Ben Böhm und seine Liköre

Trubel auf der Meile: Ulrikeee ist cool, aber Ingeee macht Stress

Martin Kielow (links) und Ben Böhm dürfen ihren gelben Zitronenlikör nicht mehr „Ingeeee“ nennen.
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Ein neuer Name muss her: Martin Kielow (links) und Ben Böhm dürfen ihren gelben Zitronenlikör nicht mehr „Ingeeee“ nennen.

„Ulrikeee“ heißt „Ulrikeee“, aber „Ingeee“ nicht mehr „Ingeee“ – und genau das ist es, womit sich jetzt Ben Böhm und Martin Kielow aus Hamm beschäftigen. Dabei geht es um einen Likör mit einem besonderen Namen, der allerdings schon vergeben war. Nun muss ein neuer Name her.

Hamm - Ben Böhm, Travestiekünstler und Inhaber von „Sarafina’s Bar“ an der Werler Straße, hatte Corona-bedingt im vergangenen Jahr viel Zeit. Ebenso Martin Kielow, mit dem Böhm eines Abends zusammen saß und „die üblichen Getränke“ vor sich stehen hatten. Was den beiden fehlte? „Ein einzigartiges Getränk“, erinnert sich Böhm. Nach vielen Überlegung kam der nach Blaubeer schmeckende und mit Glitzer verzierte Likör „Ulrikeee“ heraus. „Ich liebe Blaubeer, und so etwas gibt es bisher nicht“, erklärt Martin. Die Idee für einen Likör war damit geboren und nach viel Ausprobieren und Mischen war das dunkelrote Getränk fertig.

Doch nach der Zusage eines Getränkeherstellers, der die Idee der beiden Hammer umsetzen wollte, fehlte noch ein Name. Und der kam per Zufall:. Denn Böhm und Kielow hatten ihren noch namenlosen Likör an Karneval von einer als Früchte verkleideten Frauengruppe probieren lassen, die in einem Interview mit Radio Lippewelle ihre Kostüme erklären sollten. Die erste stellte sich als Orange vor, die zweite als Zitrone und die dritte stellte sich („versehentlich“) als Ulrikeeee vor – und lieferte damit für Ben Böhm und seinen Geschäftspartner von „BeMa Liköre“ eine Steilvorlage.

„Der Name ,Ulrikeee’ entstand aus dem O-Ton bei der Lippewelle“, erinnert sich Böhm mit einem Lächeln. „Ulrikeee“ kam schließlich auf den Markt und lieferte ganz nebenbei auch noch den Namen von Böhms zweiter Kneipe namens „Ulrikeee“ an der Südstraße.

„Wie früher die Zitronenbonbons aus Omas Bömskendose“

Im Februar dieses Jahres legten die Unternehmer nach und brachten mit „Ingeee“ einen zweiten Likör auf den Markt. „Er schmeckt so wie früher die Zitronenbonbons aus Omas Bömskendose“, erklärt Travestiekünstler Böhm. Neben dem Alleinstellungsmerkmal mit dem Geschmack sollte es zusammen mit dem Gesicht einer Oma – wegen „Omas Bömskendose“ – auch dieses Mal wieder ein ungewöhnlicher Name werden.

„Jeder kennt jemanden, der Inge heißt“, erzählt Böhm, der damit auf den Wiedererkennungswert und die Identikation mit dem Getränk abzielte. Doch kaum war „Ingeee“ auf dem Markt, bekamen Böhm und Kielow Post. Denn: Es gab schon ein Getränk namens „Inge“, sodass dessen Hersteller aufgrund einer Verwechslungsgefahr mit seinem Produkt die Namensnutzung für die Hammer Version von „Ingeee“ einkassierte.

Der Name wird verschwinden, nicht aber das Getränk

Bis Mai ist „Ingeee“ nun noch erhältlich – und genau deshalb derzeit auch sehr begehrt, wie Ben Böhm erklärt. Danach wird der Name zwar vom Markt verschwinden, nicht jedoch das Getränk. Denn davon sind Böhm und Martin Kielow weiter überzeugt. Ein neuer Name muss also her, und dafür ließen sich die beiden bei Facebook und Instagram inspirieren und baten ihre Follower um Namensvorschläge.

„Über 200 Ideen haben wir bekommen“, erklärt Böhm. Fix ist der Name noch nicht, doch vermutlich wird es einer aus den Vorschlägen der User, sagt Böhm, ohne Konkretes verraten zu wollen. Denn: Dieses Mal wollen die beiden es mit dem Namen nicht überstürzen und lassen ihn deshalb vorher rechtlich überprüfen. In etwa drei Wochen soll der neue Name dann vorgestellt werden.

Bisher vertreiben die beiden Hammer ihre Liköre – zwei weitere neue sollen dieses Jahr noch folgen – übrigens nebenberuflich. Und das schon sehr erfolgreich. Denn „Ulrikeee“ und „Ingeee“ gibt es mittlerweile schon in Deutschland, der Schweiz, Österreich und sogar in Spanien. Auch in ausgewählten Hammer Supermärkten gibt es die Getränke, online dazu noch Merchandise. Eines ist bei allen Produkten aber erkennbar: der Glitzer. Denn: „Wir wollen mehr Glitzer in die Welt bringen“, sagt Ben Böhm mit einem Lächeln.

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