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Ukraine-Krieg: Erste Flüchtlinge da - Flagge am Rathaus gehisst

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Von: Frank Lahme

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Vor dem Hammer Rathaus wurde am Dienstag die Fahne der Ukraine gehisst.
Zeichen der Solidarität: Vor dem Hammer Rathaus wurde am Dienstag die Fahne der Ukraine gehisst. © Andreas Rother

Die ersten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind in Hamm eingetroffen. Zugleich registriert die Stadt eine große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung.

Hamm – Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, handelt es sich bei den ukrainischen Flüchtlingen um zwei Mütter, die mit zwei beziehungsweise drei (Klein-) Kindern aus ihrer Heimat geflohen seien. Sie seien von Privatleuten abgeholt und nach Hamm gebracht worden. Die Unterbringung sei ebenfalls privat organisiert worden. „Sie sind bei ihren Helfern untergekommen und werden dort auch versorgt“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Näheres zu den Umständen der Flucht wurde nicht bekannt. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken.)

Auf welche Weise den Geflüchteten nun staatlicherseits geholfen wird, war am Dienstag noch unklar. „Schlüsselzuweisungen vom Land oder Ähnliches gibt es noch nicht“, so Herberg weiter. Die Abstimmungsgespräche hierzu seien im Gange, aber noch nicht abgeschlossen.

Unklar blieb am Dienstag auch, wie künftig eine Verteilung von Flüchtlingen auf die einzelnen Kommunen und Landkreise erfolgen soll. Die am Montag eingetroffenen beiden Mütter mit ihren Kindern fallen nicht unter diese Kategorie. Sie kamen privat nach Hamm und wurden der Stadt nicht zugewiesen. Die Stadt erfuhr von der Ankunft, weil sich ihre Helfer im Rathaus gemeldet hatten.

Hilfsbereitschaft der Menschen in Hamm groß

Seit Dienstag früh weht als Zeichen der Solidarität vor dem Hammer Rathaus die ukrainische Flagge. Groß ist auch die Solidarität in der Hammer Bürgerschaft. „Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger in Hamm ist enorm“, hieß es aus dem Rathaus. Bis Dienstagmittag seien mehr als 50 Anrufe und 30 E-Mails über die Hotline (Telefon 02381/173456 oder E-Mail ukraine-hilfe@stadt.hamm.de) eingegangen.

Angeboten würden Unterkünfte beziehungsweise die Aufnahme von Menschen bei sich zuhause. Auch Sachspenden, Übersetzungsleistungen, Integrationshilfen, Kinderbetreuung und generelle Hilfen bei Organisatorischem oder Büroarbeiten seien darunter gewesen. „Das geht wirklich quer Beet“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Auch medizinische Personal habe sich gemeldet, um vor Ort Versorgungen – von Traumabehandlungen bis zu Unterkühlungen – anzubieten.

Öffentliche Protestaktion in Hamm

Neben vielen kleineren Angeboten wie Friedensgebeten gibt es in Hamm noch keine neuen konkreten Signale für eine größere öffentliche Protestaktion. Erstmals waren am Freitag vergangener Woche mehrere hundert Menschen in Hamm auf die Straße gegangen.

Sachspenden würden zurzeit noch nicht gesammelt. Man wolle erst abwarten, welche Bedarfe es geben werde, sagte Herberg. Spendenwillige sollten sich aber bei der Hotline registrieren. Auf sie würde dann später zurückgegriffen. Jeder, der „anpacken“ wolle, werde absehbar ein Einsatzgebiet zugewiesen bekommen, so die Einschätzung aus dem Rathaus. Das Spendenkonto bei der Flüchtlingshilfe werde vermutlich am heutigen Mittwoch aktiviert.

Anders als bei der Coronakrise gibt es in Hamm keinen „Krisenstab Ukraine“. Das OB-Büro, das Amt für Integration, Ausländer- und Flüchtlingsangelegenheiten und der zuständige Dezernent Volker Burgard sprächen sich aber täglich ab, so Herberg.

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