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Ukraine-Hilfe aus Hamm: Aufgabe erfüllt, Spendenbeirat hört auf

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Von: Frank Osiewacz

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Auftrag erfüllt: Die Leitung des Spendenbeirats: Peter Arpad und Regina Schumacher-Goldner
Auftrag erfüllt: Die Leitung des Spendenbeirats: Peter Arpad und Regina Schumacher-Goldner © Reiner Mroß

Der Spendenbeirat der Ukraine-Hilfe bei der Flüchtlingshilfe Hamm stellt seine Arbeit zum Jahresende ein. Nicht aus Amtsmüdigkeit, sondern weil die ursprüngliche Aufgabe erfüllt sei.

Hamm – Aufgabe des Spendenbeirats der Hammer Ukraine-Hilfe war und ist noch, Flüchtlingen Unterstützung beim Ankommen und Einleben anzubieten. Dafür hat die Hammer Bevölkerung den Beirat seit März mit Spenden in Höhe von rund 170.000 Euro unterstützt. Das Geld ist fast aufgebraucht. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken, aktuelle Artikel zum Krieg: hier klicken.)

Der Spendenbeirat hat bisher Anträge in Höhe von rund 168.000 Euro bewilligt. Etwa ein Drittel davon entfiel auf Projekte (knapp 60.000 Euro), zwei Drittel flossen in die direkte Unterstützung von Einzelpersonen und Familien (in der Regel 150 Euro pro Person, zusammen knapp 110.000 Euro).

„Die große Unterstützung aus der Hammer Zivilbevölkerung hat das möglich gemacht“, sagt Regina Schumacher-Goldner, stellvertretende Leitung des Spendenbeirats. „Unser Ziel, Menschen beim Ankommen zu helfen, ist erreicht“, sagt Leiter Peter Arpad. „Inzwischen sind die Menschen vertrauter mit den Strukturen und wissen, wo sie in Hamm Unterstützung bekommen können. Die aktuelle Entwicklung in der Ukraine erfordert aus Sicht des Spendenbeirates jetzt vermehrt eine Unterstützung der Menschen vor Ort.“

Zerstörung in Tschernihiw: Hilfe soll jetzt mehr für die Menschen vor Ort geleistet werden.
Zerstörung in Tschernihiw: Hilfe soll jetzt mehr für die Menschen vor Ort geleistet werden. © dpa

Spenden-Bilanz: Projekte und Personen

Gefördert wurden über die Hammer Spenden unter anderem Wohnprojekte für Personen mit Behinderung oder Pflegebedarf, eine Kleiderkammer, die Lebensmittelausgabe der Tafel, Deutschkurse mit Kinderbetreuung, Umweltbildung, Ausflüge ins Schwimmbad, psychologische Beratung in Ukrainisch für Ukrainerinnen, besondere Therapie-Bedarfe, Spendenfahrräder sowie Sportangebote für geflüchtete Kinder und Frauen. Unterstützt wurden auch zwei humanitäre Hilfssendungen aus der Hammer Zivilgesellschaft in die Ukraine mit Medikamenten und Lebensmitteln.

Gut 700 Einzelpersonen, davon 275 Kinder, erhielten eine Einzelunterstützung. Überwiegend beantragt wurde sie für Grundausstattung wie Bekleidung, Schuhe, Hygieneartikel, Einrichtungsgegenstände, in Einzelfällen auch für Umstandskleidung, Kinderwagen, Babybekleidung, Spielsachen, Teilnahmegebühr für Freizeitmaßnahmen, Sportbekleidung, Schulbedarf oder die Übersetzung von Dokumenten. Zwar liege noch eine hohe Anzahl von Anträgen beim Spendenbeirat vor, sagen Arpad und Schumacher-Goldner, aber in den vergangenen Wochen seien kaum noch Spenden auf dem Konto der Ukraine-Hilfe eingegangen.

Bestehende Hilfsangebote für Geflüchtete

Der Beirat weist auf weiter bestehende Hilfsangebote in Hamm für Geflüchtete auch aus der Ukraine hin: unter anderem die Offene Sprechstunde für Geflüchtete aus der Ukraine im DRK-Treffpunkt, die Flüchtlingshilfe Hamm, das Internationale Frauenforum und die Naturfreunde Hamm-Werries.

Hilfsangebote in der Ukraine leisten von Hamm aus zum Beispiel Mayday Rhynern, aber auch die Selbstorganisationen von Ukrainern und Ukrainerinnen und Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, die Frauenrechtsorganisation „medica mondiale“, Unicef, SOS Kinderdorf, „Bündnis Entwicklung hilft“ und die Aktion „Deutschland hilft“.

Spenden

Wer aus der Ukraine geflüchtete Einzelpersonen und Familien beim Ankommen und Einleben in Hamm finanziell unterstützen möchte, kann bis zum Jahresende dafür das Konto der Ukraine-Hilfe nutzen: Spendenkonto DE49 4105 0095 0000 2220 00, Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe

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