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Ukraine: 40-Tonner aus Hamm auf dem Weg ins Kampfgebiet

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Von: Frank Lahme

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Daumen hoch: Zwei Helfer vor der Abfahrt.
Daumen hoch: Zwei Helfer vor der Abfahrt. © Berestyan

Hilfsgüter fürs Krisengebiet: Ein 40-Tonner mit Spenden aus Hamm ist auf dem Weg in die umkämpften Gebiete der Ukraine.

Hamm – Putins Raketen fliegen nicht mehr nach Kiew. „Das Leben dort ist größtenteils zurückgekehrt. Die Menschen gehen arbeiten, die Versorgung mit Strom und Wasser steht“, sagt Vitaliy Berestyan aus dem Hammer Norden über die Lage in seiner Geburtsstadt. Deshalb werde der Hilfstransport, den er in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kinder brauchen unsere Hilfe e.V.“ (KibuH) auf den Weg gebracht hat, in der ukrainischen Hauptstadt auch nicht am endgültigen Bestimmungsort angekommen sein. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken, aktuelle Artikel zum Krieg: hier klicken.)

Die Güter und Hilfsmittel aus würden in Kiew auf andere Transporter umgeladen und dorthin gebracht, wo sie tatsächlich dringend benötigt werden: in den umkämpften Städte im Osten des Landes.

Ein 40-Tonner ist es, der am Sonntag von Hamm auf die Reise ging. Sechs Wochen lang hatten Vitaliy Berestyan und weitere Privatpersonen dafür gesammelt. Medikamente, Windeln, Pflegemittel, Salben, Konserven, Tierfutter sowie Kühl- und Wärmepads und ein Dutzend gebrauchter Fahrräder – Waren insgesamt im Wert von sicherlich 20.000 bis 30.000 Euro, wie Vitaliy Berestyan schätzte, waren zusammengetragen worden.

Vitaliy Berestyan beim Verladen der Hilfsgüter.
Ein stattlicher Berg ist zusammengekommen: Vitaliy Berestyan beim Verladen der Hilfsgüter. © Berestyan

24 Stunden für Grenzübertritt

Der große Lkw erreichte am Montag in Polen die ukrainische Grenze – und saß dort zunächst fest. Mindestens 24 Stunden dauere es derzeit, über die Grenze zu kommen, so Berestyan weiter.

Was der Ukrainer aus dem Hammer Norden ansonsten über die Hilfsgüter-Transporte erzählt, ist durchaus erschütternd. „Ein Drittel der Waren kommt nicht an, verschwindet in irgendwelchen Lagern an der Grenze“, sagt der 38-Jährige. In ukrainischen Läden würden die in Deutschland gespendeten Güter in den Regalen stehen – zum Verkauf. „Das ist wirklich unglaublich“, so der Hammer. Bei „seiner“ Lieferung sei das aber ausgeschlossen. Bis zum Endabnehmer stehe die komplette Lieferkette fest. „Da kann nichts in dunklen Kanälen verschwinden.“

Mit dem Transport jetzt werde sein Engagement auch nicht zu Ende gehen. „Der Krieg geht weiter, und ich mache das auch“, sagt Vitaliy Berestyan. Den nächste Konvoi plane er für den Herbst. Dann werde es auch um Winterkleidung gehen.

1231 Ukrainer derzeit in Hamm

Der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine lässt derweil nach. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, seien aktuell 1231 Flüchtlinge aus der Ukraine in Hamm gemeldet – 27 mehr als vor einer Woche. Von ihnen seien 672 in Privatwohnungen vermittelt worden. 275 seien in der Alfred-Fischer-Halle, die übrigen 284 in anderen Übergangswohnheimen untergekommen. 30 Wohnungen seien noch auf der Liste.

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