlotzka. Geplant sei, den Pavillon zum Hallohpark hin abzureißen. In einem weiteren Schritt plane das Ministerium den Bau eines Unterkunftsgebäudes mit 50 bis 60 Betten. Das gehöre allerdings nicht zum aktuellen Auftrag, so Wlotzka.

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